Spundwände am Großen Meer  Marode, morsch und baufällig

Franziska Otto
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Von Franziska Otto
| 22.07.2022 16:36 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
An einigen Stellen bilden sich Pfützen hinter den Spundwänden am Großen Meer. Foto: Franziska Otto
An einigen Stellen bilden sich Pfützen hinter den Spundwänden am Großen Meer. Foto: Franziska Otto
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Die Spundwände am Großen Meer sind in einem schlechten Zustand. Für die Gemeinde könnte das teuer werden.

Südbrookmerland - Sie sind undicht, biegen sich durch oder sind an manchen Stellen sogar komplett weggebrochen: Die Spundwände am Großen Meer sind in einem schlechten Zustand. Sie müssen dringend saniert werden, sagt der Geschäftsführer der Südbrookmerland Touristik GmbH, Simon Willms. Noch ist aber nicht klar, woher das Geld dafür kommen soll.

Nach schadhaften Stellen bei den Spundwänden muss man entlang der Uferkante nicht lange suchen. In der Nähe des Segelclubs entlang bis zur Hundewiese sind sie kaum zu übersehen. Die Erde hinter der Wand ist teilweise aufgeweicht. Sie sackt langsam ab. An manchen Stellen bilden sich sogar Pfützen.

Teilweise sind die Spundwände komplett weggebrochen. Das Wasser schwemmt die Erde weg. Foto: Franziska Otto
Teilweise sind die Spundwände komplett weggebrochen. Das Wasser schwemmt die Erde weg. Foto: Franziska Otto

Hochwasser schadete Spundwänden

Dass die Spundwände in so einem schlechten Zustand sind, liegt unter anderem am Wetter. Bereits in den vergangenen drei Jahren habe man vor allem im Winter hohe Wasserstände gehabt, sagt Willms. Zum Überlaufen hätten dann vier Wochen Hochwasser im Februar geführt. Das Große Meer dient bei erhöhten Niederschlagsmengen als eine Art Rückhaltebecken für die umliegenden Ortschaften.

Das Wasser gelangte hinter die Spundwände und drückte von innen nach außen. Eigentlich dienen sie der Landsicherung. So wird verhindert, dass die Erde vom Wasser weggeschwemmt wird. Genau das passiert aber derzeit am Großen Meer. Besonders schlimm ist es laut dem Geschäftsführer der Touristik GmbH dort, wo der Wind auf die Spundwände trifft. Dazu zählen unter anderem der Bereich bei der Paddel- und Pedalstation und beim Segelclub.

Der Boden senkt sich hinter den Wänden ab. Foto: Franziska Otto
Der Boden senkt sich hinter den Wänden ab. Foto: Franziska Otto

Stück für Stück

Zudem sei der Zustand auch für Besucher des Großen Meeres nicht ganz ungefährlich, so Willms. Sie könnten im Matsch einsinken, stürzen und sich verletzen.

Die Spundwände entlang des Segelclubs sind laut Willms etwa zwischen 15 und 40 Jahre alt. „Sie sind schon länger nicht die besten. Jetzt haben sie aber sehr gelitten“, sagt er. Man müsse sie abschnittsweise Stück für Stück erneuern. Jedes Jahr könne man so 100 bis 200 Meter Wand erneuern. Je nachdem sei man dann in fünf bis zehn Jahren fertig.

Sanierung wird teuer

Ganz billig wird die Sanierung allerdings nicht. 100 Meter Wand kosten nach einer groben Schätzung Willms 50.000 bis 100.000 Euro. Für knapp einen Kilometer Spundwände macht das demnach bis zu einer Million Euro.

Noch ist nicht klar, wer die Kosten für die Erneuerung der Spundwände tragen soll. Eine Förderung vom Land Niedersachsen gibt es nicht, das steht laut Willms schon fest. Die Gemeinde müsse die Kosten übernehmen. Derzeit befinde man sich mit der Verwaltung noch im Gespräch, ein Plan wurde bereits vorgestellt.

Auch die Stege am Großen Meer sind teilweise in einem schlechten Zustand. Manche Bretter mussten ausgebessert werden.
Auch die Stege am Großen Meer sind teilweise in einem schlechten Zustand. Manche Bretter mussten ausgebessert werden.

Flickenteppichstatt Stege

Bei der Erneuerung der Spundwände wird es in Sachen Kosten für die Gemeinde wohl nicht bleiben. Auch viele Stege wurden durch das Hochwasser beschädigt. Die Bretter sind morsch.

Beim Drüberlaufen merkt man deutlich, dass sich die Bretter unter der Last durchbiegen. Einzelne werden laut Willms immer wieder ausgetauscht. Sie stechen im Vergleich zu den alten Brettern geradezu heraus. „Eine Dauerlösung ist das aber nicht.“ Es bilde sich ein Flickenteppich – der auch nicht gut aussehe.

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