Hamburg  Wie Instagram genauso uncool wurde wie Facebook

Julia Wadle
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Von Julia Wadle
| 29.07.2022 10:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die „Meta“-Plattformen Facebook und Instagram verlieren an Popularität: Was bleibt? Foto: dpa/ Karl-Josef Hildenbrand
Die „Meta“-Plattformen Facebook und Instagram verlieren an Popularität: Was bleibt? Foto: dpa/ Karl-Josef Hildenbrand
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Um erfolgreich zu sein, braucht eine Social-Media-Plattform Influencer, Werbeeinnahmen und Nutzer. Bei allem hapert es bei Instagram. Gibt es noch Hoffnung?

In diesem Artikel erfährst Du:

Es sind dunkle Zeiten für Instagram: Unter dem Slogan „Make Instagram Instagram again“ machen Influencerinnen wie Kim Kardashian und Kylie Jenner Stimmung gegen das Netzwerk. Grund dafür sind einige „Experimente“, wie es Instagram-Chef Adam Mosseri beschreibt.

Denn die Plattform hat den Algorithmus geändert, zeigt zuletzt immer mehr Videos im Full-Screen-Format an, mehr Werbung und dafür weniger Fotos.

Die Petition von Fotografin Tati Bruening hat inzwischen so viel Zuspruch gefunden, dass sich Instagram-Chef Adam Mosseri zu der Kritik der Nutzer äußerte. In dem Videostatement erklärt er, dass Instagram bei einigen Nutzern einer Vollbild-Ansicht testet, die perspektivisch für alle Nutzer ausgerollt werden könnte.

Hier kannst Du Dir das ganze Video ansehen:

Doch auch die Flut an Werbung auf Instagram scheint die Plattform nicht zu retten: Erstmals in der Firmengeschichte hat der gemeinsame Mutterkonzern von Instagram und Facebook, Meta, einen Umsatzrückgang erlitten. Wie Meta am Mittwoch mitteilte, ging der Umsatz im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal um ein Prozent auf 28,8 Milliarden Dollar (28,3 Milliarden Euro) zurück.

Die Entwicklung zeigt auch diese Grafik:

Es ist der erste Umsatzrückgang für den Online-Riesen seit seinem Börsengang im Jahr 2012, damals noch unter dem Namen Facebook. Entgegen der Erwartungen von Analysten konnte Meta die Zahl der täglichen Nutzer aber steigern.

Auch wenn die Nutzerzahlen von Social Media noch minimal steigen, nimmt das Interesse bei jungen Menschen langsam ab. Das zeigen Daten einer aktuellen Studie des VOCER-Instituts für digitale Resilienz. Daraus geht hervor, dass die intensive Berichterstattung über Krisen auf Social Media zur Folge hat, dass sich immer mehr junge Menschen zwischen 14 und 29 Jahren von Social Media generell abmelden.

Diese Entwicklung deuten auch Ergebnisse des Digital News Reports 2022 des Reuters Institutes an. Gefragt nach den Gründen, warum sie Nachrichtennutzung vermeiden, gaben 36 Prozent der 18- bis 24-Jährigen an, dass zu viel über „Themen wie Politik/Coronavirus“ berichtet würde und 37 Prozent, dass sich Nachrichten „negativ auf ihre Stimmung auswirken“.

Gleichwohl gaben 39 Prozent der Befragten dieser Altersgruppe an, dass ihre Hauptnachrichtenquelle im Internet Soziale Medien sind, weit vor Onlineangeboten von Zeitschriften oder Zeitungen.

Vielleicht sollten die Social Media Plattformen einfach wieder mehr privater Spaß sein, und weniger E-Commerce-Plattformen: Damit wären zumindest Influencer und Nutzer glücklicher.

(mit Material von AFP)

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