Interesse an Baugrundstücken  Von Krise noch keine Spur

| | 09.08.2022 20:06 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Im Baugebiet „Am Bahnkolk“ in Osteel wurden in diesem Juli die Rohre für die Schmutzwasserkanalisation verlegt. Foto: Thomas Dirks
Im Baugebiet „Am Bahnkolk“ in Osteel wurden in diesem Juli die Rohre für die Schmutzwasserkanalisation verlegt. Foto: Thomas Dirks
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Steigende Zinsen und Kosten bremsen vielerorts Bauwillige. In Brookmerland ist der Trend laut Verwaltung ein anderer.

Brookmerland - Massive Baupreissteigerungen und Lieferengpässe infolge der Corona-Pandemie und des Ukraine-Kriegs, immer höhere Baustandards, wieder steigende Zinsen, teurere Kredite, weniger staatliche Förderung und Handwerksbetriebe mit vollen Auftragsbüchern: Die Bedingungen für Bauwillige haben sich innerhalb kurzer Zeit verschlechtert und lassen viele Bauherren in die Krise rutschen. Bauen wird zur extremen Belastung, mindestens zu einem Finanzrisiko und das Eigenheim für viele damit unerreichbar. Sie ziehen die Reißleine. Vielerorts werden infolge der explodierenden Kosten reservierte Grundstücke wieder zurückgegeben, nachdem jahrelang Bauplätze Mangelware waren.

In der Samtgemeinde Brookmerland ist überraschend davon angeblich noch nichts zu spüren. Hier nehmen Bauwillige wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Situation bislang noch keinen Abstand vom Kauf von Grundstücken. Brookmerlands Samtgemeindebürgermeister Gerhard Ihmels widersprach entsprechenden Informationen und legte Zahlen vor. Demnach sind in den jüngsten Baugebieten der Samtgemeinde die meisten Grundstücke schon oder so gut wie verkauft. Zudem gibt es laut Ihmels für die noch freien Bauplätze „ausreichend Bewerber“, die nachrücken. Grundstücke werden derzeit in drei der sechs Brookmerlander Gemeinden erschlossen.

Neues Bauland in drei Gemeinden

Neues Bauland entsteht derzeit in Upgant-Schott (Sikahammer Fenne, 47 Bauplätze), in Wirdum (Biesterfeldweg, zwölf Grundstücke) und Osteel (Am Bahnkolk/Kleeweg, zwölf Bauplätze). Bereits beurkundet oder für eine Beurkundung terminiert sind nach Angaben von Ihmels in Osteel elf der zwölf, in Upgant-Schott 40 der 47 und in Wirdum ebenfalls elf der zwölf zur Verfügung stehenden Bauflächen. Frei sind demnach noch in Osteel und Wirdum jeweils ein Grundstück, in Upgant-Schott noch sieben Bauplätze.

Riesig war die Nachfrage in der Samtgemeinde von Beginn an: Wo immer im Brookmerland neues Bauland erschlossen wurde, standen die Bauwilligen kurz darauf Schlange. Wirdum, Upgant-Schott und in Osteel – die Bewerberlisten für Grundstücke waren ausnahmslos lang. Und das schon bevor überhaupt feststand, zu welchen Bedingungen die Flächen verkauft werden sollten. Zur Erinnerung: In Upgant-Schott kamen vor gut einem Jahr auf 47 Bauplätze insgesamt 350 Interessenten, in Wirdum waren es 73 Bewerber auf zwölf Grundstücke und das Bauland in Osteel war zehnfach überzeichnet. Heißt: Für die geplanten 13 Grundstücke gab es nach damaligen Verwaltungsangaben 131 Interessenten.

Innerhalb von drei Jahren muss gebaut werden

Wer ein Baugrundstück erwerben wollte, benötigte Glück. Grund: Wegen der großen Nachfrage verkauften die drei Brookmerlander Gemeinden ihr Bauland nach dem Zufallsprinzip. Im Vorteil sind Käufer, die die Grundstücke für die Dauer von zehn Jahren selbst bewohnen. Sie waren vom Losverfahren ausgenommen und erhalten zudem einen Rabatt auf den letztendlichen Grundstückspreis.

Um die Bauflächen gerecht und juristisch unangreifbar zu vergeben, hatten sich die drei Gemeinden auf eine einheitliche Vorgehensweise verständigt. Eine der Verkaufsbedingungen war, dass innerhalb von drei Jahren gebaut werden muss. Spannend wird zu sehen, ob die Käufer diese Vorgabe auch einhalten. Tun sie es nicht, drohen ihnen Vertragsstrafen.

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