Kreative Arbeit  Ochtelbur und Bangstede zeigen Flagge

Gerd-Arnold Ubben
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Von Gerd-Arnold Ubben
| 30.07.2022 09:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
So sieht die Flagge von Bangstede aus. Fotos: privat
So sieht die Flagge von Bangstede aus. Fotos: privat
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Nach Hüllenerfehn entwickelten auch Ochtelbur und Bangstede eigene Banner. Auf den Fahnen zeigen sie selbst kreierte Wappen. Doch welche Bedeutung haben diese?

Bangstede/Ochtelbur - Nun erhalten auch die Ortschaften Bangstede und Ochtelbur in der Gemeinde Ihlow eine eigene selbst entworfene Flagge. Das bestätigten auf Anfrage der Bangsteder Ortsvorsteher Hinrich Raveling und der Ochtelburer Ortsbürgermeister Matthias Trauernicht.

Damit eifern sie Hüllenerfehn nach, dessen Dorfgemeinschaft vor einigen Wochen ihre Flagge der Öffentlichkeit präsentierte. Eine in der Region bisher einmalige Aktion. Inzwischen wehen dort vor einigen Häusern die neuen selbst kreierten Fahnen. Damit wollen die Hüllenerfehntjer unter anderem zeigen, dass ihre Dorfgemeinschaft eine große Familie ist, in der jeder jedem mit Rat und Tat zur Seite steht und sich gegenseitig geholfen wird.

Nachbarstochter entwarf das Wappen

„Ich habe mir schon lange Gedanken über ein eigenes Wappen für Ochtelbur gemacht“, meinte Matthias Trauernicht. Doch der Anstoß für die Verwirklichung sei ein Hinweis auf den Artikel über Hüllenerfehn in den Ostfriesischen Nachrichten gewesen. „Als ich dann auf Facebook gesehen habe, dass Bangstede Ähnliches vorhatte, habe ich mir gesagt, jetzt oder nie“, berichtet der Ortsbürgermeister.

Und so die Flagge von Ochtelbur.
Und so die Flagge von Ochtelbur.

Zusammen mit der Nachbarstochter Tomma Rieken, die zurzeit eine grafische Ausbildung in Bremen absolviert, entstanden aufgrund von Vorlagen und Ideen zahlreiche Entwürfe nach den heraldischen Regeln, sie sind Grundlage jeglicher Wappengestaltung. Dabei müssen folgende Bereiche berücksichtig werden: Elemente des Wappens, Farben, Schraffuren und Wappensymbole. Schließlich habe man sich in Ochtelbur für die Version von Tomma Rieken entschieden, diese war zuvor in der Ochtelburer Facebookgruppe für die beste empfunden worden und hatte die meiste Zustimmung gefunden.

Zahlreiche Wappenbestellungen sind eingegangen

Auf dem Wappen steht oben der Name Ochtelbur. Weiter zu sehen sind der Glockenturm und die Kirche, dazwischen das Blatt aus dem Ihlower Gemeindewappen, wo die einzelnen Blätter die zwölf Ihlower Ortschaften verkörpern. Unten ist der Ridding dargestellt, auf dem ein Schiffer in einer Jolle fährt. Dieser ist als wichtiger und unumstößlicher Teil der Geschichte von Ochtelbur und Riepe festgehalten. Zudem ist die Jahreszahl 1431 als erstmalige Erwähnung des Ortes Ochtelbur festgehalten. Bei den Farben hätten sie sich, so Matthias Trauernicht, an die des Ihlower Wappens angelehnt. Zahlreiche Flaggenbestellungen der Ochtelburer seien bereits bei ihm eingegangen.

In Bangstede war die Idee für ein eigenes Wappen durch das Angebot des Friesischen Verbandes für Naturschutz und ökologische Jagd (FVNJ), der diese Sichtbarmachung ostfriesischer Strukturen und Kultur unterstützt, entstanden.

Spendentopf wurde geschaffen

„Niemand hier ist unwichtig und darum sollte man überall in Ostfriesland sichtbar Flagge zeigen, damit jeder erkennen kann, wo er sich gerade aufhält. Wir rufen alle Stadtteile und Dorfgemeinschaften auf, sich zusammenzusetzen und über eine eigene Flagge im Stile der Hüllenerfehntjer Fahne nachzudenken“, schrieb der FVNJ-Vorsitzende Dr. Hansjörg Heeren am 23. Februar dieses Jahres auf der Homepage des Vereins.

Dafür sei ein Spendentopf geschaffen worden. Der Verein verspricht eine finanzielle Förderung der Dorfgemeinschaften in der Reihenfolge der Anmeldungen und soweit die finanziellen Mittel reichen.

Für Bangstede hat Matti Möbius die Vorstellungen der Dorfgemeinschaft für das Wappen am Computer entworfen. Dargestellt werden ein Blatt aus dem Ihlower Wappen, die grüne Landschaft, die Kirche mit dem Glockenturm sowie der Blitz und der Ems-Jade-Kanal mit der Klappbrücke Bangsteder Verlaat, da Bangstede zwischen beiden Gewässern liegt. Schließlich findet sich noch das Jahr Anno 1420 auf dem Wappen wieder. Damals wurde Bangstede erstmals urkundlich erwähnt, so Hinrich Raveling.

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