Mehr Kunden, weniger Ware  Aufnahmestopp bei Auricher Tafel

Franziska Otto
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Von Franziska Otto
| 25.07.2022 17:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Zitronen liegen in einer Obstkiste. Die Tafeln in ganz Deutschland sind derzeit am Limit. Foto: DPA
Zitronen liegen in einer Obstkiste. Die Tafeln in ganz Deutschland sind derzeit am Limit. Foto: DPA
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Immer mehr Menschen sind auf die Hilfe der Tafeln angewiesen. Die Ausgabestelle in Aurich muss Anfragen bereits ablehnen.

Aurich - Bis voraussichtlich 31. August können keine Neukunden bei der Auricher Tafel mehr aufgenommen werden. Das teilt der Geschäftsführer der Diakonie, Matthias Caspers, mit. Grund dafür sei ein Warenmangel, bedingt durch steigende Preise bei Lebensmitteln und Energie sowie den Krieg in der Ukraine.

Durch den Krieg kämen immer mehr Geflüchtete in den Landkreis, sagt Caspers. Sie benötigten Unterstützung durch die Tafeln – genauso wie immer mehr Auricher, die unter den gestiegenen Lebenshaltungskosten leiden. Wie viel mehr Kunden die Auricher Ausgabestelle der Tafel aufgenommen hat, konnte Caspers nicht sagen. Aber in Großefehn gebe es einen Zuwachs von 15 bis 20 Prozent, in Südbrookmerland sind es rund 20 Prozent.

Spendenaufruf blieb erfolglos

Einerseits müssen die Tafeln immer mehr Kunden versorgen, andererseits bekommen sie immer weniger Spenden geliefert, sagt Caspers. Das liege zum einen an den gestiegenen Preisen. Immer mehr Menschen, die keine Tafelkunden sind, würden deshalb zu den reduzierten Produkten oder Konserven greifen. Zudem würden die Geschäfte besser kalkulieren – also weniger Lebensmittel vorhalten. Somit bleibe am Ende weniger übrig. Auch Spendenaufrufe in der Bevölkerung seien ergebnislos geblieben.

Immer wieder muss die Diakonie Anfragen ablehnen. Einen Teil könne man auf andere Ausgabestellen verweisen. Das klappe aber längst nicht mit allen, sagt Caspers.

Für die Tafelkunden sind die Auswirkungen gravierend. Bessert sich die Lage nicht, könnten laut Caspers die Ausgabetage reduziert werden. Bei weniger Terminen kommen dann mehr Menschen, auf denen die Waren dann verteilt werden.

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