Wasserqualität am Großen Meer Kaum Keime im Wasser
Die Wasserqualität am Großen Meer ist ausgezeichnet – bestätigt von der Europäischen Umweltagentur. Allerdings war das nicht immer so.
Südbrookmerland - Gute Nachrichten pünktlich zum Beginn der Hitzewelle in Ostfriesland: Die Wasserqualität am Großen Meer wurde von der Europäischen Umweltagentur mit der Bestwertung „ausgezeichnet“ versehen. Das teilte das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung am Montag mit. Auch andere Badestellen im Landkreis Aurich erhielten die Bestnote.
Neben dem Großen Meer wurden zum Beispiel auch die Wasserqualität am Badesee in Tannenhausen und bei der Freizeitanlage Doornkaatsweg in Norden mit „ausgezeichnet“ bewertet. Und sie sind nicht die einzigen: Fast alle EU-Badestellen im Landkreis Aurich erhielten die Bestnote. Nur der Nordseestrand in Neßmersiel fällt mit der Einstufung „gut“ etwas ab. Die Europäische Umweltagentur prüft regelmäßig die Wasserqualität von EU-Badestellen. Dabei werden sie auf sogenannte Indikatorkeime untersucht. Eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des Rates legt fest, wie hoch die Konzentration mit bestimmten Keimen sein darf. Anhand dessen wird die Bewertung festgelegt.
Keime geben Hinweise auf weitere Krankheitserreger
Zu den untersuchten Keimen gehören demnach Intestinale Enterokokken und Escherichia coli. Enterokokken können bei immungeschwächten Menschen Infektionen auslösen. Sie gelten als Ursache für Harnwegsinfekte, Wundinfektionen und Sepsis. Die sogenannten E-Coli-Bakterien können bei der Aufnahme zu Durchfällen, Übelkeit und Bauchschmerzen führen.
Durch die Untersuchung dieser beiden Indikatorkeime kann das jeweilige Gesundheitsamt insbesondere Hinweise auf fäkale Verunreinigungen erhalten. Hohe Messzahlen zeigen demnach die Möglichkeit an, dass auch Krankheitserreger in erhöhtem Maß vorhanden sind.
Gefahr von Blaualgen
Die Bestnote erhält das Große Meer nicht zum ersten Mal. Seit 2013 schnitt es bei der Bewertung mit „ausgezeichnet“ ab. Davor sah das allerdings anders aus. von 2008 bis 2012 stellten die Prüfer eine gute Qualität fest – vor 1996 wurden die Grenzwerte allerdings überschritten.
Neben den guten Nachrichten zur Wasserqualität warnt das Niedersächsische Gesundheitsministerium allerdings vor Blaualgen. Gerade in Zeiten hoher Temperaturen könnten sie demnach vermehrt auftreten. „Da sich eine Blaualgenblüte im Verlauf eines Tages entwickeln oder neu an einer Badestelle auftreten kann, empfiehlt es sich, immer vor Ort die Augen aufzuhalten. Es gilt die Faustregel: Wenn man im knietiefen Wasser seine Füße nicht mehr erkennen kann, lieber nicht mehr baden und planschen. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn grünliche Verfärbungen des Wassers die Ursache sind oder Schlierenbildung im Wasser auftritt“, wird NLGA-Präsident Dr. Fabian Feil in der Mitteilung zitiert.
Großes Meer nicht immer „ausgezeichnet“
Laut dem Niedersächsischen Badegewässer-Atlas kamen im Großen Meer in den vergangenen Jahren gelegentlich Blaualgen, auch Cyanobakterien genannt, vor. Für die kommenden Jahre wird das Potenzial mit „mittel“ angegeben, heißt es. Demnach wurden vor Ort Hinweisschilder aufgestellt, die auf die Gefahren hinweisen.
Cyanobakterien produzieren unter anderem Gifte, die für den Menschen gesundheitsgefährdend sein können. Beim Baden können allergische Hautreaktionen und Entzündungen entstehen. Verschluckt man Blaualgenhaltiges Wasser kann es zudem zu Magen-Darm-Infektionen kommen.
Damit beim Baden auch alles gut geht, hat das Gesundheitsministerium noch einige Hinweise zusammengestellt. So sollte man bewachte Badestellen bevorzugen und nicht in unbekannte Gewässer springen. Hinweisschilder sollen ernstgenommen und auf Alkohol beim Schwimmen verzichtet werden. In trüben Seen sollte man das Baden wegen der Unfallgefahr lieber gleich bleibenlassen.