Arbeiten haben begonnen  Abriss für den Neubeginn auf dem Dornkaat-Gelände

| | 02.08.2022 18:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Vorsichtig bewegte Bürgermeister Florian Eiben den Baggerarm vor und drückte die erste Wand der ehemaligen Fahrzeughalle ein. Fotos: Rebecca Kresse
Vorsichtig bewegte Bürgermeister Florian Eiben den Baggerarm vor und drückte die erste Wand der ehemaligen Fahrzeughalle ein. Fotos: Rebecca Kresse
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Vor dem neuen innerstädtischen Quartier steht der Rückbau. Am Dienstag wurden die ersten Gebäude auf dem Doornkaat-Gelände eingerissen. Den ersten Schlag durfte ein prominenter Norder machen.

Norden - Für Nordens Bürgermeister Florian Eiben ist am Dienstag ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen: Er durfte mit einem riesigen Bagger zumindest einen kleinen Teil der ehemaligen Fahrzeughalle auf dem Doornkaat-Gelände einreißen. Damit ist der Rückbau des innerstädtischen Quartiers offiziell gestartet. Zu verdanken hatte Eiben diese Möglichkeit seinem Mitarbeiter Ronald Böhmer vom Fachdienst Stadtplanung und Bauaufsicht. Denn er hatte die Idee, Eiben baggern zu lassen.

Bevor überhaupt abgerissen werden konnte, mussten die Gebäude drei Wochen lang entrümpelt werden. Laut Daniel Lüllmann von der mit der Baubegleitung beauftragten Firma Wessling ist eine dreistellige Tonnenzahl an Müll entsorgt worden. Vom Hausmüll bis hin zu alten Autoreifen habe es jede Art von Müll gegeben, so Lüllmann. In den letzten 30 Jahren war das Gelände zu einer innerstädtischen Müllkippe verkommen. In mühevoller Kleinarbeit hat die mit dem Rückbau beauftragte Firma „Moß – Abbruch-Erdbau-Recycling“ aus Lingen diesen Müll aus den Gebäuden herausgeholt. Außerdem wurden die Asbestplatten vom Dach genommen und gelagert. „Der Hauptteil der Arbeit ist die Schadstoffsanierung. Bevor überhaupt der Abriss beginnen kann, sind Wochen der Schadstoffsanierung vorausgegangen“, sagte Ronald Böhmer, Projektleiter für das Doornkaat-Gelände.

Noch weitere Gebäude sollen fallen

Den Rest des Abrisses übernahm dann auch der Profi, Baggerfahrer Alin Buzea von der Firma Moß. Fach für Fach drückte er die Ziegel aus dem Stahlgerippe. Das darf laut der Experten dabei nicht einstürzen. Dem Abriss der ehemaligen Fahrzeughalle sollen noch weitere Gebäude folgen, um das Areal weiter zu öffnen, und für neue Projektideen nutzbar zu machen, sagte Daniel Lüllmann. Wann genau dieser Abriss losgeht, stehe aber noch nicht fest.

Das dauerte Florian Eiben wohl etwas zu lange. Einmal an den Joysticks des Baggers hielt er nach seinen ersten Abrissarbeiten direkt auf das nächste Gebäude zu, um auch dort Hand anzulegen. Leicht in Panik hörte man ein lautes „Nein“ von Daniel Lüllmann über den Platz schallen. Denn für das Gebäude, auf das Eiben zuhielt, gibt es bisher noch keine Abrissgenehmigung. Das war natürlich auch Florian Eiben klar. Der kleine Spaß auf Lüllmanns Kosten war ihm trotzdem gelungen.

500 Fische wurden ins Norder Tief umgesiedelt

Bevor die ersten Gebäude abgerissen wurden, wurden bereits die Kühlwasserbecken auf dem Doornkaat-Gelände entfernt. Dabei wurden mit Hilfe des Bezirksfischereiverbandes für Ostfriesland (BVO) mehr als 500 Fische aus den Becken ins benachbarte Norder Tief umgesiedelt. Rotfedern, aber auch andere Arten, seien dabei gefunden worden, sagte Böhmer.

Wie fast überall auf dem Gelände wurden auch beim Abbau der Becken Schadstoffe gefunden. Die Isolierung der Becken musste laut Böhmer gesondert entsorgt werden. In weiteren Hallen würden derzeit noch Schadstoffe wie Asbest in den Deckenplatten entfernt.

Viele Arbeiten laufen noch im Hintergrund

Parallel zum Abriss laufen laut Stadtverwaltung zwei weitere Prozesse – die allerdings etwas unsichtbarer und im Hintergrund: In Kürze wird laut Böhmer ein Online-Portal freigeschaltet werden, wo sich Menschen an der Zukunftsgestaltung des neuen innerstädtischen Quartiers beteiligen können. Einen Auftakt hatte die Stadt am 14. Mai mit einem Aktionstag auf dem Doornkaat-Gelände gemacht, an dem viele Bürgerideen gesammelt wurden, die noch ausgewertet werden müssen, so Böhmer. Außerdem müssten auf dem Gelände noch viele Dinge analysiert werden, wie etwa die Frage, welche Leitungen im Boden des Geländes liegen. Auch Altlasten müssten abgeklärt werden.

Es wird an vielen Ecken und Enden gearbeitet, der Bebauungsplan sei in der Aufstellung. Bis es zu den schönen und sichtbaren Sachen komme, müssten sich die Bürger aber noch etwas gedulden.

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