Plattdüütskmaant in Auerk  Mit Büdel un Bontje up d‘ Markt

Neelke Harms
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Von Neelke Harms
| 09.09.2022 11:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Leiterin des Plattdeutschbüros der Ostfriesischen Landschaft, Grietje Kammler (von links) mit den Plattdeutschbeauftragten der Stadt, Hannelore Reck, und des Landkreises Aurich, Heidi Wientjes. Foto: Romuald Banik
Die Leiterin des Plattdeutschbüros der Ostfriesischen Landschaft, Grietje Kammler (von links) mit den Plattdeutschbeauftragten der Stadt, Hannelore Reck, und des Landkreises Aurich, Heidi Wientjes. Foto: Romuald Banik
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Warum drei Frauen sich am Freitag auf dem Auricher Wochenmarkt dafür einsetzten, dass Plattdeutsch erhalten bleibt. Die Aktion steht unter einem Motto.

Aurich - Egal ob snacken oder proten – auf Platt versteht sich jeder. Das ist die Botschaft, die drei Frauen am Freitag auf dem Auricher Wochenmarkt verbreiten wollen. Unter dem Motto „Dien Platt, Mien Platt, Uns Platt“ ist die Leiterin des Plattdeutschbüros der Ostfriesischen Landschaft mit den Plattdeutschbeauftragten der Stadt und des Landkreises Aurich unterwegs.

„An der Kasse merkt man, ob man Platt kann oder nicht“, sagt Grietje Kammler von der Ostfriesischen Landschaft. Auf dem Wochenmarkt verteilt sie Stoffbeutel an die Beschicker. Darin finden sich unter anderem Karten, Anstecker und Aufkleber. Für die Besucher gibt es einen Einkaufszettel in Form einer Postkarte und einen Glückskeks – all das selbstverständlich auf Platt.

Grietje Kammler übergibt die plattdeutsche Einkaufsliste an Maike Gilgenast aus Norden. Foto: Romuald Banik
Grietje Kammler übergibt die plattdeutsche Einkaufsliste an Maike Gilgenast aus Norden. Foto: Romuald Banik

Die Hälfte der Ostfriesen sprechen aktiv Platt

Grietje Kammler ist begeistert davon, wie viele Menschen auf dem Auricher Marktplatz Plattdeutsch sprechen. Das Alter spiele dabei keine Rolle, sagt sie. Viele Kinder und Jugendliche würden die Sprache von ihren Eltern oder Großeltern in die Wiege gelegt bekommen. Mehr als die Hälfte der Ostfriesen würden noch aktiv Platt sprechen. Und das Niveau sei stabil, sagt Grietje Kammler. Die plattdeutsche Sprache habe ihren schlechten Ruf verloren.

Vielen Eltern sei es nicht nur wichtig, dass in der Schule des Kindes Platt gesprochen werde – sie seien sogar enttäuscht, wenn das nicht so sei, sagt Grietje Kammler. Erst in der vergangenen Woche habe es in der Ostfriesischen Landschaft eine Fortbildung mit 40 Lehrkräften gegeben, die Plattdeutsch bereits in ihren Unterricht integrieren oder das tun wollen.

Platt auch im Vorstellungsgespräch

„Plattdeutsch ist für mich zu Hause sein“, sagt Grietje Kammler. Es sei ihr wichtig, sich dafür einzusetzen, dass die Sprache bleibt. Selbst bei Vorstellungsgesprächen komme fast immer die Frage auf, ob man denn auch Plattdeutsch verstehe, sagt die Plattdeutschbeauftragte der Stadt Aurich, Hannelore Reck. Auch wenn das keine Voraussetzung sei – vor allem für die älteren Bürger sei es schön, wenigstens verstanden zu werden. Und sie findet: Platt klingt wesentlich freundlicher als Hochdeutsch.

Am Sonnabend sind die Plattdeutschexpertinnen in Wittmund unterwegs. Insgesamt führt sie ihre Aktion in rund zehn Orte.

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