Anerkennung für ein Ehrenamt  Große Summe für sieben Tafeln im Kreis Aurich

Marion Bubolz
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Von Marion Bubolz
| 17.08.2022 15:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Verantwortlichen der Tafel im Landkreis Aurich und Landrat Olaf Meinen (4. von links) freuen sich über die Spende. Foto: privat
Die Verantwortlichen der Tafel im Landkreis Aurich und Landrat Olaf Meinen (4. von links) freuen sich über die Spende. Foto: privat
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Die Verantwortlichen der Einrichtungen erhielten mehrere Tausend Euro – Geld, das sie für Bedürftige gut gebrauchen können. Über die Höhe der Summe war auch die Politik überrascht.

Aurich - Freude bei den Verantwortlichen der sieben Tafeln im Landkreis Aurich: Sie erhielten kürzlich 50.000 Euro von der landkreiseigenen Telematikzentrum GmbH (TMZ) als Spende. Anschließend kamen die knapp 20 ehrenamtlichen Mitarbeitenden mit Landrat Olaf Meinen ins Gespräch.

50.000 Euro – die Höhe der Summe sorgte laut einer Mitteilung nicht nur bei den Verantwortlichen der Tafeln für Freude. Auch Kuno Behrends (SPD), Vorsitzender des Kreistages, konnte die Zahl zunächst nicht glauben. Angestoßen wurde die Idee durch einen Antrag der SPD-Fraktion im Auricher Kreistag. „Wir hatten damals eine Summe im Kopf, die den Tafeln in ihrer herausfordernden Arbeit zugutekommen sollte“, berichtete Behrends den ursprünglichen Gedanken. Eine konkrete Höhe habe man aber absichtlich nicht genannt, man wollte sich ein Stück weit überraschen lassen. Die Überraschung war groß, als Landrat Meinen dann die zu erwartende Summe von 50.000 Euro in der Gesellschafterversammlung der TMZ nannte. Dass diese Summe dann auch an die Tafeln gehen solle, wurde in fraktionsübergreifend beschlossen.

Persönliche Übergabe im Kreishaus

Bei der persönlichen Übergabe im Kreishaus wussten hingegen bereits alle, was sie erwartet. „Mit dieser Spende wollen wir uns bei Ihnen bedanken – für das, was Sie mit Ihrem Engagement für unsere Gesellschaft leisten,“ lobten Olaf Meinen und TMZ-Geschäftsführer Thorsten Schoolmann die Anwesenden. Viele bedürftige Menschen, ob Rentner, Alleinerziehende oder aktuell viele Geflüchtete seien auf die wichtige Arbeit der Tafeln angewiesen. Die Aufteilung des Geldes auf die sieben Einrichtungen erfolge nach Anzahl der gemeldeten Bedürftigen. Diese Spende sei zwar eine einmalige Sache, allerdings plane man, ab 1. Januar 2023 eine offizielle Förderrichtlinie zu schaffen. Auf diese Weise sollen gemeinnützige Einrichtungen die Möglichkeit auf eine Förderung bekommen.

„Der Geldsegen kommt genau zum richtigen Augenblick“ – das war Tenor aller Tafelmitarbeitenden. „Es ist jeden Tag eine große Herausforderung,“ machte unter anderem Ernst Kuntner von der Auricher Tafel deutlich. In der aktuellen Zeit kämen kontinuierlich mehr Menschen zu den Ausgabestellen. Und mit Blick auf die im Herbst zu erwartenden steigenden Energiepreise werde die Zahl an Bedürftigen mit Sicherheit weiter steigen. „Parallel dazu bekommen wir als Tafeln immer weniger Waren aus den Discountern,“ ergänzte Theo Weber vom Großheider Kontor. „Teilweise verschenken die Discounter selbst genau die Waren, die vor einiger Zeit noch an die Tafeln gingen.“

Auch das Mindesthaltbarkeitsdatum war ein Thema

Das war in dem offenen Gespräch beispielsweise einer der Punkte, an denen Landrat Meinen seine Unterstützung zusagte. „Wir nehmen diese Anregungen gerne mit in die richtigen Gespräche.“ Nachholbedarf sehen die Verantwortlichen beispielsweise bei der Aufklärung: „Viele schrecken sofort zurück, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht oder überschritten wurde. Dann wird die Ware entsorgt.“

Viele Lebensmittel landeten so unnötig im Müll, das angegebene Datum sei aber immer nur das Garantiedatum, kein Verfallsdatum. Ideen der Tafelmitarbeitenden, was sie mit dem Geld anfangen könnten, waren beispielsweise Kühltruhen für den Warentransport oder auch ein finanzieller Puffer für steigende Energiekosten.

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