Osnabrück Althusmann: CDU fördert Theatersanierung in Göttingen - und Osnabrück?
Sollte die CDU nach der Landtagswahl die Regierung in Niedersachsen anführen, verspricht Spitzenkandidat Bernd Althusmann, die Sanierung des Theaters mit einem Drittel der Gesamtsumme zu fördern - in Göttingen. Für Osnabrück bleibt seine Aussage etwas vager.
Im „Göttinger Tageblatt“ hat CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann der Stadt Göttingen die Unterstützung des Landes bei der Sanierung des dortigen Deutschen Theaters versprochen. „Die Sanierungskosten von rund 60 Millionen Euro werden die Stadt Göttingen alleine überfordern. Mindestens ein Drittel der Finanzierung übernimmt das Land“, sagte Althusmann dem Blatt. Klare Worte.
In Osnabrück steht ebenfalls eine Theatersanierung an. Hier werden die Worte des CDU-Mannes aber nebulöser. Per E-Mail gefragt nach einer möglichen finanziellen Beteiligung des Landes an der Theatersanierung in Osnabrück, sagt er lediglich, „Ich setzte mich für die Mitfinanzierung der Theatersanierung mit Kofinanzierungsmitteln aus einem Investitionsbudget des Landes für Bau- und Sanierungsvorhaben im Kulturbereich aktiv ein.“ Wie hoch das Land einsteigen könnte, sagt er nicht.
Stattdessen nennt er eine weitere Bedingung: „Eine wichtige Voraussetzung dafür ist aber auch, dass der Bund oder weitere Förderer für jeden Sanierungsfall Mittel bereitstellen“, heißt es in der Stellungnahme. „Dann wird auch das Land seinen Beitrag leisten können“, so Althusmann weiter.
In Göttingen stellt Althusmann weniger Vorbedingungen. „Ob es nachher eine Drittelaufteilung bei den Kosten zwischen Bund, Land und Stadt gebe, spiele dabei eine nachgeordnete Rolle“, schreibt das „Göttinger Tageblatt“.
Dass es Landesmittel geben kann, leitet Althusmann in beiden Fällen aus dem neuen Kulturfördergesetz ab, dass der Niedersächsische Landtag vor wenigen Wochen verabschiedet hat. „Die Sanierung des Deutschen Theaters ist ein Projekt, das ausdrücklich in das Gesetz hineinpasst“, sagte Althusmann dem „Göttinger Tageblatt“. Das unterstreicht Althusmann unserer Redaktion gegenüber noch einmal: Das neue Gesetz habe „die Kulturförderung in unserem Bundesland als öffentliche Aufgabe erstmals gesetzlich festgeschrieben.“
Dort steht zum Beispiel in Paragraph 6, Absatz 2: „Der Erhalt des kulturellen Erbes ist ein Schwerpunkt der Kulturförderung.“ Und weiter: „Die erhaltenswerte Substanz an Werken und Zeugnissen soll gepflegt, erforscht und nutzbar gemacht werden...“ In Paragraph 9, Absatz 1 heißt es:
Das lässt sich ohne Weiteres auf sanierungsbedürftige Theater anwenden.
Doch ob das für konkrete Zusagen aus Hannover reicht? Finanzminister Reinhold Hilbers, ebenfalls CDU, äußerte sich im Februar 2020 bei einem Ortstermin in Osnabrück zurückhaltend bis ablehnend. Gibt es etwa unterschiedliche Haltungen in der Partei? Althusmann sagt, „Kulturförderung ist auch Wirtschaftsförderung.“ Fachkräfte würden an die Regionen gebunden, Gastronomie und Tourismus würden positive Auswirkungen spüren. „Deshalb hat die Kulturförderung auch für die CDU in Niedersachsen zweifellos einen hohen Stellenwert.“
Bezogen aufs Theater Osnabrück - immerhin das größte kommunale Theater in Niedersachsen - will Althusmann diesen Stellenwert allerdings nicht beziffern, anders als in Göttingen. In Osnabrück geht es allerdings auch um andere Summen: Auf einen „dreistelligen Millionenbetrag“ beziffert der kaufmännische Direktor des Theaters Osnabrück, Matthias Köhn, die Bausumme - „aber wo wir genau stehen, ist aus heutiger Sicht Kaffeesatzleserei.“
Das hat mit dem möglichen Baubeginn zu tun. Ursprünglich waren in vorläufigen Planungen 80 Millionen Euro für die komplette Sanierung veranschlagt - bei einem Baubeginn 2023. Davon ist längst nicht mehr die Rede: Zunächst muss der Rat der Stadt Osnabrück die Sanierung endgültig beschließen, dann kann das Theater ein Probenzentrum suchen, das dann auch als Ausweichspielstätte dienen soll. Erst danach kann überhaupt die Sanierung des Hauses am Domhof starten. Köhn rechnet mit dem Baubeginn in der Spielzeit 2027/28. Die Regierung, die am 9. Oktober gewählt wird, könnte da gerade noch im Amt sein.