Pokal-Aus für SVG Großefehn verpasst Sensation
In der 3. Runde des Fußballbezirkspokals unterlag der SV Großefehn der Landesligaelf von Hansa Friesoythe knapp. Dabei sah es lange Zeit gut für den SVG aus.
Großefehn - Lange schnupperte am Mittwochabend der SV Großefehn an einer weiteren Überraschung im Bezirkspokal. Eine Führung der Fehntjer reichte aber zu Hause nicht aus, um den Landesligisten FC Hansa Friesoythe aus dem Wettbewerb zu kegeln. Die Fehntjer unterlagen mit 1:2 Toren. Ein vermeidbares Pokal-Aus. Ein ungewohntes Bild bot sich den 93 Zuschauern in Großefehn. Gespielt wurde dem Trainingsplatz, weil es im Stadion kein Flutlicht gibt. Die Verantwortlichen hatten viel Arbeit in Präparierung des Platzes gesteckt. So mähte der Rasenmäherroboter auch noch während sich schon beide Mannschaften zum Warmmachen auf dem Grün befanden.
Von Beginn an war die taktische Ausrichtung von Trainer Bi Le Tran klar zu erkennen. Seine Mannschaft sollte so lange wie möglich ohne Gegentor bleiben. Er hatte seinem Team, auch bedingt durch das Fehlen einiger Stammkräfte, eine sehr defensive Grundordnung verpasst. So bildeten sich sehr schnell zwei kompakte Abwehrlinien mit nur einem Stoßstürmer, die Friesoythe das Mittelfeld überließen. Und so hatte auch der Landesligist die ersten Möglichkeiten. In der 10. Minute steckt Jeremy Knese einen Ball durch die Abwehrkette auf Torjäger Keven Oltmer durch. Doch Keeper Hendrik Weßling kam rechtzeitig aus seinem Tor heraus und fing den Ball ab. Dass sich Großefehn aber nicht nur aufs verteidigen des eigenen Tores konzentrieren wollte, war auch schon in den Anfangsminuten zu erkennen.
Fehntjer setzen auf Nadelstiche
Nadelstiche über schnell vorgetragene Angriffe über die Außenpositionen sollten für Entlastung sorgen. In der 33. Minute hatte die Heimmannschaft die Führung auf dem Fuß. Shawn King spielte SVG-Goalgetter Hauke Specht im Strafraum frei, seine Heber über den Torwart landete aber hinterm Tor. Nur eine Minute später schickte Tobias Hiller, mit einem langen Ball Ralf Aden auf die Reise. Dieser legte sich das Spielgeräte aber im Strafraum zu weit vor und Keeper Wojciech Wilhelm vereitelte auch diese Chance.Die größte Möglichkeit zur Führung bot sich King dann in der 40. Minute. Nach einer Kopfballstafette von Hillers und Specht, stand King völlig frei vor dem Tor, doch sein Abschluss hatte nicht genügend Dampf und ging am Gehäuse vorbei. So ging es mit einem 0:0 in die Pause.
In der zweiten Halbzeit entwickelte sich ein wahrer Pokalfight. In der 56. Minute erkämpfte sich Hillers an der Torauslinie den Ball. Sein Rückpass fand Aden. Der drehte sich am 16er um seinen Gegenspieler und zog zur Mitte. Gegen seinen Schuss aus der Drehung, flach in die linke Torwart Ecke, war Wilhlem machtlos. Der SVG Anhang jubelte und die Anweisungen von Coach Le Tran wurden immer lauter. Immer wieder war zu hören: „nicht stürzen“. Gemeint war damit, dass seine Jungs nicht zu schnell angreifen sollten. Gästetrainer Hammad El-Arab reagierte auf den Rückstand. Er brachte Stürmer Loth-Benny Boungu der das Angriffsspiel fortan belebte.
Unnötiger Ausgleich
Der Ausgleich in der 61. Minute hätte aber aus Sicht der Fehntjer nicht fallen dürfen. Im Angriff zuvor hob der Linienrichter die Fahne um eine Abseitsposition der Friesoyther anzuzeigen. Schiedsrichter Enno Träger ließ aber in dieser Aktion das Spiel weiterlaufen und der Landesligist konnte neu aufbauen. Eine scharfe Hereingabe von Oltmer nahm Jannek Siderkiewicz direkt ab. Sein Schuss ins rechte obere Eck war unhaltbar. Großefehn ließ aber die Köpfe nicht hängen. In der 68. hatte Specht erneut die Möglichkeit, seine Mannen in Führung zu bringen. Sein Torschuss aus etwas zu spitzen Winkel, ging aber am langen Eck vorbei. Die 2:1-Führung für Friesoythe fiel in der 74. Minute. Hillers unglückliches Foul, 18 Meter vor dem Tor, verwandelte Oltmer mit einem direkt getretenen Freistoß in den rechten Torwinkel.
Die Fehntjer stemmten sich in der letzten Viertelstunde mit aller Macht gegen die Niederlage. Dadurch eröffneten sich gute Kontermöglichkeiten für die Gäste. In der 84. Minute rettete der Pfosten für den schon geschlagenen Weßling. Die Heimmannschaft erhöhte noch einmal den Druck und warf alles nach vorne. Specht in der 87. Minute und Andreas Flessner in der 92. Minute hatten aber Pech bei ihren Abschlüssen.
Großefehns Sportlicher Leiter Tamme Bölts lobte nach dem Spiel den couragierten Auftritt des SVG und sah eine Steigerung zu den letzten Spielen. Trainer Bi Le Tran bilanzierte: „Wir wollten tief stehen und mit Nadelstichen den Gegner ärgern, das ist uns auch gelungen. Erfreulich waren auch die sehr guten fußballerischen Lösungen, die wir immer wieder gefunden haben. Jetzt haben wir ein Wochenende spielfrei und müssen dann zum Spitzenreiter nach Middels. Hoffentlich wieder mit voller Kapelle.“
Tore: 1:0 Aden (56.), 1:1 Siderkiewicz (61.), 1:2 Oltmer (74.).
SV Großefehn: Weßling, King (90. Krüsmann), Flessner, Dirks (82. Ali), Aden, Specht, Martens, Hillers Meyerhoff (73. Müller), Gerdes (60. Janssen), Adam.