Prozessauftakt in Aurich  Erst als die Wohnung seiner Freundin brannte, kam er in Haft

Christiane Norda
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Von Christiane Norda
| 02.09.2022 09:03 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Justitia, die Göttin der Gerechtigkeit. Foto: DPA
Justitia, die Göttin der Gerechtigkeit. Foto: DPA
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Ein 24-Jähriger muss sich unter anderem wegen Brandstiftung, Körperverletzung und Diebstählen verantworten. Durch das Feuer entstand ein Schaden von rund 500.000 Euro.

Aurich - Unter anderem wegen schwerer Brandstiftung sowie Körperverletzung, mehrerer Diebstähle und Nötigung muss sich seit Donnerstag ein Mann vor dem Landgericht Aurich verantworten. In zwei Anklageschriften werden dem 24-Jährigen insgesamt 13 Taten im Leeraner Stadtgebiet vorgeworfen. In verschiedenen Supermärkten wurde er erwischt, wie er versucht hatte, Alkohol und Lebensmittel einzustecken, ohne sie zu bezahlen. Dem Fahrer eines Lieferwagens hatte er einen Rucksack mit Laptop, Handy und 2500 Euro Bargeld vom Beifahrersitz gestohlen. Die Geräte hatten dem Mann zurückgegeben werden können, das Geld jedoch nicht. Auch soll er seine Freundin mit dem Fahrrad zu Fall gebracht und ihr gewaltsam 50 Euro für Drogen aus der Handtasche entwendet haben. Insgesamt bezifferte die Staatsanwaltschaft den Wert seines Diebesgutes auf knapp 3000 Euro.

Ein erheblich größerer Schaden wurde allerdings durch ein Feuer verursacht, das der Angeklagte im März 2022 gelegt haben soll. Nach einem Streit mit seiner Freundin hatte er deren Wohnung in einem Mehrparteienhaus in Brand gesteckt. Das Feuer hatte sich über den gesamten Dachstuhl ausgebreitet und einen Schaden in Höhe von 500.000 Euro verursacht. Das Haus galt damals als einsturzgefährdet. Der Angeklagte war direkt nach der Tat festgenommen worden und sitzt seitdem in Haft.

Die Freundin alarmierte die Polizei

Seine Freundin hatte die Polizei alarmiert und angegeben, sie sei von ihrem Freund geschlagen worden. Einer der Beamten berichtete in der Verhandlung, der Angeklagte habe sich in der Wohnung eingeschlossen und dort mit seinem Feuerzeug verschiedene Gegenstände angezündet. Erst als sich der Brand großflächig ausgebreitet habe und dicke Rauchwolken aus der Tür gedrungen seien, sei der Angeklagte „wie in einem schlechten Film“ vollkommen gelassen aus der Wohnung gekommen. Andere Bewohner des Hauses habe man rechtzeitig warnen können, sodass niemand zu Schaden gekommen sei.

Bei seinen Taten hatte der 24-Jährige mitunter ein Messer bei sich getragen, das er bei einem Diebstahl in einem Versandshop einer Tankstelle auch eingesetzt hatte. Dort hatte er sich ein Paket mit einem Laptop gegriffen und war damit geflohen. Zwei Kunden waren aufmerksam geworden und hatten den Dieb mit dem Auto verfolgt. Als sie ihn gestellt hätten, habe sie der Angeklagte mit einem Messer bedroht. Weil die Männer nicht abgelassen hätten, hätte der Angeklagte den Laptop schließlich zurückgebracht, heißt es in der Anklageschrift.

Der Angeklagte schweigt bislang zu den Vorwürfen

Eine Mitarbeiterin eines Supermarktes berichtete, Kunden hätten sie auf den 24-Jährigen hingewiesen, weil dieser versucht habe, die Sicherungsetiketten an einigen Whiskyflaschen abzukratzen. An der Kasse habe man ihn aufgehalten und die Flaschen in seiner Tasche gefunden, ebenso wie die Schere.

Der Angeklagte äußerte sich nicht zu den Vorwürfen. Der Prozess ist auf fünf Tage terminiert und wird am 21. September ab 9 Uhr fortgesetzt.

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