Denkmal-Trio in Hüllenerfehn Drei Steine zur Erinnerung
Auf dem Jann-Dieken-Frieling-Platz in dem kleinen Dorf Hüllenerfehn stehen gleich drei Gedenksteine. Hinter jedem Denkmal steckt eine Geschichte.
Hüllenerfehn - Drei Gedenksteine auf einem Platz sind eher ungewöhnlich und doch weisen in Hüllersfehn eben diese drei auf besondere Ereignisse hin: Auf dem Jann-Dieken-Frieling-Platz stehen nebeneinander ein Gedenkstein für den Namensgeber, ein weiterer weist auf die Flurbereinigung hin und der dritte auf 375 Jahre Hüllenerfehn.
Dort, wo die drei Denkmäler stehen, blühten einst zur Freude der Dorfbewohner unzählige Dahlien in einer bunten Farbenpracht. Gepflanzt, gehegt und gepflegt von Jann-Dieken-Frieling. Er hatte einen Blick für die Natur und liebte Blumen über alles. Ihm zu ehren wurde der Gedenkstein 2008 enthüllt. Jann-Dieken Frieling habe durch seine Originalität einen bleibenden Eindruck hinterlassen, erzählte Hinrich Tjaden, damaliger Ortsbürgermeister, kürzlich in einem Gespräch mit den Ostfriesischen Nachrichten. „Mit dem Platz sollte über seine Lebenszeit hinaus ein Ort geschaffen werden, wo seine Person Beachtung findet. Das ist uns sicher gelungen. Der Stein wird in vielen Jahren immer noch hier liegen“, erklärte Hinrich Tjaden das damalige Ansinnen.
Heimatdichter und Dalhlien-Liebhaber
Jann-Dieken Frieling war Landwirt und ein bekannter und geschätzter Heimatdichter, der am 24. März 1915 in Westersander geboren wurde und im November 2004 im Alter von 89 Jahren starb. Er schrieb gerne Gedichte, Lieder und Geschichten. Vieles, was seinen Alltag und seine Umgebung ausmachte, erfasste er zur Freude seiner Mitmenschen in Worte und Reime. Zudem brachte er sich in Vereinen und Organisationen ein, manchmal auch kritisch. „In Sitzungen und auf Veranstaltungen fand er nicht immer nur Zustimmung“, so Hinrich Tjaden. Aber das habe ihn wenig beeindruckte. „Er ging immer geradeaus seinen Weg, er war eben ein Original“, ergänzt er.
Ein Jahr nach der Enthüllung des ersten Denkmals wurde 2009 in einem Festakt die fast 21 Jahre dauernde Flurbereinigung für Landwirtschaft und Naturschutz in den Ortschaften Ihlowerhörn, Hüllenerfehn, Lübbertsfehn und Westersander gefeiert. Auf dem Jann-Dieken-Frieling-Platz in Hüllenerfehn enthüllten Ulrich Vorholt, Referatsleiter im Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, und Heiko Albers, Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft der Flurbereinigung Hüllenerfehn, seinerzeit den Erinnerungsstein, der bis heute an den Abschluss des langwierigen Prozesses erinnert. Die Kosten der Flurbereinigung beliefen sich auf etwa 2.860.000 Millionen Euro.
Jubiläumsjahr mit vielen Feiern
Der jüngste Gedenkstein erinnert an 375 Jahre Hüllenerfehn. Die nach wie vor sehr intakte Dorfgemeinschaft entzündete im Jubiläumsjahr zunächst ein Osterfeuer, stellte einen Maibaum auf und begab sich auf eine Fahrradrallye. Der Höhepunkt waren aber die Festtage am 26. und 27. Juli 2014 unter dem Motto ,,Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft“.
Der damalige Ihlower Bürgermeister Johann Börgmann und der Hüllenerfehntjer Wolfgang Albers, der sich schon in jungen Jahren um sein Dorf sehr verdient gemacht hat, enthüllten auf dem Jann-Dieken-Frieling-Platz einen weiteren Gedenkstein. Der von Wolfgang Albers entworfene Stein hält die Erinnerung an die interessante Geschichte Hüllenerfehns fest. Helga Albers und Gerd Joosten brachten während eines Festaktes auf dem Hof von Heiko Albers den Gästen die Entwicklung Hüllenerfehns in den fast vier Jahrhunderten näher.
Erste Besiedelung des Dorfes
Der Ursprung des Dorfes, so beschreibt es Gerd Joosten in einer nachträglich erstellten „Festzeitschrift“, begann in der Gegend um Hüllenerfehn mit der Kultivierung des Moor- und Sumpfgebietes um 1639, nachdem der Emder Bürger Rudolf Pott 100 Diemat „Morast“ auf Erbpacht von Graf Ulrich II. von Ostfriesland erworben hatte. Mit Plattenbooten wurde der ausgegrabene Torf über Kanäle nach Emden transportiert, auf dem Rückweg wurde fruchtbarer Schlick zur Bodenverbesserung mit zurückgebracht.
Die erste Besiedelung begann vom „Hüllener Kroog“, das durchaus das erste Haus in Hüllenerfehn gewesen sein kann. Auf einer Kartenskizze aus dem Jahre 1649 ist das Krooghaus als Pottshaus eingezeichnet. 1676 bewohnten neun Kolonisten als Untererbpächter Hüllenerfehn, später wohnten um die 20 Kolonisten mit ihren Familien in dem Ort, ist in dem aufschlussreichen Heftchen zu lesen.
Hüllenerfehn hat sich im Laufe der Jahrhunderte neben Westersander und Lübbertsfehn zu einem festen und wichtigen Bestandteil der Ortschaft Ihlowerhörn sowie der Gemeinde Ihlow entwickelt mit einer seit einigen Monaten eigenen kreierten Fahne, die überall im Dorf vor den Häusern und neuerdings auch auf dem Jann-Dieken-Frieling-Platz weht.