Regionaler Einzelhandel  Ungebrochene Kauflaune unter Aurichern

Neelke Harms
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Von Neelke Harms
| 02.08.2022 18:05 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die gutbesuchte Auricher Fußgängerzone im Juli 2022. Foto: Romuald Banik
Die gutbesuchte Auricher Fußgängerzone im Juli 2022. Foto: Romuald Banik
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Im Auricher Einzelhandel bleibt der bundesweit beobachtete „Konsumeinbruch“ aus – im Gegenteil: Die Einnahmen sind aus mehreren Gründen teils sogar höher als 2019.

Aurich – Von einem „Konsumeinbruch“ ist derzeit bundesweit die Rede. Während Energie- und Lebensmittelpreise in die Höhe schnellen, ist die Kauflaune der Deutschen gedämpft.

Das berichten unter anderem Zeit online, Welt und Bild. Im Auricher Einzelhandel ist davon jedoch nichts zu spüren – im Gegenteil.

Festliche Kleidung ist besonders gefragt

Durch die Küstennähe Aurichs beleben Touristen das Geschäft – das fällt sowohl in den drei Häusern von Rudnick als auch im Modehaus Silomon auf. Dass es im Sommer, vor allem bei hohen Temperaturen in den Geschäften teilweise etwas ruhiger als im Herbst oder Winter sei, sei üblich und habe nichts mit Preissteigerungen zu tun, sagt Ludwig Rudnick, Geschäftsführer von Rudnick. „Das ist eine saisonale Geschichte.“

Ihm falle im Vergleich zu den Vorjahren nicht auf, dass weniger Kunden kommen würden. Im Gegenteil: In einigen Abteilungen sei die Frequenz sogar außergewöhnlich hoch. So zum Beispiel in der festlichen Abteilung des Modehauses. Da nun viele Feierlichkeiten der vergangenen zwei Jahre nachgeholt würden, sei die Nachfrage besonders hoch. Die Hersteller würden teilweise mit den Bestellungen schon nicht mehr hinterherkommen, sagt Ludwig Rudnick.

Internet-Kunden kommen zurück in die Geschäfte

Neben festlicher Kleidung besonders gefragt sind momentan die Artikel aus dem Sommer. Der Sommerschlussverkauf zieht Kunden in die Geschäfte. Zum Beginn der Aktion gab es bei Rudnick in der vergangenen Woche 20 Prozent und in dieser Woche 30 Prozent Rabatt. Sie laufe genauso gut an wie in den vergangenen Jahren auch, sagt Rudnick.

Auch im Modehaus Silomon sieht es nicht anders aus. Sascha Wuttke spricht von „soliden Umsätzen“. Er ist kaufmännischer Leiter des Unternehmens. Mit den vergangenen zwei Sommern könne man die derzeitigen Umsätze wegen der Corona-Pandemie nicht vergleichen, so Wuttke. „Die Leute sind froh, wieder die Begegnung in den Geschäften zu haben“, sagt er. Vor allem zu Beginn des Jahres sei das deutlich geworden. Dort seien die Umsätze noch um einiges höher gewesen als derzeit. Es habe sich gezeigt, dass Kunden, die während der Pandemie im Internet bestellten, zurück in die Geschäfte kamen. Noch einmal mehr Kundschaft sei dann mit der Aufhebung der Maskenpflicht gekommen.

Mehr Umsatz als im Sommer 2019

Mit dem Beginn des Ukraine-Krieges und der Sorge vor steigenden Preisen sei die Kauflaune dann im Vergleich zum Beginn des Jahres etwas „verhaltener“ gewesen. Doch das hielt nicht lange an. Nun liege man bei Silomon sogar über dem Durchschnitt der Branche und die Umsätze seien höher als im Sommer 2019. „Von einem Konsumeinbruch merken wir Gott sei Dank noch nichts“, sagt Wuttke.

Bevor er vor einigen Monaten in das Modehaus nach Aurich kam, war Wuttke zwölf Jahre in einem vergleichbaren Betrieb in Leipzig tätig. Dort habe es jährlich ein regelrechtes „Sommerloch“ gegeben. Das bleibe in Aurich komplett aus. Auch er sieht den Grund dafür in den zahlreichen Touristen.

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