Indien  Tomatengrippe: Wie gefährlich das neue Virus ist

Laurena Lynn Erdmann
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Von Laurena Lynn Erdmann
| 23.08.2022 12:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Fieber ist eines der Symptome, die bei der Tomatengrippe auftreten. Foto: Unsplash/Kelly Sikkema
Fieber ist eines der Symptome, die bei der Tomatengrippe auftreten. Foto: Unsplash/Kelly Sikkema
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Coronavirus, Affenpocken und schon wieder entdecken Forscher ein weiteres, neuartiges Virus. In Indien haben sich mehr als 82 Kinder mit der Tomatengrippe infiziert. Was Sie über das Virus wissen sollten.

Im Mai dieses Jahr ist der erste Fall der Tomatengrippe in Indien nachgewiesen worden, wie das Fachmagazin „The Lancet Respiratory Medicine“ berichtet.

Der erste bekannt geworden Fall war in dem Bundesstaat Kerala aufgetreten. Im Juli, zwei Monate später, wurde ein weiterer Ausbruch dokumentiert. Insgesamt haben sich bereits mehr 82 Kinder in der Gegend mit dem Virus infiziert. Die Kinder sind allesamt jünger als fünf Jahre, doch auch in weiteren Teilen Indien haben sich Kinder angesteckt. 26 Kinder zwischen dem Alter von eins bis neun in dem Bundesstaat Odisha sind an der Tomatengrippe erkrankt.

Bei Kindern kann sich das Virus besonders gut ausbreiten, da sie engeren Kontakt miteinander pflegen. Die Forscher drängen dazu, die Ausbreitung unter Kontrolle zu bringen, ehe sich auch Erwachsene infizieren. In Indien werden einige Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um weitere Ansteckungen zu verhindern.

Die Symptome der Tomatengrippe erinnern an das Coronavirus: Bei beiden Viruserkrankungen klagen Betroffene über Fieber, Erschöpfung und Gliederschmerzen. Dennoch ist die Tomatengrippe nicht mit dem Coronavirus verwandt. Außerdem treten bei der Tomatengrippe auch häufig Hautausschläge auf. Die roten Blasen, die sich auf der Haut breitmachen, geben der Erkrankung ihren Namen.

Forscher vermuten, dass die Tomatengrippe eine neue Variante der Hand-Fuß-Mund-Krankheit sein könnte. Die Krankheit tritt vor allem bei Kindern zwischen dem ersten und fünften Lebensjahr auf.

Die Forscher betonen, wie wichtig Medikamente und Impfungen im Kampf gegen das Virus sind. Allerdings gibt es noch keine antiviralen Medikamente oder Impfungen zur Behandlung oder Vorbeugung des Virus. Die Symptome hingegen können mit Paracetamol behandelt werden. Es gibt aber auch Entwarnung: „Die Infektion ist endemisch und gilt nicht als lebensbedrohlich“, so die Verfasser des Berichts. Doch aufgrund der Corona-Pandemie-Erfahrungen fordert das Forscherteam einen besonders wachsamen Umgang mit dem Virus.

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