Start in die Juniorinnen-Bundesliga SpVg-Trainer hat die Qual der Wahl
Im fünften Bundesliga-Jahr hat Trainer Stefan Wilts fast alle Positionen seines Kaders doppelt besetzt – das gibt auf dem Platz ungeahnte Möglichkeiten.
Aurich - Entspannt sitzt Stefan Wilts in der Geschäftsstelle der Sportvereinigung Aurich und spricht über die am Sonnabend beginnende Bundesliga-Saison der B-Juniorinnen. Vor fünf Jahren bei der Premiere im Oberhaus hätte wohl kein Experte vermutet, dass die Auricher auch heute noch in der höchsten Spielklasse aktiv sind. Doch die Sportvereinigung ist mittlerweile eine feste Größe in der Bundesliga und gehört fast schon zum Inventar. Die erfolgreiche Jugendarbeit hat sich herumgesprochen – wieder ist es Trainer Stefan Wilts gelungen, talentierte Spielerinnen zum Ellernfeld zu locken.
Und mehr noch: Wilts steht vor der Qual der Wahl. „Wir sind stärker als noch in der abgelaufenen Saison und sind auf fast allen Positionen doppelt besetzt. Die Spielerinnen, die wir gefunden haben, sind taktisch schon sehr weit“, freut sich Wilts. In den früheren Spielzeiten musste der SpVg-Trainer immer darauf vertrauen, dass keine Leistungsträgerin ausfällt.
Der breite Kader belebt die Konkurrenz. Selbst die gefürchtete SpVg-Flügelzange um Ann-Carolin Hoffmann und Elisabeth Steiner ist nicht mehr unantastbar und hat mit Neuzugang Charlette Sittner neue Konkurrenz bekommen. Das Luxusproblem für Wilts wird auf der Zehnerposition deutlich. Dort hat in der Vorbereitung Alina Vogel gespielt, obwohl für diese Position Sofia Schalke geholt wurde, die zum erweiterten Kader der Jugend-Nationalmannschaft gehört.
Auch drei Neuzugänge aus der eigenen Jugend
Die Ansprüche in Aurich sind gestiegen. Nicht nur im Umfeld, sondern auch bei der Taktik. Trainer Wilts wünscht sich, dass der fünfte Platz aus der Vorsaison mindestens wiederholt wird. In den ersten Bundesliga-Jahren setzte Wilts auf eine kompakte Defensive, vorne hoffte man auf das Ausnutzen der wenigen Chancen. Auf dem Feld ergeben sich für den SpVg-Trainer dank der Kaderdichte ungeahnte Möglichkeiten. In den Vorbereitungsspielen fiel die Mannschaft häufig durch ein extremes Offensivpressing auf. „So haben wir die Gegner zu Fehlern gezwungen“, sagt Wilts. Mit Erfolg: Gegen Gütersloh, letztes Jahr immerhin im Halbfinale um die Meisterschaft, gab es einen 5:2-Sieg. Auch Essen wurde mit 4:0 geschlagen.
Das Auftaktprogramm hat es für die Auricher B-Juniorinnen aber in sich. Nach dem Auftakt am Sonnabend bei der Spitzenmannschaft Union Berlin, stellt sich eine Woche später Werder Bremen am Ellernfeld vor, eine Woche später geht es zum SV Meppen. Für Wilts ist das kein Problem. „Da werden wir gleich richtig gefordert.“
Die Neuzugänge sichten Wilts und sein Team meistens beim alljährlichen Länderpokal in Duisburg, wo die Talente aus allen Bundesländern auflaufen. Dieses Mal darf Wilts aber auch drei junge Spielerinnen aus der eigenen U15-Mannschaft einbauen. Zudem gibt es sogar zwei neue Spielerinnen aus Frankreich und Spanien. Die hätten sich zunächst über die härtere Gangart auf dem Feld gewundert, haben sich laut Wilts aber schnell akklimatisiert. In der WG der Spielerinnen gibt es übrigens noch zwei freie Plätze. Sie stehen für eventuelle Neuzugänge in der Winterpause bereit.
Die Frage, ob fünf erfolgreiche Trainerjahre in der Bundesliga nicht auch Begehrlichkeiten bei anderen Standorten wecken, beantwortet Wilts eindeutig. „Ich habe nicht vor, woanders hinzugehen.“