Tausende suchen Abkühlung  Viele Besucher und nur wenige Rettungsschwimmer in Aurich

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 19.07.2022 19:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Brechend voll war der Strand am Badesee Tannenhausen am Dienstagnachmittag. Foto: Heino Hermanns
Brechend voll war der Strand am Badesee Tannenhausen am Dienstagnachmittag. Foto: Heino Hermanns
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Bei Temperaturen von weit über 30 Grad zog es Auricher und Urlauber nach Tannenhausen zum Badesee. Das brachte mehrere Probleme mit sich.

Aurich - Zwei Ziele hatten Einheimische wie Urlauber am Dienstagmorgen vor allem. Wer Zeit hatte, fuhr entweder in das Auricher Freibad „De Baalje“ oder zum Badesee nach Tannenhausen. Im „De Baalje“ war es bereits am Vormittag relativ voll. Der große Ansturm stand da noch bevor. Und in Tannenhausen gab es ab der Mittagszeit so gut wie keine Parkplätze mehr, was schließlich zu Problemen führte.

Wild geparkt wurde am Dienstag auf dem Parkplatz am Badesee. Ordnungsamt und Polizei mussten einschreiten. Foto: Heino Hermanns
Wild geparkt wurde am Dienstag auf dem Parkplatz am Badesee. Ordnungsamt und Polizei mussten einschreiten. Foto: Heino Hermanns

Denn im Gegensatz zu früheren Jahren hatte die Stadt Aurich die große Wiese, die als Parkplatz dient, nicht mit Flatterband unterteilt. Es war nicht klar ersichtlich, wie auf der großen Fläche die Wagen abgestellt werden sollten. Auch Einweiser waren nicht vorhanden. Die Folge: Solange es noch genug Platz gab, stellten die Fahrer ihre Autos in Reih und Glied auf. Zufahrten blieben frei. Das änderte sich aber schnell am Nachmittag. Fahrzeuge standen im Halteverbot entlang der Zufahrtstraßen zum Parkplatz. Auch umliegende Straßen wurden zugeparkt. Eine Politesse der Stadt verteilte in der glühenden Sonne ein Knöllchen nach dem anderen.

Alle Politessen im Einsatz

Schließlich waren auch die zuvor noch frei gehaltenen Gassen dicht. Wer seinen Wagen in der Mitte der Wiese abgestellt hatte, konnte von Glück sagen, wenn dieser nicht zugestellt worden war. Das Verlassen der Wiese dauerte dann längere Zeit. Denn zunächst musste überhaupt ein Weg zwischen dem vielen Blech gefunden werden. Das führte zu heiklen Situationen. Zu groß durften die Autos an einigen Durchfahrtstellen nicht sein, da sonst überhaupt kein Durchkommen möglich gewesen wäre.

Autoschau am Badesee Tannenhausen. Foto: Alessandro Cipolla
Autoschau am Badesee Tannenhausen. Foto: Alessandro Cipolla

Schließlich wurden alle Politessen der Stadt, drei Sachbearbeiter des Ordnungsamtes sowie die Polizei nach Tannenhausen beordert, um die Situation aufzulösen. Das bestätigte Stadtsprecher Johann Stromann auf ON-Anfrage. Ab Mittwoch sollen demnach auch die Parkbereiche mit Flatterband gekennzeichnet werden. Warum das im Vorfeld trotz der Wettervorhersage nicht geschehen ist, konnte Stromann am Dienstagnachmittag nicht klären.

DLRG hisst rote Flagge: Badeverbot

Probleme gab es auch direkt am Wasser. Dort war die DLRG Aurich im Einsatz, um auf die Badenden aufzupassen und im Notfall einzugreifen. Dennoch wurde die rote Flagge gehisst – Badeverbot. Theoretisch hätten alle Besucher den Badesee verlassen müssen. Angesichts der Hitze blieb es natürlich bei der Theorie. Gehisst wurde die rote Flagge aber zur Absicherung der DLRG. Denn es waren zeitweise nicht genügend Rettungsschwimmer vor Ort angesichts der Menge an Besuchern.

Wegen der Corona-Pandemie wurden zu wenig Rettungsschwimmer ausgebildet. Foto: Heino Hermanns
Wegen der Corona-Pandemie wurden zu wenig Rettungsschwimmer ausgebildet. Foto: Heino Hermanns

Julia Austen ist bei der DLRG Aurich zuständig für die Einteilung der Rettungsschwimmer am Badesee Tannenhausen. Im besten Fall sollen dort fünf Rettungsschwimmer sowie zwei Nachwuchskräfte im Einsatz sein. Am Dienstag fehlte ein Rettungsschwimmer – deswegen wurde die rote Flagge gehisst. „Das sind die Auswirkungen von Corona“, sagt Julia Austen auf ON-Anfrage. Denn es seien in den vergangenen beiden Jahren schlicht zu wenig Rettungsschwimmer ausgebildet worden. Ebenso wie bei normalen Schwimmkursen seien auch zu viele Kurse für Rettungsschwimmer ausgefallen. „Und nun fehlen uns die Wachgänger.“ In Dornumersiel habe das dazu geführt, dass das Freibad erst mit Verspätung geöffnet werden konnte. Erst, nachdem Rettungsschwimmer von Julia Austen ausgebildet worden sind, konnte das Bad an der Küste öffnen.

Im Mai hatte die DLRG für den gesamten Norden einen Mangel an Rettungsschwimmern gemeldet. Ein Viertel der offenen Stellen konnte in der Vorsaison nicht besetzt werden. In den Ferien ist die Lage besser, weil dann Schüler eingesetzt werden können.

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