Nach Gutachten Viele offene Fragen bei der ehemaligen Waldorfschule in Moordorf
Nach einem Expertengutachten ist klar: An dem Gebäude der ehemaligen Waldorfschule in Moordorf muss noch viel getan werden. Den potenziellen Käufer hat das aber anscheinend noch nicht abgeschreckt.
Moordorf - Einen Schritt näher am Verkauf des ehemaligen Waldorfschule-Gebäudes in Moordorf ist die Südbrookmerlander Gemeindeverwaltung. Das Expertengutachten, das bereits seit April unter anderem die Bausubstanz bewerten soll, ist fertig, sagte Bürgermeister Thomas Erdwiens. Nun liegt es in der Hand des potenziellen Käufers.
Was genau in dem Gutachten steht, wollte Erdwiens nicht sagen. Im Gespräch wurde allerdings deutlich, dass noch einiges am Gebäude zu tun sein wird. „Es ist ein neutrales Gutachten zum Zustand des Gebäudes und der Flächen“, sagte er. Aber: „Es ist eine große Hürde, dass Gebäude wieder herzurichten.“
Schlechte Bausubstanz schon seit Jahren bekannt
Der Zustand des Gebäudes in Moordorf sorgt bereits seit Jahren für Zündstoff in der Südbrookmerlander Politik. Bevor die Waldorfschule darin einzog, wurde es von der Grundschule genutzt. Bei einer Prüfung wurde festgestellt, dass die Kosten für eine Sanierung so hoch wären, dass ein Neubau die klügere Entscheidung wäre. Unter anderem sei die Bausubstanz mit Schimmelpilz befallen, hieß es damals. Daraufhin erfolgte der Neubau an der Ringstraße.
Trotz der festgestellten Mängel zog nach der Grundschule die Waldorfschule in das Gebäude, kritisierte bereits 2019 Erdwiens, der damals noch Chef der Freien Wähler war. Gleiches habe gegolten, als 2015 der Landkreis Unterbringungsmöglichkeiten für Geflüchtete suchte und daraufhin bis ins vergangene Jahr das Gebäude nutzte. Zur Debatte stand auch, dass es als neues Vereinsheim für die Geflügelzüchter genutzt werden oder ein Kindergarten darin einziehen soll.
Wer übernimmt das Gebäude?
Mit dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine machte sich die Gemeinde Südbrookmerland auf die Suche nach Unterkünften für Geflüchtete. Das Gebäude der ehemaligen Waldorfschule kam dafür nicht mehr in Betracht. Einerseits sei der Zustand des Gebäudes zu schlecht, sagte Erdwiens im März. Eine Nutzung zu Wohnzwecken sei unzumutbar. Andererseits befinde man sich in Gesprächen mit einem potenziellen Käufer des Gebäudes.
Bei dem Interessenten soll es sich um einen hiesigen Pflegedienst handeln. „Das ist ja ein offenes Geheimnis“, sagte Erdwiens. Es werde überlegt, ob in dem Gebäude eine stationäre Pflegeeinrichtung geschaffen werden könne. Gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel und der immer älter werdenden Gesellschaft seien Pflegeeinrichtungen ein wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge der Gemeinden.
Noch nicht in trockenen Tüchern
Ob in dem Gebäude tatsächlich eine stationäre Pflege eingerichtet wird, ist aber alles andere als sicher. Der Interessent muss sich nun mit dem Expertengutachten befassen und entscheiden, ob er in das Gebäude und seine Sanierung investieren will. „Er muss nun seine Hausaufgaben machen“, sagte Erdwiens.
Zu klären ist laut dem Bürgermeister ebenfalls, ob in dem Gebäude überhaupt eine Pflege eingerichtet werden darf. Immerhin sei es einmal für Schulen gedacht gewesen. Damit müsse man sich baurechtlich auseinandersetzen.