Hamburg Vorher-Nachher-Fotos zum Schieben: Wie die Dürre unsere Flüsse verändert
Temperaturen über 30 Grad, kaum Wolken am Himmel, die Sonne scheint – seit Wochen. Besonders in frei fließenden Flüssen wie Rhein, Donau, aber auch anderswo in Europa sinken die Pegelstände. Unser Vorher-Nachher-Vergleich macht das ganze Ausmaß sichtbar.
Uferzonen fallen trocken, neue Kiesbänke steigen auf: Die sinkenden Pegelstände der Flüsse in ganz Europa beeinträchtigen nicht nur die Binnenschifffahrt immer mehr. Während am Bodensee die ersten Boote aus den Häfen an Land geholt werden müssen, gilt in den Niederlanden bereits seit einigen Tagen der Wassernotstand. So hat sich der Anblick der Gewässer in Deutschland und Europa in den vergangenen Tagen verändert:
Die niedrigen Pegelstände in der Oder legen derzeit große Sandbänke frei – so wie auf dem Vorher-Nachher-Vergleich an der Stadtbrücke in Frankfurt (Oder) zu erkennen ist. Der Grenzfluss hatte in einigen Bereichen bereits im Juli dieses Jahres historisch niedrige Wasserstände zu verzeichnen, berichtet der RBB.
Das Niedrigwasser auf dem Rhein macht der Schifffahrt besonders zu schaffen. Der Foto-Vergleich zeigt den Blick vom Drachenfels bei Königswinter (NRW) auf das Hochwasser des Rheins im Februar 2021 im Vergleich zum aktuellen Niedrigwasser.
Transportprobleme der Industrie als Folge des sehr niedrigen Rhein-Pegels könnten die deutsche Wirtschaft zusätzlich belasten. Zwar sei das Niedrigwasser ein viel kleineres Problem als die drohende Gaskrise, doch sollte es bis Dezember andauern, könnte es im dritten und vierten Quartal 0,2 Prozentpunkte Wirtschaftswachstum kosten, sagte Chefvolkswirt Andrew Kenningham vom britischen Analysehaus Capital Economics laut einer am Donnerstag vorliegenden Studie.
In Italien herrscht Wetterchaos: Der Norden der hatte unter einer monatelangen Dürre gelitten, der Po – Italiens größter Fluss – führt Niedrigwasser. Ebenso der Bacchiglione, ein Fluss in der oberitalienischen Region Venetien, der auf dem Foto die Sternwarte Padua passiert.
Die kurzen, heftigen und örtlich konzentrierten Unwetter von Ende Juli können das Regendefizit nicht wettmachen. „Wenn die Regenfälle nicht in Raum und Zeit gut verteilt sind, helfen sie wenig bis nichts“, zitierte der „Corriere“ den Koordinator der Italienischen Gesellschaft für Umweltgeologie, Massimiliano Fazzini.
Kanus und SUPs fahren auf dem Nachher-Bild bei Niedrigwasser trotz Sperrung in die Verdonschlucht am Stausee Lac de Sainte-Croix. Hitze und ausbleibende Niederschläge sorgen in ganz Frankreich in diesem Sommer für eine Dürre mit historischem Ausmaß. Der französischen Premierministerin zufolge ist es schlimmste Trockenheit, die in Frankreich jemals verzeichnet wurde. Die berühmte Verdonschlucht wurde wegen Wassermangel gesperrt.
Auch in Großbritannien sorgt die Hitze für ausgedörte Gewässer –wie auf dem Foto zu erkennen am Hanningfield Reservoir in Essex. Das Met Office, der nationale meteorologische Dienst des Vereinigten Königreichs, hatte am Donnerstag eine viertägige Wetterwarnung wegen extremer Hitze und Brandgefahr herausgegeben.