Berlin Nosferatu-Spinne breitet sich in Deutschland aus – das müssen Sie wissen
Das erste Mal fiel sie 2005 auf – mittlerweile wird die giftige Nosferatu-Spinne immer häufiger in Deutschland gesichtet. Wo sie bisher gefunden wurde und wie gefährlich sie ist.
Eigentlich ist sie in Südeuropa zu Hause: Die Nosferatu-Spinne (lat. Zoropsis spinimana). Zuletzt wurde die giftige Spinne aber immer häufiger in Deutschland gefunden.
Laut dem Nabu Nordrhein-Westfalen lebte die Spinne bis vor 20 Jahren ausschließlich im Mittelmeerraum. In Deutschland wurde sie erstmals im Jahr 2005 gesichtet – und zwar in Freiburg im Breisgau. Bis einschließlich 2021 wurde sie dann auch schon des Öfteren in Bremen, Sachsen und Nordrhein-Westfalen entdeckt.
Zuletzt berichtete der „SWR“ von einem Fall im pfälzischen Ludwigshafen: Bei einer Familie tauchten über 15 Spinnen der Art Zoropsis spinimana im eigenen Haus auf – im Schlafzimmer fand die Familie sogar ein ganzes Nest der Nosferatu-Spinnen.
Der Geschäftsführer des Naturschutzbund Deutschland (Nabu), Sönke Hofmann, erklärte im Gespräch mit „Focus Online“, dass die Spinne schon „deutlich verbreiteter als angenommen“ sein könnte. Auch in Berlin und Hessen habe es mittlerweile Sichtungen gegeben.
Aufgrund des Klimawandels siedelten sich nun auch wärmeliebende Spinnenarten weiter nördlich – also auch in Deutschland – an, erklärt Udo Steinhäuser vom Naturschutzbund Deutschland.
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Das Naturkundemuseum Karlsruhe geht davon aus, dass sich die Spinne mittels Güterverkehr auf oder entlang des Rheins und eventuell auch über Gepäckstücke von Reisenden den Weg nach Deutschland gebahnt hat. Am Rhein und dessen Nebenflüssen herrsche ein für die Nosferatu-Spinne günstiges Klima.
Bisher wurde die Spinne vermehrt in Gebäuden gefunden, was auch an ihrer Vorliebe für Wärme liegen kann, so der Nabu Nordrhein-Westfalen. Sie wird mittlerweile aber auch auf Balkonen und in Schuppen entdeckt.
Die Spinne kann bis zu 1,5 Jahre alt werden und eine Bein-Spannweite von bis zu sechs Zentimetern haben. Sie ist damit zwar groß – es gibt aber weitaus größere Spinnen in Deutschland, wie die große Winkelspinne mit einer Spannweite von bis zu zehn Zentimetern.
Das Naturkundemuseum Karlsruhe gibt anlässlich des vermehrten Auftauchens auch auf Instagram Informationen zu der Spinne:
Das Gift der Nosferatu-Spinne ist zwar giftig, für den Menschen aber nicht gefährlich. Falls Sie von einer Spinne gebissen werden sollten, fühlt sich dies eher nach einem Wespenstich an. Die Spinne beißt außerdem nur, wenn sie durch äußere Einflüsse gereizt wird: Ein Biss bei Menschen ist also eher unwahrscheinlich.
Da die Spinne nur beißt, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlt oder eingequetscht wird, ist es ratsam, die Spinne in Ruhe zu lassen. Sollten Sie die Spinne dennoch nicht in Ihrem Haus haben wollen, empfiehlt es sich, diese, wie andere Spinnen auch, mit einem Glas und Pappe zu fangen und aus dem Haus in die Natur zu befördern.
Gut zu wissen: Die Nosferatu-Spinnen, die zur Art der Kräuseljagdspinnen gehören, bauen keine Netze. Sie verfolgen ihre Beute zunächst und fangen sie dann im Sprung.