Stadtentwicklung  Stadt Aurich muss Kasernenplanung umwerfen

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 18.07.2022 16:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
An der Stelle des alten Unteroffiziersheimes soll ein Regenrückhaltebecken entstehen. Foto: Heino Hermanns
An der Stelle des alten Unteroffiziersheimes soll ein Regenrückhaltebecken entstehen. Foto: Heino Hermanns
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Der Landkreis Aurich will die ehemalige Blücherkaserne als Unterkunft für Ukraine-Flüchtlinge nutzen. Die Stadt Aurich hat noch Gesprächsbedarf.

Aurich - Zum zweiten Mal muss die Stadt Aurich ihre Pläne für das Kasernengelände einfrieren. Denn zum zweiten Mal nach 2015 werden die Gebäude für Flüchtlinge benötigt. Der Landkreis Aurich hat bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) beantragt, fast alle Häuser auf dem Gelände auf unbestimmte Zeit nutzen zu dürfen.

Noch im März, drei Wochen nach dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine, ging man in der Stadt nicht davon aus, dass die Kaserne für Kriegsflüchtlinge benötigt werden könnte. Auch im Juni, als der Bebauungsplan erstmals ausgelegt wurde und der städtebauliche Vertrag mit dem Investor kurz vor dem Abschluss stand, wähnte man sich bei der Stadt sicher. Die Ernüchterung kam am Freitagmittag durch einen Anruf des Ersten Kreisrates Dr. Frank Puchert bei Bürgermeister Horst Feddermann. Er teilte ihm mit, dass die Kaserne als Unterkunft fast komplett benötigt werden würde.

Filetstück der Kaserne wird zurückgehalten

Nach Ansicht von Horst Feddermann ist es angesichts der Ereignisse in der Ukraine selbstverständlich, dass alle einen Beitrag leisten müssen. Das sagt er auf ON-Anfrage. Allerdings müssten nun noch mit dem Landkreis Gespräche geführt werden, ob tatsächlich alle Gebäude benötigt würden. Denn im Bebauungsplan seien zum Beispiel Regenrückhaltebecken vorgesehen an Stellen, an denen jetzt noch Gebäude stehen. Ein Beispiel sei das Unteroffiziersheim, das eigentlich demnächst abgerissen werden sollte. Wenn es an der Stelle nicht weitergehe, könnte die Stadt Probleme mit den Fördermitteln bekommen, so Feddermann.

Es ist seiner Ansicht nach auch nicht denkbar, dass die Stadt erst an anderer Stelle auf dem Kasernengelände mit der Bebauung beginnt. So könnte die Brachfläche am Hoheberger Weg theoretisch vermarktet und relativ rasch bebaut werden. „Dann werden wir die Gebäudebestände aber nicht mehr los“, fürchtet der Bürgermeister. Denn bei der Fläche handele es sich um das Filetstück des Kasernengeländes, das so lange wie möglich zurückgehalten werden sollte. „Wir haben auch noch in anderen Bereichen der Stadt Flächen für den Wohnungsbau“, sagt Feddermann. Es sei eben nur wichtig, die Fördermittel nicht zu verlieren und zügig einen Bebauungsplan über das Kasernengelände zu legen.

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