Auricher Stadtfest  Flohmarkt mit weniger Besuchern und weniger Kunden

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 20.08.2022 12:42 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Frauke (links) und Rieke Mennenga haben beim Flohmarkt einen Teil ihrer Spielsachen angeboten. Foto: Heino Hermanns
Frauke (links) und Rieke Mennenga haben beim Flohmarkt einen Teil ihrer Spielsachen angeboten. Foto: Heino Hermanns
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Mitten in der Nacht begann der Aufbau des Flohmarktes zum Auricher Stadtfest. Er stieß in diesem Jahr aus einem Grund auf weniger Resonanz.

Aurich - Weniger Anbieter als in den vorigen Jahren haben am Sonnabend ihre Stände beim Auricher Stadtfest aufgebaut. Auf dem Georgswall gab es noch viel freie Fläche, und auch die Kunden kamen erst sehr viel später als in früheren Zeiten.

Eine Beschickerin, die nicht namentlich genannt werden möchte, besucht seit 40 Jahren Flohmärkte. Auch der Stadtfest-Flohmarkt gehört regelmäßig dazu. „In diesem Jahr ist aber Schluss“, sagt sie im ON-Gespräch. Gegen 4 Uhr am Sonnabendmorgen habe sie den Stand aufgebaut, aber erst um 8.30 Uhr sei der erste Kunde gekommen. Schnäppchenjäger, die schon mitten in der Nacht die Stände nach den besten Stücken absuchten, habe es in diesem Jahr nicht gegeben. Das werde auch daran gelegen haben, so die Beschickerin, dass an diesem Wochenende gleichzeitig der große Nachtflohmarkt in Simonswolde stattfindet. Sie habe gehört, dass dort bereits am Sonnabendvormittag mit dem Verkauf begonnen worden sei. „Offizieller Start wäre um 17 Uhr am späten Nachmittag.“

Was nicht verkauft wird, wird gespendet

Einen weiteren Grund gibt es, warum nach 40 Jahren auf ostfriesischen Flohmärkten Schluss ist. „Die Leute sind unverschämt geworden.“ Sie habe praktisch Neuware, kaum getragene Kleidung, die sie preiswert anbiete. „Und davon wollen die Leute dann die Hälfte bezahlen.“ Dazu habe sie keine Lust mehr. Deshalb werde sie am Ende des Tages die Sachen, die nicht verkauft wurden, an das soziale Kaufhaus geben und einen Schlussstrich ziehen.

Erst zum dritten Mal sind Ina und Thorsten Mennenga mit ihren zehnjährigen Zwillingen Frauke und Rieke beim Stadtfestflohmarkt. Zwei Kinderzimmer und der Dachboden sind dafür durchforstet worden. Vor drei Jahren habe es deutlich mehr Stände gegeben, meint auch Thorsten Mennenga. Zufrieden sind er und seine Frau am Vormittag mit den Verkäufen dennoch.

Kleidung, Spiele und unendlich viele Kinderbücher werden an dem Stand angeboten. Nicht mit allem waren die beiden Mädchen einverstanden. „Die Sachen von Barbie sind uns schwergefallen“, erzählt Frauke. Aber ein Handel mit den Eltern hat dann doch überzeugt: Das Geld, das mit dem Verkauf eingenommen wird, geht an die beiden Mädchen. Dafür können sie dann neue Spielsachen kaufen. Eine rote Linie gezogen haben Frauke und Rieke aber doch. „Schleich und Lego Friends geben wir nicht her“, sagt Frauke, ehe sie sich wieder zu ihrer Schwester an den Stand setzt.

Insgesamt war der Flohmarkt zwar kleiner – gehandelt und gefeilscht wurde aber dennoch fleißig. Foto: Heino Hermanns
Insgesamt war der Flohmarkt zwar kleiner – gehandelt und gefeilscht wurde aber dennoch fleißig. Foto: Heino Hermanns

Auch Familie Mennenga hat den guten Zweck im Hinterkopf. Was nicht verkauft wird, soll nach Möglichkeit nicht wieder auf dem Dachboden landen. „Wir werden einen Großteil an Heart of Mercy in Großefehn spenden“, sagt Ina Mennenga.

Von der Großen Mühlenwallstraße bis zum Pingelhus reichte die Fläche, auf der sich der Flohmarkt hätte ausbreiten können. Mit Flatterband waren die Reihen markiert, in denen die Tische aufgebaut werden konnten. Viele Bereiche aber waren nicht besetzt, große Lücken klafften zwischen den Ständen. Vor allem an der Konkurrenz in Simonswolde mag das gelegen haben. Der Nachtflohmarkt dort findet normalerweise am letzten Wochenende des Augusts statt. In diesem Jahr allerdings werden an dem Datum auch die Erstklässler eingeschult. Deswegen wurde der Flohmarkt um eine Woche vorgezogen.

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