Leezdorfer erfolglos gegen NDR  Weiter auf Sendung

| | 05.08.2022 19:44 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In einem Beitrag für „Panorama 3“ berichtete der NDR über angeblich unhaltbare Zustände in Norder Flüchtlingsunterkünften. Foto: DPA
In einem Beitrag für „Panorama 3“ berichtete der NDR über angeblich unhaltbare Zustände in Norder Flüchtlingsunterkünften. Foto: DPA
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Der NDR zeigt sich von juristischer Gegenwehr des Leezdorfers Wilke Saathoff gegen kritische Berichte über Flüchtlingsunterkünfte unbeeindruckt. Was er und seine Anwälte nun verlangen.

Leezdorf - Eine Schlappe hat der Leezdorfer Immobilienkaufmann Wilke Saathoff in der juristischen Auseinandersetzung mit dem NDR hinnehmen müssen. Wie eine Sprecherin des Senders auf ON-Anfrage mitteilte, werde dieser Saathoffs Forderungen nicht nachkommen. Zur Erinnerung: Nach Berichten über angeblich unhaltbare Zustände in seinen Unterkünften für ukrainische Kriegsflüchtlinge hatte sich Saathoff juristisch gegen den NDR zur Wehr gesetzt.

Mit der Wahrnehmung seiner Interessen hatte er die Kanzlei des bekannten Presse- und Medienrechtlers Prof. Dr. Matthias Prinz in Hamburg beauftragt. Die Kanzlei des Hamburger Staranwalts, der schon Prinzessin Caroline von Monaco, Sportler wie Boris Becker und Oliver Kahn und andere Prominente vertrat, sollte auch Saathoff zu seinem Recht verhelfen und den Leezdorfer dabei unterstützen, sich gegen die seiner Ansicht nach negative und rufschädigende Berichterstattung insbesondere des NDR zu wehren.

Schwere Vorwürfe

Wie berichtet, hatten Flüchtlingshelfer schwere Vorwürfe gegen Saathoff und sein Unternehmen erhoben. So war von einer angeblichen Überbelegung mehrerer Wohnungen und mutmaßlich unzureichender Ausstattung die Rede. Der Landkreis Aurich, der für die Unterbringung von Flüchtlingen grundsätzlich zuständig ist, sprach von nur „kleineren Mängeln“. Saathoff wies die Anschuldigungen seinerzeit auf ON-Nachfrage zurück und kritisierte seinerseits die Flüchtlingshelfer und die von ihnen eingeschalteten Medienvertreter scharf. Er könne und werde nicht akzeptieren, dass man in die Unterkünfte hineingehe, fotografiere und filme und Anschuldigungen erhebe, sagte der Leezdorfer.

Umstritten: In dem Beitrag für „Panorama 3“ zeigte der NDR Aufnahmen des Sitzes der Firmengruppe Saathoff in Leezdorf und nannte deren Namen. Foto: Thomas Dirks
Umstritten: In dem Beitrag für „Panorama 3“ zeigte der NDR Aufnahmen des Sitzes der Firmengruppe Saathoff in Leezdorf und nannte deren Namen. Foto: Thomas Dirks

Das zielte vor allem auf den NDR, deren Mitarbeiter die Saathoff gehörenden Räume betraten und über angeblich unhaltbare Zustände dort im Sendeformat „Panorama 3“ berichteten. Man prüfe derzeit, ob möglicherweise unwahre Tatsachen behauptet wurden, erklärte die mit dem Fall betraute Prinz-Anwältin Dr. Diana Grün im Mai. Zu konkreten Rechtsbehelfen wie möglichen einstweiligen Verfügungen, Unterlassungsklagen oder Gegendarstellungen wollte sie sich damals nicht äußern.

Kein Kommentar

Wie jetzt vom NDR zu erfahren war, verlangen Saathoff und seine Anwälte vom NDR, dass dieser seine Beiträge über Saathoff nicht weiter veröffentlicht. Im Mai 2022 habe Saathoff über eine Anwaltskanzlei dem NDR gegenüber eine Unterlassungsaufforderung zu dem entsprechenden Panorama 3-Beitrag sowie dazugehörigen Online-Artikeln zukommen lassen, teilte NDR-Sprecherin Amelie Schwenke-Rolfs mit. Diesen Unterlassungsaufforderungen sei der NDR nach juristischer Prüfung nicht nachgekommen. „Seitdem hat die Redaktion Panorama 3 von Herrn Saathoff oder seinem Anwalt nichts mehr gehört“, so die Sprecherin.

Saathoffs Anwältin war in den vergangenen Wochen noch schwer zu erreichen. Zuletzt teilte sie auf wiederholte ON-Anfrage schriftlich mit, sich bei Fragen zum Sachstand direkt an Saathoff zu wenden. Der aber hatte bislang stets davon abgesehen, sich zu äußern und an die von ihm beauftragten Anwälte verwiesen. Deren Erklärungen habe er nichts hinzuzufügen, so Saathoff bisher. Dabei bleibt es offenbar. „Die Anwälte sind am Ball“, sagte Saathoff am Donnerstag. Die NDR-Mitteilung wollte er nicht kommentieren.

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