Hannover Niedersachsen: Die CDU muss noch viel Überzeugungsarbeit leisten
Dieses Mal soll es also klappen mit der Machtübernahme durch die CDU bei der Landtagswahl in Niedersachsen. Das wird allerdings kein Selbstläufer.
161 zu mehr als 200: Bei den Wahlkampfterminen liegt SPD-Ministerpräsident Stephan Weil also hinter seinem Herausforderer Bernd Althusmann von der CDU. Und in den Umfragen holt der Christdemokrat Stück für Stück auf. Gerade einmal drei Prozentpunkte trennen die CDU (27 Prozent) noch von der SPD (30 Prozent).
Doch Stephan Weil hat nach wie vor einen entscheidenden Vorteil: Als Ministerpräsident mit beinahe zehn Jahren im Amt ist er nicht nur deutlich bekannter in Niedersachsen, sondern der 63-Jährige wirkt in diesen Krisenzeiten mit seinem väterlichen Auftreten wie ein Fels in der Brandung.
Schafft es Weils Herausforderer Althusmann, diesen Amtsbonus wettzumachen? Indem er mit Jeans und Sneakern in diese Wahlkampfwoche startet, will der CDU-Mann wohl auch optisch zum Ausdruck bringen, dass er ziemlich genau acht Jahre jünger ist als der Regierungschef. Aber reicht das?
Inhaltlich liegen SPD und CDU nicht furchtbar weit auseinander. Nicht nur Rufe nach besserer Bildung und Pflege sowie Bemühungen um das Abfedern sozialer Härten durch die Energiekrise einen die Parteien, auch die von der CDU geforderte Null-Toleranz-Strategie im Kampf gegen Kriminalität verfolgt Innenminister Boris Pistorius (SPD) schon seit Jahren.
Am Ende wird es also darauf ankommen, ob es Bernd Althusmann in den nächsten zwei Monaten bis zur Landtagswahl am 9. Oktober gelingt, seine Popularität im Land derart zu steigern, dass es für einen Wahlsieg gegen den beliebten Amtsinhaber reicht. Das ist nicht ausgeschlossen, aber eben auch kein Selbstläufer.
Was am Ende den Ausschlag geben könnte, sind die aktuell miserablen Umfragewerte für die SPD auf Bundesebene. Sie sind eine schwere Last für Weil. Vielleicht kann er Kanzler Scholz ja dazu bewegen, seine angedrohten Wahlkampfbesuche in Niedersachsen noch einmal zu überdenken.