Energiekrise  Südbrookmerland spart bei Straßenlaternen

Franziska Otto
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Von Franziska Otto
| 20.07.2022 10:13 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Flagge der Gemeinde Südbrookmerland weht am Großen Meer neben einer Laterne. Fotos: Franziska Otto
Die Flagge der Gemeinde Südbrookmerland weht am Großen Meer neben einer Laterne. Fotos: Franziska Otto
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Die Gemeinde Südbrookmerland will Energie sparen. Dafür verzichtet die Verwaltung in diesem Jahr auf neue Laternen. Auch bei Schulen wird bereits gespart.

Südbrookmerland - Bundespolitiker stellen die Bürger bereits auf einen harten Winter ein: Gas könnte knapp, Strom teurer werden. Aus diesem Grund hat die Südbrookmerlander Gemeindeverwaltung einen Entschluss gefasst. Auch sie will Energie sparen – und fängt bei der Beleuchtung an.

Normalerweise steht der Gemeinde jedes Jahr ein Etat von 50.000 Euro für Straßenbeleuchtung zur Verfügung. Am vergangenen Donnerstag sollte im Bauausschuss eigentlich darüber entschieden werden, wo das Geld zum Einsatz kommen soll. Dazu sollte über eingegangene Anträge beraten werden.

„Das wäre ein komplett falsches Signal“

Bürger der Gemeinde haben laut einer Mitteilung der Gemeindeverwaltung bis zur Jahresmitte Zeit, dazu Anregungen und Vorschläge zu unterbreiten. Die Verwaltung bewertet diese und ordnet sie gemäß ihrer Priorität nach einem Punktesystem. Dabei spielen insbesondere Standortfaktoren wie Kreuzungen, Einmündungen und Gefahrenbereiche wie Bushaltestellen und Schulwege eine wesentliche Rolle, heißt es. Dieser Punkt der Tagesordnung wurde im Bauausschuss auf Anraten der Verwaltung aber abgesetzt.

In diesem Jahr soll es keine neuen Laternen geben. Hintergrund ist laut Mitteilung die derzeitige weltweite energiepolitische Situation, heißt es. Jetzt neue Laternen aufzustellen, die zusätzliche Energie verbrauchen, sei mit dem Appell Energie zu sparen nicht vereinbar. „Das wäre ein komplett falsches Signal“, sagte Bürgermeister Thomas Erdwiens den ON.

Ein Trecker fährt auf der Deichhauser Straße in Südbrookmerland. Nachts ist es dort wegen fehlender Laternen weitgehend düster.
Ein Trecker fährt auf der Deichhauser Straße in Südbrookmerland. Nachts ist es dort wegen fehlender Laternen weitgehend düster.

Betrag wird möglicherweise eingespart

Die Sicherheit der Bürger soll durch die eingesparten Laternen nicht gefährdet werden, sagte Erdwiens. Bei den Standorten gehe es vorrangig um Wohngebiete und die bessere Erkennbarkeit von Einmündungen.

Ob die im Haushalt vorgesehenen 50.000 Euro im kommenden Jahr den Etat für die Straßenbeleuchtung aufstocken, konnte der Bürgermeister noch nicht sagen. Darüber müsse die Politik entscheiden, sagte er. Möglich sei sowohl ein Aufschlag des kompletten Betrags als auch eine vollständige Einsparung.

Über die Ferien abgeschaltet

Nicht nur bei der Beleuchtung will die Gemeinde künftig sparen. „Wir befinden uns derzeit in der Feinabstimmung verschiedener Maßnahmen“, sagte der Bürgermeister. Spontan habe man sich dazu entschieden, die Blockheizkraftwerke in den Schulen im Gemeindegebiet über die Sommerferien abzuschalten. Zwar würden die Gebäude aktuell sowieso nicht beheizt. Jedoch laufe die Warmwasseraufbereitung immer weiter.

Wie viel Energie konkret durch die Abschaltung der Blockheizkraftwerke eingespart werden kann, konnte der zuständige Fachbereichsleiter Frank Süßen nicht beantworten. Aus einem einfachen Grund: Man habe bei der Umsetzung schnell handeln müssen, sagte Süßen. „Es ist jetzt wichtig, den Betrieb einzustellen, damit der Energieverbrauch sinkt.“ Immerhin könne man die Anlagen nur eine begrenzte Zeit abschalten. Pünktlich zum Ferienbeginn müssten sie schließlich wieder anlaufen. Deshalb sei keine Zeit für Berechnungen für die Einsparungen gewesen.

Weitere Maßnahmen geplant

Erst nach den Sommerferien soll laut Erdwiens die Entscheidung darüber fallen, ob die Beleuchtungszeiten der bereits vorhandenen Straßenlaternen verkürzt werden. Auch andere Städte und Gemeinden erwägen ähnliche Schritte. Die Stadt Füssen plant laut Medienberichten, dass sich die Laternen statt um 23 Uhr bereits um 22 Uhr abschalten. Bei anderen wird wiederum die Leistung gedimmt.

Bisher gibt es in Südbrookmerland dazu nur Überlegungen. Man könne nicht überall die Beleuchtung früher abschalten, sagte Erdwiens. Gefahrenpunkte müssten berücksichtigt werden.

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