Fußball-Spielpläne stehen fest Ostfrieslandklasse A – demokratisch in die Dreiteiligkeit
Die Vereine der Fußball-A-Klassen entschieden sich mit 17:15-Stimmen für kleinere Staffeln. Warum der Verstand über das Herz siegte.
Ostfriesland - Lange hatten die Vertreter der A-Klassen-Vereine kürzlich in Riepe über die geeignete Staffelgröße der Ostfrieslandklasse A diskutiert. Die anschließende Abstimmung fiel denkbar knapp aus. 17 Vereine votierten für drei Staffeln mit jeweils zwölf Mannschaften, die 15 Stimmen der anderen reichten nicht aus, um in zwei Staffeln mit jeweils 18 Mannschaften zuspielen – wie die Vorbilder in den Profiligen.
Staffelleiter Tjark Heinks hätte liebend gerne einen Spielplan für zwei Staffeln erstellt, doch am Ende ist er froh, dass die Vernunft sich knapp gegen die Fußball-Romantik durchgesetzt hat. „Wir hätten es schwer gehabt, 34 Spiele plus den Pokal in den Kalender zu packen. Und das bei unserem ostfriesischen Wetter und möglicher Spielausfälle wegen der Pandemie“, sagt Heinks.
Früher Spielpläne per Hand erstellt
Der Staffelleiter weist darum hin, dass es in diesem Fall wohl im Spätsommer und im Frühjahr einige Doppelspieltage gegeben hätte. Selbst in der abgelaufenen Saison hätte es trotz der Ministaffeln Probleme gegeben, die Spiele rechtzeitig bis zur Sommerpause durchzubekommen. „Eintracht Ihlow musste beispielsweise sechs Spiele in drei Wochen absolvieren“, sagt Heinks.
Bereits in den 1980er-Jahren hat Heinks für den damaligen Fußballkreis Aurich-Wittmund Spielpläne erstellt und Einteilungen vorgenommen. „Ohne Computerprogramme war das per Hand noch ein richtiges Puzzlespiel“, erinnert sich der Funktionär aus Westerholt. Heute sei es wesentlich einfacher, die Fertigstellung Spielpläne würde nach einem speziellen Schlüsselsystem erfolgen.
Vorfreude auf Derbys
Die Vereine aus Aurich und der Gemeinde Ihlow können mit der Dreiteilung leben. Bei Alwin Tierok-Heddinga schlagen zwei Herzen in einer Brust. „Aus Sportlersicht ist das nicht befriedigend, aber es macht Sinn in kleineren Klassen zu spielen. Corona bleibt schließlich ein Faktor“, sagt der Trainer des TSV Riepe. Seine Spieler hätten sich bereits auf eine Liga mit 18 Mannschaften gefreut, erzählt Tierok-Heddinga. Und auch der Verein hatte bei der Abstimmung für nur zwei Staffeln gestimmt.
Mit der Einteilung ist Riepe aber zufrieden. „Wir haben viele Spiele in Emden und treffen auch wieder auf Ihlow und Westerende“, freut sich Tierok-Heddinga auf viele Derbys. Einen Wermutstropfen gibt es dann doch. Mit dem etwas verspäteten Rückzug von Twixlum spielen in der Staffel drei nur elf Mannschaften und es gibt nur noch einen Absteiger. „Das ist für uns ein wenig unglücklich, wir sind zu Beginn der Saison gleich zweimal spielfrei. Positiv ist aber, dass es drei Aufsteiger gibt“, so der Riepster Trainer.
Auch Walter Koltermann, Eintracht Plaggenburg, hätte aus Spieler- und Trainersicht ebenfalls zwei größere Staffeln bevorzugt, doch er versteht die Argumente der Funktionäre. „Selbst mit 16 Mannschaften wäre es schwer gewesen, das ganze Programm durchzubekommen“, sagt Koltermann. Bei der Abstimmung hätten zwei Vereine noch gefehlt, das Ergebnis hätte laut Koltermann auch anders ausfallen können. Für seine Herzensmannschaft Plaggenburg, die er jahrelang trainierte, sieht er eine attraktive Staffel-Einteilung. Für die Macher des Spielplans hat er großes Verständnis. „Sie können es nicht allen recht machen. Wie du es machts, ist es falsch“, sagt Koltermann.