Wasserstoffinitiative Eine Million Euro als Starthilfe für Ostfriesland
Umweltminister Olaf Lies hat für die Wasserstoffinitiative in Ostfriesland eine Million Euro übergeben. In seiner Rede konnte er sich ein paar Seitenhiebe nach Süddeutschland nicht verkneifen.
Aurich/Ostfriesland - In Ostfriesland soll der Ausbau der erneuerbaren Energien kräftig angekurbelt werden. Für die Wasserstoffinitiative gab es dafür jetzt eine Förderung vom Land, übergeben von Umweltminister Olaf Lies. Fast eine Million Euro sollen nun als Starthilfe dienen.
Die ostfriesischen Landkreise und die Stadt Emden wollen beim Ausbau der regenerativen Energien zusammenarbeiten und „Synergien nutzen“, wie Lies mehrfach bei der Übergabe des Fördergeldes betonte. „Jetzt ist die Zeit aufzuzeigen, wie gesicherte Energieversorgung aussieht“, sagte er.
Raum für Wasserstoffprojekte
Mit Hilfe der knapp einer Million Euro sollen Unternehmen unterstützt werden. Zusätzlich sollen mit der Energiegewinnung durch Wasserstoff Betriebe in die Region gelockt werden.
Das Geld wird dreigeteilt. 134.000 Euro gehen an die Mariko GmbH, die Wasserstoffprojekte zusammen mit Industrie und Forschung initiiert. 430.000 Euro gehen an die Hochschule Emden/Leer. Dort sollen laut dem Vizepräsidenten für Forschung, Wissenstransfer und Internationales, Prof. Dr. Sven Steinigeweg, ein sogenanntes „Hylab“ entstehen. Das bezeichne einen Raum, den Unternehmen und Wissenschaftler für Wasserstoffprojekte nutzen können sollen.
Neue Geschäftsstelle für die Initiative
An den Landkreis Aurich, der bei dem Gemeinschaftsprojekt der ostfriesischen Kreise den Hut auf hat, gehen 420.000 Euro. Damit soll eine Geschäftsstelle eingerichtet werden. Von dort aus soll die Netzwerkarbeit koordiniert werden. Außerdem soll sie als Anlaufstelle für Unternehmen dienen. Fragen zu Förderanträgen gehörten genauso zu den Aufgaben wie die Durchführung von Veranstaltungen, sagte der Auricher Landrat Olaf Meinen. Und fügt hinzu: „Die Partner sollen an einen Tisch gebracht werden.“
Am Sonnabend wurde auch die zukünftige Leiterin der Geschäftsstelle vorgestellt. Birte Ricklefs soll ab dem 15. September das Gesicht für das Wasserstoffprojekt sein, sagte Meinen. Sie arbeitete bereits in Bremerhaven im Bereich der Wasseraufbereitung.
Weitere Fördergelder in Sicht
Bei der einen Million für die Region für das Wasserstoffprojekt wird es wohl nicht bleiben. „Es ist eine Art Starthilfe für weitere Fördergelder“, sagte Lies den ON. Mit ihrer Hilfe sollen die Grundlagen und die Infrastruktur für den weiteren Ausbau der regenerativen Energien schaffen. „Wir haben hier erlebt, was wir aus einer Garage heraus schaffen können“, sagte der Energieminister. Er bezieht sich damit auf die Erfolgsgeschichte des Enercongründers Aloys Wobben.
Neben jeder Menge Lob für Ostfriesland konnte sich Lies auch ein paar Seitenhiebe nicht verkneifen. So hatte der bayrische Ministerpräsident Markus Söder vor Kurzem vorgeschlagen, dass man mit Hilfe von Fracking in Norddeutschland von russischem Gas unabhängig werden könne. „Fracking in Norddeutschland wird es mit Sicherheit nicht geben“, schmetterte Lies diesen Vorschlag ab.
Stattdessen warf Lies die Idee auf, dass Energie, die über lange Strecken transportiert werden muss, dann auch am Zielort teurer werden sollte und schloss sich damit indirekt dem Vorschlag von der Mecklenburgischen Ministerpräsidentin, Manuela Schwesig, an. Strom solle dort, wo er produziert werde, auch günstiger sein, so Lies. Somit werde die Region auch für die Industrie attraktiver.