Sylt  Lindner-Hochzeit: Trüffeldressing und goldene Ballons bei Party auf Sylt

Lea Sarah Pischel
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Von Lea Sarah Pischel
| 10.07.2022 17:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Sansibar-Chef Herbert Seckler. Foto: Lea Sarah Pischel
Sansibar-Chef Herbert Seckler. Foto: Lea Sarah Pischel
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Höhepunkt des dreitägigen Hochzeits-Marathons von FDP-Chef Christian Lindner und seiner Frau Franca Lehfeldt war am Samstag die große Party in der Sansibar. Bekannt war dazu vorab wenig: Kultwirt Herbert Seckler hat jetzt mit uns über das Menü, das Outfit von Lehfeldt und das BKA im Restaurant gesprochen

Wochenlang war in vielen deutschen Medien über die dreitägige Hochzeits-Sause von Bundesfinanzminister Christian Lindner und seiner Frau Franca Lehfeldt berichtet worden: Über die Gästeliste, das Hochzeitskleid der Braut und die Party-Locations. Vieles blieb dabei zunächst Spekulation, denn aus Sicherheitsgründen waren vorab nur wenige Fakten bekannt. Grund dafür ist unter anderem, dass unter den Hochzeitsgästen mit Bundeskanzler Olaf Scholz und dessen Frau, die brandenburgische Bildungsministerin Britta Ernst (beide SPD), Bundestagsvize Wolfgang Kubicki (FDP) und CDU-Chef Friedrich Merz die deutsche Polit-Elite eingeladen war. Auch der aus der TV-Sendung „Die Höhle des Löwen“ bekannte Unternehmer Frank Thelen gehörte zu den Gästen.

Am Tag nach der Hochzeit darf geplaudert werden: Im exklusiven Interview mit shz.de verrät Sansibar-Chef Herbert Seckler jetzt, was die prominente Gesellschaft am Samstagabend serviert bekam, wo die Braut saß, warum der Bundeskanzler von seinem Platz einen guten Blick hatte und wie lange gefeiert wurde.

Herr Seckler, die wichtigste Frage zuerst: Was gab es zu essen? Die haben unser Standardprogramm bekommen, das gleiche wie zu Silvester – da war das Brautpaar auch bei uns: Verschiedene Vorspeisen [Rote-Beete-Carpaccio mit Parmesan und Trüffeldressing; Büffelmozzarella mit Strauchtomaten; Beef Tatar auf Crème fraîche; Knoblauchbrot; Sashimi; Sushi; Pimentos de Padron, Anm. d. Red.], dann Fisch, Fleisch und später der Nachtisch. Wie wir das immer machen. Die Weine hat das Brautpaar vorher ausgesucht – welche das waren, darf ich nicht verraten. Vorher gab es einen Aperitif-Empfang.

Wann ging es los? Die Gäste kamen fast alle auf einem Mal – direkt nach der Kirche, so gegen 19 Uhr. Aber so richtig auf die Uhr geschaut habe ich irgendwann nicht mehr.

Und haben Sie mit dem Brautpaar gesprochen und es beglückwünscht? Ja, das sind ganz tolle Gastgeber. Es ist ein wirklich sehr nettes Ehepaar. Da kann ich jetzt kein Haar in der Suppe finden (schmunzelt).

Wie lange dauerte das Essen? Bei Hochzeiten reden ja immer viele Menschen, dadurch hatten wir Pausen. Das Ehepaar bestimmt, wann und wie lange die Reden dauern. Auch der Kanzler hat eine Rede gehalten. Und da passen wir uns an. Ich habe den Ablauf zeitweise mit überwacht.

Haben Sie mit dem Kanzler gesprochen? Was hat er in seiner Rede gesagt? Darüber sage ich nichts.

