Fiji Jacht beschlagnahmt: Russischer Oligarch hatte wohl Fabergé-Ei an Bord
US-Behörden haben die Yacht „Amadea“ beschlagnahmt. Der Besitzer hatte wohl einen exquisiten Geschmack. An Bord befand sich eines von nur 50 Fabergé-Eiern auf der Welt. Die Durchsuchung bietet einen Einblick in das Leben russischer Oligarchen.
Wem die Yacht gehört, die US-Behörden vor Fiji beschlagnahmt haben, ist unklar und wird gerade vor Gericht behandelt. Einiges können wir jedoch sagen: Der Eigentümer der Yacht ist ein russischer Oligarch, der das Boot mit einem Wert von 300 Millionen Euro über ein Netzwerk von Briefkastenfirmen besitzt. Zudem hatte er einen teuren Geschmack.
Die Yacht wurde 2016 in der Lürssen-Kröger Werft in Rendsburg gebaut. Sie ist 106 Meter lang und hat Amaturen aus Marmor mit vergoldeten Metallbeschlägen, Möbel aus wertvollen Tropenhölzern, Vorhänge aus feinster Seide, Teakholz-Deck. Ausgestattet ist die Yacht mit einem Kino, einer Sauna, einem Swimmingpool und und und. Das war jedoch nicht die wertvollste Inneneinrichtung auf der „Amadea“. Die Stellvertretende Generalstaatsanwältin Lisa Monacco sprach von „einem der interessanteren Funde“, den die Behörden dort gemacht haben.
Der Besitzer der Yacht wollte wohl nicht ohne sein Fabergé-Ei, um die Welt segeln. Noch haben die Behörden nicht herausgefunden, ob das Ei echt ist. „Es wird immer interessanter“, so Monacco. Dabei handelt es sich um Schmuckgegenstände aus Gold in Form von Ostereiern, die aufwändig mit Juwelen und ähnlichem verziert sind. Angefertigt wurden sie Ende des 19. Jahrhunderts vom Goldschmied Peter Carl Fabergé ursprünglich für die Zarenfamilie, später auch als Auftragsarbeiten für Superreiche aller Art hergestellt. Nur 63 Eier gibt es auf der Welt. Entsprechend unschätzbar ist der Wert dieser Stücke.
Die Yacht hat die letzten Monate auf einem Dock auf den Fiji-Inseln verbracht. Offiziell befindet sie sich im Besitz der Briefkastenfirma Millemarin Investments mit Sitz in der Steueroase US-Virgin-Islands. Der bisher unbekannte Ölboss Eduard Khudainatov behauptet, die Firma und damit die Yacht gehöre über Umwege ihm. Er steht nicht auf der Sanktionsliste der USA, weswegen die Yacht demnach illegal beschlagnahmt worden wäre. Die US-Behörden sehen Khudainatov jedoch als bloßen Strohmann. In Wahrheit gehöre das Schiff Suleiman Kerimov. Der Goldmagnat steht sowohl auf der Sanktionsliste der USA, als auch der Europäischen Union, weswegen die Beschlagnahmung der Yacht legal gewesen wäre. Zudem steht Kerimov seit mittlerweile fünf Jahren wegen „umfangreicher Geldwäsche“ in Frankreich vor Gericht.
Scheinbar hat Kerimov viel Zeit auf der Yacht verbracht. Crew-Mitglieder berichten etwa, dass er, seine Kinder und seine Gattin dort viel Zeit verbracht hätten. Zuletzt habe Familie Kerimov mit der Yacht im Februar 2022 Urlaub auf den Karibikinseln St. Barts und St. Marten gemacht. Sie seien die einzigen Gäste an Bord gewesen und etwa vier Monate unterwegs gewesen. Zudem habe es „Maßnahmen zum Schutz ihrer Privatsphäre“ gegeben. Die Besatzung habe die Familie nur mit Codenamen bezeichnen dürfen. Kerimov selbst sei „G-0“ gewesen, seine Frau „G-1“.
Der angebliche Strohmann Khudainatov sei zwar reich, aber „habe nicht die finanziellen Ressourcen, um sich eine solche Megayacht zu leisten“, heißt es in den Gerichtsdokumenten. Zudem wurde Anfang Juli eine zweite Yacht, die „Sherehazade“ in der Toskana beschlagnahmt, die ebenfalls Khudainatov gehören soll. „Warum ein einzelner Mann mehr als eine von diesen Superyachten besitzen sollte, ist unklar“, heißt es weiter im Dokument. Beide Yachten zusammen sind etwa eine Milliarde Dollar wert. Laut den Behörden deutlich wahrscheinlicher: Khudainatov wurde als „sauberer unsanktionierter Strohbesitzer“ benutzt, um „die Identität des wahren Besitzers der Yachten zu verhüllen“. Khudainatov hat auch enge Beziehungen zu Wladimir Putin. Er hat etwa dabei geholfen seine Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2000 zu organisieren und zu finanzieren.