Flüchtlingshilfe Aurich  Auricher Ratsfrau will Fundräder spenden

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 01.09.2022 13:16 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Vor der Corona-Pandemie wurden regelmäßig Fundfährräder von der Stadt Aurich versteigert. Foto: Romuald Banik
Vor der Corona-Pandemie wurden regelmäßig Fundfährräder von der Stadt Aurich versteigert. Foto: Romuald Banik
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Beim Betriebshof der Stadt Aurich lagern derzeit 197 Fundfahrräder. Ratsfrau Heidrun Weber möchte diese gerne der Flüchtlingshilfe spenden. Doch ganz so einfach ist das nicht.

Aurich - Fundräder werden in Aurich regelmäßig versteigert. Zuletzt kamen vor der Corona-Pandemie die Fahrräder unter den Hammer, die von ihren rechtmäßigen Besitzern nicht im Fundbüro abgeholt worden waren. Ratsfrau Heidrun Weber (GFA) hat nun angeregt, die Räder nicht mehr zu versteigern, sondern der Flüchtlingshilfe zukommen zu lassen. Dort allerdings stößt der Vorschlag nur eingeschränkt auf Gegenliebe, wie Helmut Wendt von der Flüchtlingshilfe Aurich auf ON-Anfrage sagt. „Wir können nur einsatzbereite Fahrräder annehmen.“ Das Problem bei den meisten Rädern, die vom Bauhof aufbewahrt würden, sei, dass sie erst repariert werden müssten. Das könne die Flüchtlingshilfe selbst nur sehr begrenzt leisten.

Keine Frage, so Wendt, Räder würden bei allen Flüchtlingen dringend benötigt, damit die Menschen mobil sein könnten. Über 70 Menschen würden derzeit in der ehemaligen Blücherkaserne leben. Schon bald sollen bis zu 1000 weitere Ukrainer hinzukommen. Dann würden mindestens 200 Räder benötigt. „Die dürfen auch gerne rostig und dreckig sein“, so Wendt. Aber sowohl die Beleuchtung als auch die Bremsen müssten funktionieren. Sei das der Fall, nehme er gerne Fahrräder entgegen und sorge auch für den Transport. Er habe sich extra einen Anhänger gekauft, um Räder transportieren zu können.

Fristen für Fundstücke müssen eingehalten werden

Die Reparatur der Räder sei auch nicht mehr so einfach möglich wie noch vor einigen Jahren, sagt Wendt, der sich seit Jahren in der Flüchtlingshilfe engagiert. Früher habe ein sogenannter Knochen genügt, um Schrauber festzuziehen. „Heute braucht man Spezialwerkzeug für fast jedes Fahrrad.“

Beim Betriebshof der Stadt Aurich lagern derzeit 197 Fahrräder, die im Stadtgebiet aufgefunden wurden. Diese Zahl nennt Stadtsprecher Johann Stromann auf ON-Anfrage. Das bedeute aber nicht, dass die Stadt sofort 197 Räder für Flüchtlinge zur Verfügung stellen könnte. Denn es seien die gesetzlichen Aufbewahrungsfristen zu beachten. Sechs Monate haben Besitzer Zeit, die Fundstücke bei der Stadt abzuholen. Erst danach darf versteigert werden.

Aber diese Frist endet für jedes einzelne Fahrrad an einem anderen Tag. Denn nicht alle 197 Räder wurden zeitgleich gefunden. Eine Versteigerung der Räder komme daher frühestens im kommenden Frühling in Frage, so Stromann. Ein weiteres Problem komme hinzu: Viele der Räder seien nur in Teilen vorhanden und müssten repariert werden oder würden direkt entsorgt.

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