Hamburg  Niedersachsen: 1800 weitere Schweine werden im Emsland notgetötet

Dirk Fisser
|
Von Dirk Fisser
| 05.07.2022 14:20 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Weil einige der Tiere von einem Betrieb stammten, auf dem die Afrikanische Schweinepest ausgebrochen ist, werden in Niedersachsen 1800 weitere Schweine notgetötet. Foto: Carsten Rehder/dpa
Weil einige der Tiere von einem Betrieb stammten, auf dem die Afrikanische Schweinepest ausgebrochen ist, werden in Niedersachsen 1800 weitere Schweine notgetötet. Foto: Carsten Rehder/dpa
Artikel teilen:

Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Niedersachsen werden weitere 1800 Schweine notgetötet. Obwohl bei den Tieren bislang keine Infektion mit dem Erreger festgestellt worden ist.

In Niedersachsen werden vorsorglich weitere Schweine gekeult: Wie das Landwirtschaftsministerium am Dienstag mitteilte, werden sämtliche Tiere in einem sogenannten Kontaktbetrieb in der Samtgemeinde Freren im Landkreis Emsland notgetötet. Es geht um 1800 Schweine. Bei den Tieren wurde bislang keine Infektion mit dem Erreger festgestellt.

Der Landwirt hatte Ferkel aus dem Betrieb in Emsbüren bezogen, in dem die Afrikanische Schweinepest nachweislich ausgebrochen war. Am Sonntag wurden alle 280 Sauen und 1500 Ferkel getötet. Als Vorsorgemaßnahme sollen auch die weiteren 1800 Schweine bei Freren sterben.

In der Mitteilung des Ministeriums heißt es dazu: “Selbst bei einer Untersuchung aller Tiere des Betriebes könnte eine Infektion nicht mit absoluter Sicherheit ausgeschlossen werden. Zudem würde die Beprobung und Untersuchung von 1800 Schweinen einige Zeit in Anspruch nehmen, während derer sich das Virus weiter ausbreiten könnte.”

Ziel der radikalen Maßnahme sei es, „eine mögliche weitere Übertragung des hoch ansteckenden Erregers unbedingt zu vermeiden und so vielen weiteren tausend Tieren mögliche Leiden zu ersparen.” Laut Ministerium wäre ein weiterer Ausbruch „mit deutlich erweiterten veterinärrechtlichen Maßnahmen verbunden, die eine erhebliche Mehrbelastung der schweinehaltenden Betriebe und der dort gehaltenen Tiere bedeuten würden.”

Die Entscheidung sei in Abstimmung zwischen dem Landkreis Emsland, dem Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit und dem Ministerium getroffen worden, heißt es.

Ungeachtet der weiteren Nottötungen zeigte sich Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) erleichtert, dass bislang keine weitere Infektion festgestellt wurde. Sämtlich bislang untersuchten Schweine seien negativ gewesen. „Das lässt uns hoffen, dass wir es in Emsbüren mit einem Einzelfall zu tun haben.“ Dies ist die Sperrzone:

Seit Dienstag gilt im Emsland sowie im angrenzenden Landkreis Grafschaft Bentheim zudem die sogenannte Sperrzone rund um den Ausbruchsbetrieb in Emsbüren. Innerhalb eines Radius von zehn Kilometern dürfen betroffene Bauern unter anderem keine Schweine mehr transportieren. Nur mit Sondergenehmigungen dürfen Tiere zum Schlachthof transportiert werden. Betroffen davon sind 296 Betriebe mit insgesamt 195.000 Schweinen.

Wer diese tötet, wenn diese schlachtreif sind, ist bislang unklar. Am Mittwoch hat die Ministerin daher die Schlachtbranche zu einem Austausch eingeladen. In relativer Nähe zum Ausbruchsort gibt es eine ganze Reihe von Schweineschlachthöfen.

Ähnliche Artikel