Hamburg Geheimnisvoller Luxus: Das sind die größten Motoryachten der Welt
Alle zwei Jahre stellt das Superyacht-Magazin „Boote Exclusiv“ die 200 größten Megayachten der Welt vor. Mit dabei sind ein paar alte Bekannte: Sie machten im Frühjahr schon einmal Schlagzeilen, als europäische Behörden aufgrund der Sanktionen auf der Jagd nach Oligarchen-Yachten waren.
Wenn sich Luxus mit Mysterien mischt: Es ist eine besondere Melange, die die Szene der Superyachten ausmacht. Wo sie auftauchen, sind die Schiffe unübersehbar. Wem sie gehören, ist hingegen oft ein Geheimnis. Oligarchen, Scheichs und Sultane zählen aber nicht nur gerüchteweise zumindest unter den Top Ten der größten Luxusyachten zu den häufigsten Eignern.
Wie schwierig es sein kann, den richtigen Besitzer einer solchen Yacht zu ermitteln, konnten die europäischen Behörden in diesem Frühjahr feststellen: Mit den Sanktionen gegen russische Oligarchen begann fast weltweit eine Spurensuche der besonderen Art. Die Besitzverhältnisse sind oft verschleiert und hinter in Steuerparadiesen registrierten Betreiber-Holdings kaum auszumachen.
Traditionell verschwiegen sind auch die jeweiligen Bauwerften, von denen mit Lürssen und Blohm+Voss zwei bedeutende in Deutschland sitzen: Neben dem Luxuschiffbau ist eben auch die Diskretion ihr Geschäft.
Das Superyacht-Magazin „Boote Exclusiv“ unternimmt es dennoch alle zwei Jahre, die „Top 200“ der Luxusyachten zusammenzutragen – mit allen Infos, derer man trotz der vielen Mysterien und herumschwirrenden Gerüchte irgendwie habhaft werden kann. Das Fazit: Der Markt boomt – trotz des Krieges in der Ukraine und der europäischen Energiekrise.
„Der Großyacht-Markt erlebt seit 18 Monaten einen Höhenflug, wie ihn diese Branche noch nie erlebt hat“, sagt Martin Hager, Chefredakteur von „Boote Exclusiv“. Nicht zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie hätten immer mehr Wohlhabende erkannt, welche Vorteile diese Art zu reisen mit sich bringe. Die Folge: Auch die Superreichen brauchen Geduld, wenn sie jetzt eine neue Yacht in Auftrag geben. „Der größte Yachtbauer der Branche, die italienische Azimut-Benetti-Gruppe, arbeitet aktuell ein Auftragsvolumen im Wert von über zwei Milliarden Euro ab“, sagt Hager.
Kleiner Trost für Millionäre: Wie die eindrucksvolle Liste zeigt, gibt es am Markt durchaus auch attraktive Gebrauchte. Wenn etwa ein Scheich stirbt und die Erben selbst schon genug Yachten haben, lohnt es sich zuzuschlagen – entsprechende Liquidität vorausgesetzt.
Denn nicht nur der Erwerb, sondern vor allem auch der Unterhalt einer Luxusyacht verschlingt enorme Summen. Die Crew muss bezahlt, der Tank gefüllt und der Pool beheizt werden. Dass es dabei nicht gerade um Peanuts geht, zeigt die „Top 200“-Liste: So verfügt die auf Platz 18 der größten Luxusyachten gelistete „Flying Fox“ (136 Meter lang) etwa über Dieseltanks mit einem Volumen von sagenhaften 629.500 Litern.
Die im Frühjahr vor allem aus Hamburg für Schlagzeilen sorgende Oligarchenyacht „Dilbar“ (156 Meter), hier auf Platz sechs gelistet, hat eine Wohnfläche von 3800 Quadratmetern und den größten Indoor-Pool der ganzen Liste – er fasst 180 Tonnen Frischwasser. Über die größte Reichweite wiederum verfügt die auf Platz 121 gelistete „Victorious“ (85 Meter): Sie kommt mit einer Tankfüllung 13.000 Seemeilen weit. Sie steht gerade zum Verkauf: Mit 125 Millionen Euro ist der künftige Eigner dabei.