Kaserne als Flüchtlingsunterkunft Unterbringung in Turnhallen laut Landrat immer wahrscheinlicher
Trotz etwa 275 neuer Container-Plätze kommt der Landkreis in Kürze bei der Flüchtlingsunterbringung an seine Grenzen. Um die Blücherkaserne nutzen zu können, wäre er bereit, einiges zu tun.
Aurich - Geht der Zustrom an Geflüchteten nicht zurück und gibt es keine Einigung über die Nutzung von Teilen der Blücherkaserne zur Unterbringung, wird der Landkreis spätestens im Oktober auf Turnhallen im Kreisgebiet zurückgreifen müssen. Das sagte Landrat Olaf Meinen am Dienstag der Presse.
Er hoffe im Austausch mit dem Vorstand der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die die Nutzung der Kaserne als Unterkunft am Freitag abgesagt hat, noch auf eine Lösung, so Meinen.
Zwei neue Container-Dörfer in Vorbereitung
Pro Woche rechnet der Kreis in den nächsten Monaten mit 75 bis 100 Personen, die ein Quartier brauchen. Derzeit seien 63 Plätze in Gemeinschaftsunterkünften frei, in spätestens zwei Wochen aber vergeben.
Ab Donnerstag sollen 76 zusätzliche Plätze an der Unterkunft in Utlandshörn zur Verfügung stehen. Für Anfang September will der Kreis 96 Plätze auf dem Gelände der Internationalen Gärten in Aurich bezugsfertig machen. Für Ende September sind weitere 20 Container für insgesamt 96 Bewohner bestellt und zugesagt – Standort offen.
Alles in allem 331 Plätze für insgesamt 940 Personen, die noch zugewiesen werden. Ab dann müssten Turnhallen belegt werden. Das soll verhindert werden. Der Landkreis schielt auf die Kaserne, die teilweise binnen acht bis zehn Wochen bewohnbar gemacht werden könne. Wenn der Investor deswegen abspringe, „haben wir der Stadt angeboten, dass wir die Kaserne zusammen mit ihr entwickeln“, sagte Meinen.