Berlin  Grafik: Corona-Krise hat den Welt-Hunger drastisch verschärft

Alexander Barklage
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Von Alexander Barklage
| 17.07.2022 15:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Zwei junge Mädchen ziehen Wasserbehälter auf dem Rückweg zu ihren Hütten. Besonders in Afrika hat sich die Situation in Sachen Hunger drastisch verschlechtert. Foto: dpa/AP
Zwei junge Mädchen ziehen Wasserbehälter auf dem Rückweg zu ihren Hütten. Besonders in Afrika hat sich die Situation in Sachen Hunger drastisch verschlechtert. Foto: dpa/AP
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Die Zahl der Menschen, die weltweit von Hunger betroffen sind, ist im vergangenen Jahr angestiegen. Grund dafür war vor allem die Corona-Krise, aber auch der Klimawandel.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) ist äußerst besorgt angesichts einer weltweit steigenden Zahl von hungernden Menschen. Allein in Afrika hätten rund 346 Millionen Menschen nicht genug zu essen - das sei ein Viertel der Bevölkerung des Kontinents, warnte das IKRK. „Bewaffnete Konflikte, politische Instabilität, Klimaschocks und Auswirkungen der Covid-19-Pandemie haben die Kapazitäten geschwächt, Schocks auszuhalten und sich von ihnen zu erholen“, sagte IKRK-Generaldirektor Robert Mardini über die Situation in Teilen Afrikas und des Mittleren Ostens. Die Folgen des Ukraine-Krieges hätten die Lage sogar noch verschlechtert.

Diese besorgniserregenden Zahlen decken sich auch mit dem aktuellen Bericht der Vereinten Nationen - bis zu 828 Millionen Menschen könnten von Hunger betroffen sein. Das entspricht einem „Anstieg von 46 Millionen seit 2020 und von 150 Millionen seit dem Beginn der COVID-19 Pandemie.“

Wie die Grafik zeigt, ist vor allem der afrikanische Kontinent betroffen. Mittlerweile sind rund 58 Prozent der Bevölkerung von Ernährungsunsicherheit betroffen. Im Gegensatz zur Vor-Corona-Zeit 2019 ist das ein Anstieg von 5,4 Prozent. In Lateinamerika und der Karibik ist die Ernährungsunsicherheit im Gegensatz zu 2019 sogar noch deutlicher angestiegen (8,9 Prozent).

Neben der Corona-Krise beeinflussten besonders der Klimawandel und auch der Krieg in der Ukraine den Welt-Hunger negativ.

Auch die große Dürre in Teilen Afrika wiegt aktuell schwer: „Die Lage ist dringend, und das Zeitfenster zum Handeln wird enger“, warnte Mardini vor dem Risiko einer humanitären Krise „mit unvorstellbaren menschlichen Kosten“.

Besonders schlimm sei die Lage in Ländern, die bereits seit Jahren unter Krieg, Instabilität und bewaffneten Konflikten litten, etwa in Syrien, im Jemen, in Mali, Somalia, Afghanistan und Äthiopien. Der Anstieg der Lebensmittelpreise infolge des Ukraine-Krieges treffe diejenigen besonders hart, die ohnehin verwundbar seien.

So erhielt Somalia mehr als 90 Prozent seines Weizens aus Russland oder der Ukraine, wie es hieß. Im Jemen habe die Hälfte der Bevölkerung nicht genug zu essen. Zudem litten Teile Afrikas unter der schwersten Dürre seit 40 Jahren.

mit dpa-Material

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