Berlin Anders als die ARD: ZDF zeigt Winnetou – verzichtet aber auf „I-Wort“
Die Sendeanstalten der ARD werden bis auf Weiteres keine Winnetou-Filme mehr zeigen. Das ZDF dagegen sendet das „Winnetou und das Halbblut Apanatschi“ am Tag der Deutschen Einheit. Wegen Rassismus-Vorwürfen hatte der Ravensburger Verlag seine Winnetou-Bücher zurückgezogen.
Die Debatte um die Abenteuer des Apachen-Häuptlings Winnetou geht weiter. Nachdem Ravensburger sein Winnetou-Buch wegen Rassismus-Vorwürfen zurückgezogen hatte, trifft es nun offenbar auch die Filmklassiker mit den Schauspielern Pierre Brice und Lex Barker. Wie die ARD auf Anfrage der „Bild“ bestätigte, werden die zugehörigen Sender die Filme nicht mehr ausstrahlen.
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Man habe bereits im Jahr 2020 die entsprechenden Lizenzen auslaufen lassen und plane vorerst nicht, diese wieder zurückzukaufen. Dies habe rein wirtschaftliche Gründe, erklärte die ARD auf Twitter.
Unterdessen erklärte das ZDF, dass man die Winnetou-Filme auch künftig ausstrahlen wolle. „Das ZDF besitzt Ausstrahlungsrechte für diverse Karl-May-Filme, die in den nächsten Jahren zur Sendung kommen“, teilte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur mit. „‘Winnetou und das Halbblut Apanatschi‘ wird beispielsweise am 3. Oktober um 11.30 Uhr ausgestrahlt“, sagte sie. In dem Film – einer deutsch-italienischen-jugoslawischen Koproduktion von 1966 – sind auch die junge Uschi Glas und Götz George zu sehen. Zuvor hatte das Social-Media-Team des Senders in einem Facebook-Beitrag darum gebeten, das „I-Wort“ in der Kommunikation zu vermeiden, später entschuldigte sich der Sender.
Derzeit tobt eine zum Teil heftige Debatte um kulturelle Aneignung und Rassismus. Sie entstand nach der Zurückziehung zweier Begleitbücher zu einem neuen Winnetou-Film für Kinder. Besonders prägend für Generationen in Deutschland sind die Karl-May-Verfilmungen aus den 60er Jahren mit Pierre Brice als Winnetou. (Mit dpa)