Und wer hat neben wem gesessen? Lehfeldt saß mit ihrem Mann sowie ihrer und seiner Familie an einem Tisch in der Mitte: Die Braut soll immer zentral sitzen, damit jeder sie sehen kann. Olaf Scholz hatte einen ganz tollen Tisch und tolle Leute um sich herum. Das war ganz passend.

Und die Braut? Hat sie das hoch geschlitzte, lange Brautkleid aus der Kirche am Abend gegen ein anderes Kleid getauscht? Oder das lange Teil abgenommen? Nein, das blieb. Als ich gegen Mitternacht gegangen bin, hatte sie noch das Hochzeitskleid aus der Kirche an. Ob sich das später geändert hat, als alle getanzt haben, weiß ich natürlich nicht.

Wie war die Sansibar am Samstagabend geschmückt? Gab es weiße Tischdecken? Die ganze Decke war mit goldenen und silbernen Luftballons geschmückt. Dazu hingen überall Girlanden. Tischdecken gab es nicht - es war alles wie immer. Besondere Aktionen wie Spiele gab es nicht.

Und wer hat für Musik gesorgt? Der Sylter DJ „Mozart“ Markus Hoefferer hat am Samstag Musik gemacht. Der kann das wirklich gut.

Waren Sie die ganze Nacht bei der Party dabei? Bis zwölf oder halb eins war ich da. Dann bin ich gegangen. Für die Gäste gab es aber keine Grenze: Bis morgens wurde noch getanzt.

Ist alles so gelaufen, wie Sie es geplant hatten? Das war mega und ganz, ganz schön. Was mich unglaublich beindruckt hat, sind diese Polizeikräfte und diese BKA-Leute. Die sind sehr freundlich und beeindruckend professionell. Die machen einen Weltklassejob.

Wie haben Sie während der Hochzeit mit denen zusammengearbeitet? Die haben vorher mit Spürhunden nach Bomben gesucht. Die waren den ganzen Samstag da.

Haben die BKA-Leute die ganze Nacht vor der Restaurant-Tür gestanden? Und Personenschützer neben Olaf Scholz? Nein, nein: Die sitzen in verschiedenen Ecken im Restaurant und beobachten. Viele waren auch draußen, am Strand und vor dem Restaurant. Die machen das überprofessionell: Man sieht sie nicht so im Lokal. Nur wenn man raus geht. Das ist eine sensationell tolle entspannte Lage. Aber so einen Knopf im Ohr möchte ich persönlich nicht haben (lacht).

Durften die Gäste am Samstagabend überall im Lokal herumlaufen und zum Beispiel auch an den Strand? Ja klar, die durften sich frei bewegen. Im Restaurant waren ja nur Bekannte und Freunde des Brautpaares. Die Gäste durften alles. Aber es war ja gestern kalt und windig und hat kurz geregnet. Da sind nicht viele spazieren gegangen in ihrem Abendkleid.

Sind Sie jetzt froh, dass alles vorbei ist? Es war eigentlich eine mega, mega entspannte Geschichte. So große Feiern mit 140 Leuten machen wir allerdings nur ganz, ganz selten, weil ich mein normales Publikum auch bedienen will. Und mit solchen Feiern blockiert man halt alles. Aber das kann man immer mal machen in Einzelfällen – es hat sehr viel Spaß gemacht.

Ein bisschen erleichtert klingen Sie heute, am Sonntag nach der Party, aber trotzdem. Ja, ein bisschen. Aber wir machen das ja nicht zum ersten Mal. Mit dem großen BKA-Aufgebot war es aber schon etwas anderes und neu. Aber abgesehen davon ist es vergleichbar mit Silvester, nur ohne Reden.

Waren die Spuren der Party am Sonntag beseitigt, sodass die Sansibar am Sonntag wieder normal geöffnet hatte? Ja, wir haben heute völlig normal geöffnet. Mein Team hat in der Nacht beziehungsweise am Morgen aufgeräumt. Am Abend waren insgesamt 50 Leute im Einsatz.

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