Fußball-Regionalliga  Das Ende der Kickers-Durststrecke

| | 04.09.2022 12:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Spieler jubelten ausgelassen nach dem verdienten Erfolg. Fotos: Wilfried Gronewold
Die Spieler jubelten ausgelassen nach dem verdienten Erfolg. Fotos: Wilfried Gronewold
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Emden feiert beim 3:0 gegen den Bremer SV den ersten Saisonsieg in der Regionalliga. Dabei wählte Trainer Stefan Emmerling einen neuen spielerischen Ansatz.

Mit einem Strahlen im Gesicht schnappte sich Kickers-Kapitän Bastian Dassel nach dem 3:0-Erfolg gegen den Bremer SV das Megafon und animierte die Kickers-Fanschar zum Singen, die Spieler hüpften derweil im Takt mit und feierten ihre Leistung und den ersten Sieg in der Regionalliga.

Acht Spieltage musste der Aufsteiger auf ein Erfolgserlebnis warten, am Sonnabendnachmittag brachen im Ostfriesland-Stadion alle Dämme. „Das wurde auch Zeit, wir haben von der ersten Minute an alles reingehauen“, sagte Kapitän Dassel. Mann des Tages war am Sonnabend Andre N´Diaye mit zwei Toren.

Der Mann des Tages: Andre N´Diaye.
Der Mann des Tages: Andre N´Diaye.

Schonungslose Analyse nach 1:6 beim HSV

Bei der anschließenden Pressekonferenz musste Trainer Stefan Emmerling erstmal durchschnaufen, bevor er die letzten Wochen Revue passieren ließ. „Das war eine harte Zeit. Sieben Spiele ohne Sieg, das war schon ein Brett“, sagte Emmerling. Nach dem 1:6 beim Hamburger SV habe man den „Reset-Knopf“ gedrückt und sich neu eingeschworen. „Wir haben Ruhe bewahrt und das ganze in Ruhe analysiert“, so der der Kickers-Trainer. Eine Steigerung sah Emmerling bereits bei der 0:2-Niederlage in Drochtersen. Doch beim Auswärtsspiel fehlte dem Kickers-Trainer noch eine Zutat. „Nur mit Verteidigen geht es nicht in der Regionalliga.“

Der neue, mutigere Ansatz wurde gegen den schwachen Bremer SV schon früh belohnt. In der 4. Minute kam der Ball nach einer Ecke erneut zum Schützen Andre N´Diaye. Der zirkelte den Ball an Freund und Feind vorbei ins gegnerische Tor. Die frühe Führung war eine Art Beruhigungspille für die Kickers-Abwehr, die wieder geschwächt in die Partie gegangen war. Milad Faqiryar, Alagie Jabbie und Nick Köster fielen weiterhin verletzt aus, Torhüter Jannik Wetzel musste nach dem Aufwärmen mit einer Handverletzung passen.

N`Diaye war der Mann des Tages

Die Offenivspieler brannten zunächst ein Feuerwerk ab. Tido Steffens und Ayodeji Adeniran besaßen große Chancen zum 2:0, die Gäste traten kaum in Erscheinung. „Wir waren zu weit weg und haben es den Kickers-Spielern leicht gemacht“, sagte der Bremer Trainer Torsten Gütschow. Nach einer guten halben Stunde kamen die Gäste dann auch vor das Kickers-Tor. Sollte sich der Chancen-Wucher etwa rächen? Mats Kaiser hatte den Ausgleich auf dem Fuß, doch der Wetzel-Vertreter Isaak Djokovic drehte den Ball mit den Fingerspitzen um den Pfosten.

Gäste-Trainer Gütschow war so entsetzt über die Leistung seiner Mannschaft, dass er zur zweiten Halbzeit drei neue Spieler brachte. In den ersten Minuten schnupperten die Bremer am Ausgleich, doch dann zog der Mann des Tages den Gästen den Stecker. In der 56. Minute schlenzte er den Ball aus gut 20 Metern in die linke Torecke – die Kickers-Fans flippten aus. Nur wenige Minuten später traf Vafing Jabateh nach einem Konter zum 3:0. Tido Steffens hatte sich zuvor am Mittelkreis den Ball erkämpft und kurz vor dem Tor quergelegt.

„Der BSV ist wieder da“

Der Rest war ein Schaulaufen. „Der BSV ist wieder da“, schallte es minutenlang von den Rängen. Alle waren froh, dass die lange Durststrecke ohne Punkte nun Geschichte war. „Wir und die Fans waren von der ersten Minute an da“, so ein freudestrahlender Kickers-Trainer.

Mit den ersten drei Punkten auf dem Konto bleibt Kickers zwar Tabellenletzter, doch ist wieder auf Tuchfühlung mit der Konkurrenz. Dazu kam die Erkenntnis, dass die Mannschaft sehr wohl in der Regionalliga mithalten kann – eine Leistung wie gegen den Bremer SV vorausgesetzt.

Gästetrainer Gütschow zeigte sich als guter Verlierer. „Aber um ehrlich zu sein, wollte ich meinem Kumpel Emma nicht zum Sieg gratulieren“, sagte der ehemalige Fußball-Profi. Stefan Emmerling verwies auf die sieben Punkte, die der Gegner bereits gesammelt hatte. „Ihr seid früher angekommen, wir sind seit heute zurück.“

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