Berlin  Bundesregierung zieht Wärmepumpenpflicht zurück

Sören Becker
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Von Sören Becker
| 19.07.2022 18:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Eine Wärmepumpe Foto: dpa/Andrea Warnecke
Eine Wärmepumpe Foto: dpa/Andrea Warnecke
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Die Bundesregierung wollte ab 2024 eigentlich Wärmepumpen verpflichtend machen. Das soll nun nicht kommen. Stattdessen soll es mehrere Möglichkeiten geben.

Die Bundesregierung nimmt Druck vom Kessel. Ab 2024 sollte der Einbau von reinen Öl- und Gasheizungen eigentlich verboten werden. Das wäre zumindest die Konsequenz aus der geplanten Vorschrift gewesen, mindestens 65 Prozent der Heizenergie aus Erneuerbaren Energien zu beziehen. Diese Pläne haben sich nun geändert, wie aus einem Thesenpapier des Bauministeriums hervorgeht.

Die Vorschrift hätte wohl in den allermeisten Fällen eine Wärmepumpe nötig gemacht. Diese können bei schlecht gedämmten Häusern allerdings schnell zum Stromschlucker werden. Zudem wissen viele Handwerker nicht, wie man sie einbaut. Diese Schwachstellen hatten für Kritik von Bauexperten gesorgt.

Zudem war die Bundesregierung davon ausgegangen, dass der Strom für die Wärmepumpe zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Bis das geschafft ist, dürfte es jedoch noch Jahrzehnte dauern. Nun soll es fünf weitere Möglichkeiten geben, das 65-Prozent-Ziel zu erfüllen.

„Eine Hybridheizung bietet sich an, wenn zwar der Einbau einer Wärmepumpe grundsätzlich möglich ist, das Gebäude jedoch bis zu einer energetischen Sanierung noch einen höheren Heizbedarf hat, der insbesondere in Spitzenzeiten schwierig mit der Wärmepumpe gedeckt werden kann“, schreibt das Bauministerium.

Des weiteren räumt die Regierung eine ursprünglich nicht vorgesehene Übergangsfrist ein. „In den Fällen von Heizungshavarien, muss die Pflicht zur Erfüllung der 65-Prozent-EE-Vorgabe ausnahmsweise nicht sofort beim Heizungseinbau, sondern erst innerhalb von drei Jahren nach dem Austausch erfüllt werden“, heißt es im Thesenpapier. So wäre es während der Übergangszeit etwa möglich, eine Öl- und Gasheizung einzubauen und diese dann innerhalb von drei Jahren durch eine umweltfreundliche zu ersetzen.

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