Ukrainer in Südbrookmerland  Hälfte der Geflüchteten sind Kinder

Franziska Otto
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Von Franziska Otto
| 27.07.2022 17:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die dreijährige Nika ist aus der Ukraine nach Deutschland geflohen. Foto: DPA
Die dreijährige Nika ist aus der Ukraine nach Deutschland geflohen. Foto: DPA
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Immer mehr ukrainische Geflüchtete kommen nach Südbrookmerland. Knapp die Hälfte von ihnen ist unter 18 Jahren alt.

Südbrookmerland - Fünf Monate sind inzwischen seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine vergangen. Hunderte Geflüchtete sind seitdem im Landkreis Aurich angekommen. Inzwischen haben auch einige ihren Weg nach Südbrookmerland gefunden.. Und fast die Hälfte von ihnen sind Kinder.

Schon 96 Menschen aus der Ukraine haben in Südbrookmerland zumindest vorerst ein neues Zuhause gefunden. Das teilt der zuständige Fachbereichsleiter in der Gemeinde, Joachim Betten, auf Anfrage mit. 41 von ihnen sind demnach unter 18 Jahren alt. Zwölf der in Südbrookmerland wohnenden Ukrainer sind zwischen 65 und 85 Jahren, 37 zwischen 25 und 65 Jahren, sechs zwischen 18 und 25 Jahren, 22 zwischen zehn und 18 Jahren, zwölf zwischen sieben und neun Jahren, und sieben zwischen drei und sechs Jahren alt.

Die meisten Ukrainerleben in Moordorf

Die ersten Geflüchteten kamen bereits Mitte März in Südbrookmerland an. Seit Ende April steigt die Zahl laut Betten aber deutlich an. Es könne auch sein, dass die tatsächliche Zahl der Geflüchteten noch höher liege. Die Verteilung werde durch den Landkreis vorgenommen. Die Ukrainer melden sich dann später bei den Gemeinden an, sagt Betten.

Die meisten Geflüchteten leben derzeit in Moordorf (24). Es folgen Uthwerdum (20), Victorbur (18), Wiegboldsbur (13), Oldeborg (neun), Münkeboe (sieben), Bedekaspel (vier) und Theene (eine Person). Anfragen auf Betreuungsplätze in den Krippen und Kindertagesstätten der Gemeinde gab es laut Betten noch nicht. Jedoch gebe es bereits Anmeldungen bei Schulen im Gemeindegebiet.

Keinen Einfluss auf die Verteilung

Wie genau die Geflüchteten in Südbrookmerland untergebracht sind, ob es sich dabei um von der Gemeinde bereitgestellte oder private Wohnungen handelt, konnte Betten nicht sagen. Auf die Verteilung habe die Verwaltung keinen Einfluss.

Anfang März gab es die Überlegung, das Gebäude der ehemaligen Waldorfschule als Unterkunft für die Geflüchteten zu nutzen. Dafür diente es bereits ab 2015 für mehrere Jahre. Bürgermeister Thomas Erdwiens entschied sich wegen des schlechten Zustands des Gebäudes dagegen.

Sicheres Leben in Deutschland

In Südbrookmerland haben sich bereits zahlreiche Menschen, Vereine und Initiativen für Geflüchtete aus der Ukraine engagiert. Es gab Friedensgottesdienste bei verschiedenen Kirchengemeinden und Sammelaktionen, um den Ukrainern das Ankommen in Ostfriesland zu erleichtern.

Die Hilfsbereitschaft ist enorm. Freiwillige aus verschiedenen Vereinen und Ortsteilen Südbrookmerlands schlossen sich sogar zusammen und organisierten eine Spendenaktion. Bereits Mitte März fuhren sie mit einem Bus zur ukrainischen Grenze. Auf dem Rückweg nahmen sie Menschen aus der Ukraine mit – um ihnen in Deutschland ein sicheres Leben zu ermöglichen.

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