Lehrschwimmbecken Moorhusen  Zu wenig Personal für den Betrieb in den Ferien

Franziska Otto
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Von Franziska Otto
| 28.07.2022 18:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Das Moorhuser Lehrschwimmbecken wird während der Sommerferien nicht genutzt. Foto: Frank Süßen
Das Moorhuser Lehrschwimmbecken wird während der Sommerferien nicht genutzt. Foto: Frank Süßen
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Das Moorhuser Lehrschwimmbecken ist in den Sommerferien geschlossen – obwohl darin Schwimmkurse stattfinden könnten. Grund dafür ist nicht nur die schlechte Wasserqualität.

Moorhusen - Noch hat sich der Ärger um das Lehrschwimmbecken in Moorhusen nicht gelegt. Unzufriedenheit macht sich beim Vorsitzenden des TUS Victorbur, Helmut Wendt, breit. Er hätte die Sommerferien gern genutzt, um Kindern das Schwimmen beizubringen. Aber die Verwaltung erlaubte nur bis zu Beginn der zweiten Ferienwoche die Nutzung des Beckens. Für den Betrieb fehlt Personal, sagte Bürgermeister Thomas Erdwiens.

Für die Wartung des Beckens und für die Sauberkeit der Räumlichkeiten sind normalerweise der Hausmeister und Reinigungskräfte zuständig. Es müssten der Chlorgehalt und die Qualität des Wassers überprüft werden. Zudem sei das Dach über dem Becken abgängig. Für den Betrieb in dieser Saison sei es notdürftig abgesichert worden.

Keine Urlaubssperre

Um die Nutzung des Beckens aufrechtzuerhalten, dürften Hausmeister und Reinigungskräfte keinen Urlaub machen. Völlig inakzeptabel, so Erdwiens. Fachpersonal von außen hinzuzuziehen sei auch keine Option – immerhin handele es sich nur um vier bis fünf Wochen. Man müsste die Stellen ausschreiben und die Fachkräfte anlernen. „Jetzt kann man sagen, rein theoretisch ist das abbildbar“, sagte der Bürgermeister. „Aber wer würde das denn machen?“ Der Aufwand stehe in keinem Verhältnis zum Nutzen. Auch der zuständige Fachbereichsleiter, Joachim Betten, ist von der Idee wenig überzeugt. „Wenn es so einfach wäre, dann hätten wir es gemacht“, sagte er.

Für Helmut Wendt ist das eine Ausrede. Er habe mehrmals der Gemeinde angeboten, das notwendige Personal zu stellen. Er sei immer wieder abgewiesen worden oder habe keine Antworten bekommen. Noch im vergangenen Jahr habe er in den Sommerferien Schwimmkurse abgehalten, sagte er.

Gemeinde haftet im Ernstfall

Damals war es allerdings eine andere Situation. Wegen der Pandemie und des Lockdowns hätten im Sommer mehr Mitarbeiter für die Wartung und Pflege des Bades zur Verfügung gestanden, so Betten.

Er selbst könne auch die Betreuung des Bades übernehmen, sagte Wendt. Das habe er als Sportlehrer früher bereits getan. Aber auch darauf will sich die Gemeinde nicht einlassen. Denn falls sich jemand während des Betriebs verletze, hafte die Gemeinde, sagte Betten. „Es geht ja auch um die Gesundheit der Kinder.“ Um das Wohl der Kinder geht es auch Wendt. Er fürchtet, dass sich die Warteschlange bei den Schwimmkursen weiter verlängert. Sie mussten während der Pandemie teilweise ausfallen.

Förderantrag zurSanierung ist gestellt

Nun fehlen teilweise Betreuer oder Becken. Auch hinsichtlich des Krieges in der Ukraine sei es wichtig, Kurse anzubieten, sagte Wendt. Auch geflüchtete Kinder müssten schließlich Schwimmen lernen und auch die Möglichkeit bekommen abzuschalten.

Für Wendt ist das letzte Wort beim Moorhuser Lehrschwimmbecken nicht gesprochen. Die Gemeinde hat Fördermittel beantragt, um das Becken zu sanieren. Wendt fürchtet allerdings, dass das Geld niemals kommen und das Becken aufgegeben wird.

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