Hamburg  Afrikanische Schweinepest: Müssen weitere Schweine notgetötet werden?

Dirk Fisser
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Von Dirk Fisser
| 04.07.2022 09:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Im Emsland ist die Afrikanische Schweinepest in einem Stall ausgebrochen. Knapp 1800 Tiere wurden gekeult. Foto: Lars Klemmer/dpa
Im Emsland ist die Afrikanische Schweinepest in einem Stall ausgebrochen. Knapp 1800 Tiere wurden gekeult. Foto: Lars Klemmer/dpa
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Am heutigen Montag entscheidet sich, ob nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Niedersachsen, weitere Schweine im Landkreis Emsland notgetötet werden müssen. Es geht um Hunderte Tiere.

Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in einem Stall in Emsbüren im Landkreis Emsland erwarten die Behörden heute Testergebnisse aus einem weiteren Stall. Dieser hatte Ferkel aus dem Ausbruchsbetrieb bezogen.

Am Samstag hatten die Tierseuchenexperten des bundeseigenen Friedrich-Loeffler-Instituts den Ausbruch der für Schweine tödliche Krankheit in der Sauenhaltung in Emsbüren bestätigt. Daraufhin wurde die Nottötung sämtlicher Tiere des Betriebes - 280 Sauen und rund 1500 Ferkel - angeordnet. Die Keulung wurde am Sonntag abgeschlossen, erfuhr unsere Redaktion aus informierten Kreisen.

In dem sogenannten Kontaktbetrieb in der Samtgemeinde Freren entnahmen Veterinäre den Schweinen Blutproben. Die Ergebnisse werden heute erwartet. Dann entscheidet sich, ob auch dieser Bestand notgetötet werden muss. Es geht nach Auskunft des Landkreises Emsland um 1800 Schweine.

Am Wochenende war zu erfahren, dass die Tiere allerdings „klinisch keine Auffälligkeiten” aufwiesen, sprich: keine Symptome der Afrikanischen Schweinepest zeigten. Das wird als gutes Zeichen gedeutet. Der Krankheitsverlauf der Tierseuche gilt als kurz und heftig: Nach sehr hohem Fieber sterben die Tiere binnen kurzer Zeit. Möglicherweise wurde das Virus also nicht verschleppt.

Andernfalls hätte das womöglich nicht nur Auswirkungen für den Landwirt in Freren: Die Behörden würden voraussichtlich analog zum Betrieb in Emsbüren eine Sperrzone ziehen, innerhalb derer Bauern beispielsweise keine Schweine oder Gülle transportieren dürften.

Allein in der Sperrzone rund um Emsbüren sind davon 296 Betriebe mit insgesamt 195.000 Schweinen betroffen.  Die Betriebe liegen allesamt in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim.

Das angrenzende Nordrhein-Westfalen ist ausgeklammert. Ähnlich dürfte die Dimension rund um Freren ausfallen. Die Region verzeichnet bundesweit mit die höchste Schweinedichte Deutschlands.

Die Einschränkungen gelten unterdessen ab Dienstagmorgen, wie der Landkreis Emsland mitteilte. Es „gilt eine Aufstallungspflicht für die Schweinetierbestände sowie ein Transport- und Beförderungsverbot für Schweine. Die Tiere, Fleisch und Fleischerzeugnisse sowie ebenfalls Gülle einschließlich Mist und Einstreu dürfen nicht aus einem Bestand“, verbracht werden, heißt es in der Mitteilung.

Wie der Erreger in den Stall kam, ist laut Landkreis noch nicht geklärt. Auch in der Landwirtschaft selbst herrscht Rätselraten. Lambert Hurink, Hauptgeschäftsführer des Landvolks Emsland, sagte unserer Redaktion dazu: „Der Betriebsleiter ist vollkommen ratlos. Wir sind vollkommen ratlos. Niemand hier kann sich erklären, wie das Virus in den Stall gekommen sein kann.“

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