Prozess am Amtsgericht  Vierköpfige Bande soll Zigarettenautomaten geplündert haben

Neelke Harms
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Von Neelke Harms
| 29.08.2022 17:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Verhandelt wird vor dem Amtsgericht Aurich. Foto: DPA
Verhandelt wird vor dem Amtsgericht Aurich. Foto: DPA
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Gegen vier Männer begann am Montag der Prozess in Aurich. Einer von ihnen hatte eine besondere Erklärung für die vorgeworfenen Taten.

Aurich – Schwerer Bandendiebstahl lautete am Montag der Vorwurf gegen vier Männer im Alter von 30 bis 37 Jahren vor dem Amtsgericht Aurich. Unter anderem in Südbrookmerland, Wiesmoor und Uplengen sollen sie Zigarettenautomaten aufgebrochen und dabei Waren und Bargeld im Wert von insgesamt knapp 7000 Euro gestohlen haben. Dafür, dass das Diebesgut in seinem Wagen gefunden wurde, hatte der Hauptangeklagte eine besondere Erklärung.

Im März dieses Jahres kontrollierte die Polizei den Wagen, den der 31-jährige Hauptangeklagte fuhr. Mit ihm waren die anderen drei Angeklagten sowie ein blauer Müllsack voller Zigarettenschachteln und Werkzeug im Wagen. Alle vier Männer, die erst kurz vor der Tat nach Deutschland einreisten, sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Eine Woche zuvor hatte ein Gericht in Halle drei von ihnen wegen des Aufbruchs und Diebstahls mehrerer Zigarettenautomaten zu einer Geldstrafe verurteilt. Diese Taten gestanden sie damals. Doch die neuen Vorwürfe stritten sie ab.

Angeklagter unter Drogeneinfluss

Die Zigaretten habe er für rund 450 Euro gekauft, gestohlen sei davon nichts, sagte der 31-jährige Hauptangeklagte am Montag. Er habe auf der Fahrt durch Emden einen Halt eingelegt, weil er drogenabhängig gewesen sei und dort eine Dosis genommen habe, sagte er. Dabei habe er das Werkzeug im Gebüsch an einem Parkplatz gefunden und mitgenommen.

Richter Dr. Markus Gralla sagte zu der Aussage des Angeklagten: „Diese Geschichte könnte fernliegend sein.“ Denn an den aufgebrochenen Automaten waren Lackspuren des Werkzeugs, das die Polizei in dem Fahrzeug fand. Außerdem lag in dem Sack voller Zigaretten ein handgeschriebener Zettel eines Mitarbeiters der Zigarettenautomatenfirma. Der Mitarbeiter sagte am Montag als Zeuge aus. Er habe den Automaten repariert und den gefundenen Zettel mit einem Hinweis für seinen Kollegen versehen in das Gerät geklemmt. Ausführlich erklärte er auf Rückfragen der Anwälte und des Richters, dass das üblich sei und dieser Zettel nicht in den Verkaufsvorgang gelangen könne. Ohne den Automaten zu öffnen, sei es also unmöglich, dass das Schriftstück herausfällt.

Mobiltelefon an Tatorten geortet

Der Angeklagte hielt trotzdem an seiner Aussage fest. „Ich fühle mich den Jungs gegenüber schuldig. Sie sind nun wegen Nichts schon sechs Monate im Gefängnis“, sagte er mithilfe seines Dolmetschers über die anderen Angeklagten. Den drei Männern werden zwei Taten im März vorgeworfen. Bei dem 31-Jährigen geht es zusätzlich um sieben weitere Automatenaufbrüche aus dem Januar dieses Jahres. Dort ist das Diebesgut zwar nicht gefunden worden. Doch sein Mobiltelefon wurde an den jeweiligen Standorten geortet.

Der Prozess wird am 19. September fortgesetzt. Dann soll ein Urteil gesprochen werden.

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