Veterinäramt im Einsatz  Missstände in Flachsmeer – Tierärzte fangen 48 Tiere ein

Carsten Ammermann
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Von Carsten Ammermann
| 20.07.2022 12:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die gefangenen 48 Tiere wurden vom Veterinäramt am Montagvormittag anderweitig untergebracht. Foto: Ammermann
Die gefangenen 48 Tiere wurden vom Veterinäramt am Montagvormittag anderweitig untergebracht. Foto: Ammermann
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Das Leeraner Veterinäramt spricht nach der Überprüfung von kranken Katzen und von Hygienemängeln. Der Halterin war zum 1. Juni ein Tierhaltungsverbot ausgesprochen worden.

Flachsmeer - Mit einem Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Leer haben am Montagvormittag Mitarbeiter des Leeraner Veterinäramts ein zum 1. Juli erteiltes Tierhaltungsverbot bei Monika Hübner aus Flachsmeer überprüft. Vor Ort waren vier amtliche Tierärzte, ein Verwaltungsmitarbeiter, ein unabhängiger Zeuge und die Polizei, die in dem Fall um Amtshilfe gebeten worden war.

Im Anschluss der Überprüfung sprach das zuständige Veterinäramt von „erheblichen Missständen und von Hygienemängeln“. Laut Kreisbehörde wurden auch kranke Katzen mit Hinweisen auf Katzenschnupfen und Durchfall sowie magere Katzen im Wohngebäude und im Freien festgestellt.

Auch die Polizei war vor Ort. Die Beamten leisteten den Mitarbeitern des Veterinäramtes Amtshilfe. Foto: Ammermann
Auch die Polizei war vor Ort. Die Beamten leisteten den Mitarbeitern des Veterinäramtes Amtshilfe. Foto: Ammermann

Behörde kündigt weitere Kontrollen an

Obwohl ein Tierhaltungsverbot vorlag, wurden nach Auskunft des Veterinäramtes 48 Katzen und zwei Kaninchen eingefangen, die nun von der Behörde anderweitig untergebracht, tierärztlich untersucht und gegebenenfalls tierärztlich behandelt werden. „Da noch Katzen vor Ort waren, wurde der in der Verfügung angedrohte sogenannte unmittelbare Zwang im Sinne einer Fortnahme der Tiere umgesetzt“, teilte eine Sprecherin des Landkreises Leer auf Anfrage mit.

Die Kreissprecherin führte weiter aus, dass die Kosten für die Fortnahme und Unterbringung sowie tierärztliche Behandlung von den Tierhaltern getragen werden müssen. „In Zukunft wird es weitere Nachkontrollen geben müssen, um zu prüfen, ob das Tierhalteverbot eingehalten wird“, heißt es weiter.

Betroffene zeigt sich vom Vorgehen überrascht

Monika Hübner, die sich selber als Katzenfreundin bezeichnet, zeigte sich vom Vorgehen des Veterinäramtes und der Polizei überrascht. „Das Veterinäramt hat in der Vergangenheit auf meine Schreiben nicht reagiert“, sagte Hübner.

Sie machte deutlich, dass sie sich seit vielen Jahren unter anderem um trächtige Katzen, um Wildkatzen und und um ihre Babys gekümmert habe. Sie könne nicht nachvollziehen, warum das Veterinäramt ihr ein Tierhaltungsverbot auferlegt habe, und warum man ihr die Tiere jetzt wegnehmen würde. „Die Tiere gehören mir gar nicht mehr, sie sind nicht mehr in meinem Eigentum. Es gibt Kauf- und Schenkungsverträge“, sagte Hübner. Sie versorge momentan die Katzen nur noch.

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