Hamburg  Kein Quidditch mehr: Weltverband benennt Sport wegen Trans-Aussagen von J.K. Rowling um

Yannick Kitzinger
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Von Yannick Kitzinger
| 21.07.2022 12:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
In Deutschland gibt es über 40 Teams mit rund 1300 Aktiven, die die von Harry Potter inspirierte Sportart betreiben. Foto: IMAGO IMAGES / Michael Schick
In Deutschland gibt es über 40 Teams mit rund 1300 Aktiven, die die von Harry Potter inspirierte Sportart betreiben. Foto: IMAGO IMAGES / Michael Schick
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Quidditch heißt künftig nicht mehr Quidditch. Die International Quidditch Association will sich mit der Umbenennung von Autorin J.K. Rowling distanzieren. Auch in Deutschland?

In diesem Artikel erfährst Du:

Drei Klatscher, zwei Treiber, ein Sucher und ein Schnatz – wer hierbei an Quidditch denkt, muss sich künftig an einen neuen Namen gewöhnen. Der Internationale Quidditchverband (IQA) hat die Umbenennung des aus der Harry-Potter-Buchreihe inspirierten Sports bekannt gegeben. Künftig soll die Sportart Quadball heißen.

Der Weltverband folgt damit Initiativen aus den USA. Im Dezember hatten zwei der wichtigsten Organisationen des Sports, US Quidditch (USQ) und Major League Quidditch (MLQ), bekannt gegeben, dass sie eine Namensänderung aufgrund von „Sponsoring- und Übertragungsmöglichkeiten“ erwägen. Diese waren zuvor verloren gegangen, weil Warner Bros, Produzent der Filmreihe und Eigentümer der Quidditch-Markenrechte, den Organisationen „finanzielle Hindernisse“ in den Weg gelegt hatte, wie die „New York Times“ berichtet.

Die IQA nannte nun jedoch einen anderen Grund für ihren Namenswechsel. Und zwar die „Anti-Trans-Positionen“ von Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling. „LGBTQ+-Organisationen wie Glaad, die Human Rights Campaign sowie die drei Haupt-Schauspieler/-innen der Harry-Potter-Filme kritisierten Rowlings Einstellung“, heißt es in einer Mitteilung der IQA. Die britische Autorin hatte sich gegen die gesellschaftliche und rechtliche Gleichstellung von Transfrauen mit Frauen ausgesprochen, die bereits mit weiblichen Geschlechtsorganen geboren wurden.

Die IQA informierte unter anderem auf Twitter über die Namensänderung:

Im März 2022 hatte die IQA ein Komitee zur Namensänderung ins Leben gerufen. Der Name Quadball bekam dabei „starke Unterstützung von diversen demografischen Gruppen in mehreren weltweiten Umfragen“, so die IQA. Der Name beziehe sich sowohl auf die Anzahl der Bälle, als auch auf die Anzahl der verschiedenen Spielpositionen in der realen Sportart. „Dies ist ein wichtiger Moment in der Geschichte unseres Sports und ich persönlich bin begeistert, ein Teil dessen sein zu können“, so Chris Lau, Vorsitzender des IQA-Vorstands.

Auch der Deutsche Quidditchbund hat sich in einem Instagram-Post zu der Umbenennung geäußert. „Eines ist sicher, es wird keinen deutschen Namen von Quadball geben. Bisher steht auch noch nicht fest inwieweit andere Begriffe, wie Quaffel und Bludger von der Umbenennung betroffen sind“, heißt es dort.

Hier liest Du das ganze Statement des Deutschen Quidditchbunds:

Im Jahr 2005 hatten Studenten aus Middlebury in den USA das Ballspiel aus dem Universum der Zauberer in die Muggel-Welt übertragen. Inzwischen ist Deutschland nach den USA die Quidditch-Nation Nummer zwei, wie der Deutsche Quidditchbund mitteilte. Es gebe über 40 Teams mit rund 1300 Aktiven. Statt eines fliegenden Besens haben die Teams beim Sprinten, Werfen und Tackling eine Plastikstange als Handicap zwischen den Beinen.

In der Nord-Liga zum Beispiel treten Teams aus Hannover, Braunschweig, Oldenburg, Hamburg und Kiel gegeneinander an. Die Braunschweig Broomicorns zählen zu den Favoriten bei der Deutschen Quidditch-Meisterschaft, die am 1. und 2. Oktober 2022 in Bamberg (Bayern) ausgetragen wird. Wenn Du sehen willst, wie der Sport aussieht, hier ein Video des Länderspiels zwischen Deutschland und Großbritannien aus dem Jahr 2019:

(mit dpa)

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