Wälle am Strand  Vom Winde verweht am Großen Meer

Franziska Otto
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Von Franziska Otto
| 29.07.2022 18:18 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein Wall aus Sand türmt sich am Strand beim Großen Meer. Foto: Franziska Otto
Ein Wall aus Sand türmt sich am Strand beim Großen Meer. Foto: Franziska Otto
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Wälle sollen am Großen Meer dafür sorgen, dass der Sand bleibt, wo er ist. Noch ist aber fraglich, ob das klappt.

Südbrookmerland - Über 30 Grad warm war es in der vergangenen Woche in Ostfriesland. Viele Menschen nutzten die Gelegenheit zu einer Abkühlung am Großen Meer. Am Strand tummelten sich die Menschen. Weniger ansehnlich als der Sand und das Wasser sind allerdings die Wälle am Rand. Unkraut wuchert bereits auf ihnen. Das soll aber nicht lange so bleiben, sagt der Geschäftsführer der Südbrookmerland Touristik GmbH, Simon Willms.

Die Wälle sollen für den Strand am Großen Meer und die umliegenden Bereiche eine wichtige Funktion erfüllen. Sie sollen als eine Art Windschutz dienen, sagt Willms.

Sand sorgt beiWind für Ärger

Denn immer wieder sorgt der Sand zwar einerseits für Freude bei Badegästen, auf der anderen Seite aber für Ärger bei Bootjefahrern. Denn sobald der Wind weht, verteilt sich der Sand über das Gebiet am Großen Meer. Er legt sich auf die Rasenflächen, die Stege, landet in den umliegenden Kanälen und findet seinen Weg sogar in Boote, sagt Willms. Nicht nur für die Gäste am Großen Meer ist das ein Problem. Immerhin müsse der fehlende Sand auch wieder ersetzt werden, so Willms.

Die Wälle bestehen laut dem Geschäftsführer zum größten Teil aus Sand, der aufgeschoben wurde. Wenn der Wind vom Wasser her weht, sollen sie den Weg blockieren. Im Idealfall sammelt sich der Sand an den Wällen und wird am Morgen von Mitarbeitern der Touristik GmbH wieder verteilt. Derzeit werde getestet, ob die Wälle wirklich ihre Funktion erfüllen.

Mehrere Probleme

Im Frühjahr wurden die Wälle aufgeschoben. Eigentlich war nicht der Plan, dass nun Unkraut auf ihnen wuchert. Sie sollten ordentlich bewachsen werden. Dabei gab es laut Willms aber gleich mehrere Probleme. Der April sei viel zu trocken gewesen, gesäte Pflanzen hätten nicht richtig wachsen können. Zudem sei es in diesem Jahr bereits recht früh warm gewesen. Schon Mitte Mai seien die ersten Touristen am Großen Meer gewesen. Deswegen habe man die Bepflanzung erst einmal ausgesetzt.

Aufgeben will Willms das Projekt aber nicht. Es befinde sich noch in der Testphase, sagte er. Eine Chance soll es noch bekommen. Im Herbst starte man den nächsten Versuch, die Wälle zu bepflanzen. Dünengras soll dann auf ihnen sprießen. Danach müsse man sehen, ob die Wälle sich halten können oder wieder entfernt werden müssen.

Das nächste Projektsteht an

Die Begrünung der Wälle ist nicht das einzige Projekt, das am Großen Meer umgesetzt werden soll. Die Spundwände sind in einem miserablen Zustand. Die Bretter sind teilweise morsch oder sogar schon gebrochen. An einigen Stellen ist die Erde hinter den Wänden aufgeweicht und es bilden sich Pfützen.

Dass die Spundwände in so einem schlechten Zustand sind, liegt unter anderem am Wetter. Bereits in den vergangenen drei Jahren habe man vor allem im Winter hohe Wasserstände gehabt, sagt Willms bereits in der vergangenen Woche. Zum Überlaufen hätten dann vier Wochen Hochwasser im Februar geführt. Das Große Meer dient bei erhöhten Niederschlagsmengen als eine Art Rückhaltebecken für die umliegenden Ortschaften. Eine Sanierung der Spundwände könnte bis zu einer Million Euro kosten.

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