Einweihung in Norddeich „Neue Wasserkante ist ein Quantensprung“
Berend Lindner, Staatssekretär im niedersächsischen Wirtschaftsministerium, ist überzeugt, dass das Deck die ganze Region touristisch nach vorne bringen wird. Die Besucher sind schon jetzt begeistert.
Norden - Mit viel Prominenz und zahlreichen Gästen ist am Freitag die neue Norddeicher Wasserkante – das Deck – mit einer Feierstunde eröffnet worden. Niedersachsens Bauminister Olaf Lies (SPD) lobte ausdrücklich das 20-Millionen-Projekt, das auch seine Behörde zu einem Teil mitfinanziert hat.
„Das, was wir da draußen sehen, ist großartig“, sagte Lies. Gerade in dieser Zeit brauche es Menschen, die Veränderungen voranbringen, die größer denken. Gemeint war damit der Initiator des Deck, Kurdirektor Armin Korok. „Ich glaube, wir werden hunderttausende strahlende Gäste erleben, die sich hier wohlfühlen“, so Lies. Und auch die Einheimischen würden von den neuen Angeboten profitieren.
Staatssekretär rechnet mit Folge-Investitionen
Berend Lindner, Staatssekretär im niedersächsischen Wirtschaftsministerium, nannte das fertiggestellte Deck einen Quantensprung für den Tourismusstandort. Die neue Wasserkante sei ein Leuchtturmprojekt, das die Stadt Norden und die ganze Region nach vorne bringen. Lindner rechnet in den kommenden Jahren mit Folgeinvestitionen aus der Privatwirtschaft.
„Wir können noch gar nicht ermessen, was alles folgen wird“, sagte Lindner. Der eigentliche Zweck einer solchen öffentlichen Investition sei aber immer auch Folgeinvestitionen der Privatwirtschaft zu erreichen. So könnten sich in der Folge neue Restaurants und Hotels ansiedeln. Schon jetzt hat es eine solche kleine Investition gegeben. Seit Freitag gibt es auf der Plaza eine neue Cocktailbar mit Aussichtsplattform. Gäste können hier beim Cocktail den Sonnuntergang genießen.
Norder Bürgermeister war einst ein Kritiker
Auch, wenn Norddeich bei den Übernachtungszahlen schon vor der Umgestaltung nach den Inseln der zweitstärkste Ort im Landkreis war, rechnet Lindner fest damit, dass sich auch dieser Wert nach der Aufwertung noch einmal nach oben verbessern wird.
Der Norder Bürgermeister Florian Eiben war beim Start des Projektes noch nicht im Amt, sondern einfaches Ratsmitglied. Da sah er manche Idee durchaus kritisch, wie er am Freitag zugab. Jetzt aber ist er stolz auf das, was in Norddeich geschaffen wurde. „Ich höre seit Wochen nicht nur in unserer Stadt, sondern auch aus dem Umland, wie schön das hier ist“, sagte Eiben. Jetzt, wo alles in sich stimmig ist, kann jeder nachvollziehen, was die ursprüngliche Vision von Kurdirektor Armin Korok war, als er 2014 ins Amt kam.
Kurdirektor war erleichtert
Armin Korok selbst war am Freitag vor allem erleichtert, dass die Anlage nun fertiggestellt ist. „Ich bin froh, dass wir das gut hinbekommen haben“, sagte er in vollster Überzeugung. Aber er sei auch ein wenig erschöpft. Vor allem die Zielgerade zu erreichen, sei noch ein großer Kraftakt gewesen, sagte er.
Noch während die offizielle Feierstunde im Haus des Gastes lief, strömten zahlreiche Gäste auf das neue Deck und nutzten die vielen Angebote. Sportliche warfen die ersten Volleybälle über die Netze und schwangen sich auf die Trimmgeräte, andere genossen in Sitzsäcken den Blick auf das Wattenmeer. Zusätzlich zu den dauerhaften Angeboten an der Wasserkante gibt anlässlich der Eröffnung noch das gesamte Wochenende ein buntes Programm für Jung und Alt.
Spielplatz und Meer-Terrassen kommen besonders gut an
Von Rebecca Kresse
Norden - Nicht nur Politik und Touristiker sind vom neuen Norddeicher Deck begeistert, auch die Urlauber loben die Veränderungen an der Wasserkante. Wie zum Beispiel Katja Backes aus Mühlheim an der Ruhr. Sie kommt mit ihrer Familie jedes Jahr nach Norddeich. Sie kennt den Zustand auch noch vor der Sanierung. „Es ist toll geworden“, sagte sie im Gespräch mit den ON. Jetzt habe sie noch mehr Gründe, nach Norddeich zu kommen. So sieht das auch Petra Gerard, ebenfalls aus Mühlheim an der Ruhr. Sie ist zur Eröffnung mit ihrer Tochter Pia und ihrem Sohn Mats an den Strand gekommen. „Für Familien ist das Deck ein Traum“, sagte sie. Der Umbau habe sich auf jeden Fall gelohnt. Besonders hob sie den neuen Spielplatz hervor und den nun größeren Sandbereich. Manuela Schwab aus Heilbronn bedauerte am Freitag nur eines: „Dass ich morgen wieder abreisen muss“, sagte sie. Sie hat sich am Freitag eines der neuen Outdoorkissen auf die Meeresterrasse gezogen und genoss von dort den Ausblick über das Wattenmeer. „Es ist richtig toll geworden“, schwärmte sie . Tanja Kempter aus Oberhausen nutzte mit ihren Kindern Raphael und Mia die Angebote der Entdeckerstation auf der Plaza. Während Raphael im Mikroskop Kleinsttiere suchte, sah sich seine Schwester die Schautafeln an. „Es ist so wunderschön hier und alles perfekt“, sagte Tanja Kempter begeistert. Der Bereich vom Bahnhof bis zum Schwimmbad lasse erahnen, wie es vorher ausgesehen habe. Aber auch dieser Bereich soll in den kommenden Jahren saniert werden.
Kurdirektor als Visionär gewürdigt
Von Rebecca Kresse
Norden - Es war sein Tag: Norddeichs Kurdirektor Armin Korok bekam am Freitag bei der Eröffnung der neuen Wasserkante viel Lob und Anerkennung, wurde in den Reden gar als Visionär beschrieben. Ohne ihn, darin waren sich die Redner einig, würde es das Deck so nicht geben. Schon 2014 bei seinem Vorstellungsgespräch hatte Korok klar gemacht: Die Wasserkante ist eine Katastrophe und ist das Erste, was er in Angriff nehmen werde, so er denn den Job bekommen würde, erzählte er. Er bekam den Job und seine Vision wurde Wirklichkeit – nach sieben Jahren Planungs- und vier Jahren Bauzeit, insgesamt 67 Ratssitzungen und anfangs erheblichem Widerstand. Viele Ostfriesen hielten den Zustand nämlich noch für gut genug, erzählte Korok in einer humorvollen Rede. Das Lob und die Anerkennung wollte er aber nicht für sich allein. Mit Tränen in den Augen und zittriger Stimme dankte er seiner Frau Antje Korok für die ausdauernde Unterstützung in den vergangenen sieben Jahren. Sie habe die Zeit mit ihm und dem Deck alleine durchstehen müssen, so Korok. Sie habe ihm den Rücken freigehalten. Korok versprach, künftig Bautätigkeiten verstärkt in den heimischen Garten zu verlegen.