Spitzenreiter in der Bundesliga Auricherinnen schlagen auch Werder Bremen
Die Auricher B-Juniorinnen mischen die Bundesliga auf. Gegen Werder Bremen siegte die SpVg nach hartem Kampf mit 3:0 und bleiben Erster. Dennoch gab es für Trainer Stefan Wilts etwas zu mäkeln.
Etwas bedröppelt standen die Spielerinnen der B-Juniorinnen der Sportvereinigung Aurich nach dem Bundesliga-Spiel am Mittelkreis und mussten sich von Stefan Wilts anhören, dass sie spielerisch nicht gerade das umgesetzt hätten, was sich der Trainer gewünscht hatte. Am Ende huschte dann aber doch ein Lächeln über sein Gesicht. „Das soll jetzt keine Kritik sein, denn das Ergebnis stimmt“, so Wilts.
Mit 3:0 haben die Auricher B-Juniorinnen das Bundesliga-Schwergewicht Werder Bremen geschlagen. Dass Wilts nach dem Spiel zunächst das Haar in der Suppe suchte, zeigt, dass die Ansprüche am Ellernfeld gestiegen sind. Mit zwei Siegen aus zwei Spielen und einem Torverhältnis von 10:0 führen die Auricherinnen die Tabelle in der Bundesliga-Nord an. Selbst ein durchschnittlicher Auftritt reichte am Sonnabend, um die Gäste aus Bremen in Schach zu halten.
Wirbelwind auf der Außenposition
Zunächst sah es so aus, als ob die SpVg-Spielerinnen ihre Gegnerinnen genauso überrennen würden wie eine Woche zuvor beim 7:0-Erfolg bei Union Berlin. Überfallartig schwärmten die Auricherinnen aus und drängten die Werder-Spielerinnen tief in die eigene Hälfte. Lohn war die frühe Führung: Elisabeth Steiner lief alleine auf Werder-Torhüterin Chantal Bläsing zu, umkurvte sie gekonnt und schob den Ball zum 1:0 für Aurich über die Linie. Die junge Außenspielerin erwischte einen sehr guten Tag und überzeugte mit Spielfreude. „Sie hat im letzten halben Jahr einen großen Sprung gemacht. Neben ihrer Technik ist sie außerdem eine große Kämpferin“, lobte Wilts seine Spielerin.
Die andere Topstürmerin der SpVg, Ann-Carolin Hoffmann, hatte zunächst einen schweren Stand gegen ihre Gegenspielerin. Doch am Ende hatte sie dennoch zwei Treffer auf ihrem eigenen Torkonto stehen. Zehn Minuten vor Ende der Partie traf sie ohne die lästige Bewachung vom Elfmeterpunkt aus. Alina Vogel war zuvor im Strafraum elfmeterwürdig gefoult worden, Hoffmann schob den Ball vom Punkt locker flach in die rechte, untere Ecke. Den Schlusspunkt setzte sie nach einem Konter drei Minuten vor dem Ende. Alleine vor der Werder-Torhüterin behielt sie die Nerven und vollendete zum 3:0.
Hinten kompakt und vorne eiskalt
Am Ende fiel der Sieg um ein oder vielleicht auch zwei Tore zu hoch aus. Das gab auch SpVg-Trainer Wilts nach dem Spiel zu. Die Werderanerinnen hatten einen großen Kampf mit viel Härte geliefert und zu keinem Zeitpunkt des Spiels aufgegeben. Die Auricherinnen nahmen den Kampf an, ließen aber über weite Strecken der Partie eine Linie vermissen. „Die spielerischen Lösungen und die sauberen Kontakte haben gefehlt“, sagte Wilts.
Der Abnutzungskampf am Ellernfeld bot dann auch nicht genügend Raum für großartige Torraumszenen auf beiden Seiten, vieles spielte sich zwischen beiden Strafräumen ab, viele kleine Abspielfehler hemmten den Spielfluss.
Die Offensive funktioniert bei zehn Toren aus zwei Spielen. Aus dem Werder-Spiel darf SpVg-Trainer Wilts die Erkenntnis mitnehmen, dass die Hintermannschaft auch gegen stärkere Gegner kaum etwas zulässt. Bis zum 3:0 für Aurich besaß Werder nur eine gute Tormöglichkeit. Im Gefühl des sicheren Sieges ließ Aurich nur ganz am Schluss ein wenig nach und gestattete den Gegnerinnen von der Weser noch den ein oder anderen Torschuss.
Die erste richtige Standortbestimmung folgt für die B-Juniorinnen am kommenden Spieltag. Dann spielt die Wilts-Elf beim SV Meppen, der auch beide Bundesligaspiele gewonnen hat. Viele Beobachter am Ellernfeld unken bereits, dass für die SpVg einiges drin ist in dieser Saison. Doch Trainer Wilts hält den Ball noch flach. „Wir bleiben bescheiden.“ Vorbei sind auf jeden Fall die Zeiten, in denen die B-Juniorinnen sich fast ganz auf die Abwehrarbeit konzentrieren mussten und sie mühsam Punkt um Punkt gegen den Abstieg.