Unsichere Feuerwehrbekleidung TÜV: Untragbares Risiko für Einsatzkräfte
Brookmerlander Feuerwehrleute benötigen dringend neue Schutzkleidung. Das hat mit Sicherheit zu tun und wird teuer.
Brookmerland - Sie besteht den TÜV nicht mehr: Die Schutzkleidung der Brookmerlander Feuerwehr muss ausgemustert werden. Alle aktiven Feuerwehrfrauen und -männer benötigen neue Jacken und Hosen, und zwar möglichst schnell. Die alte Bekleidung stellt, wie jetzt festgestellt wurde, ein buchstäblich untragbares Risiko dar. Wie Brookmerlands Gemeindebrandmeister Klaus-Dieter Cassens bestätigte, entfaltet die alte Schutzbekleidung nicht mehr die Schutzwirkung, die sie nach modernen Vorschriften entfalten sollte.
Ausschreibung läuft
Die Verwaltung der Samtgemeinde hat inzwischen reagiert und die Beschaffung von Ersatzkleidung ausgeschrieben. Gekauft werden sollen 170 Feuerwehrüberjacken und 170 Feuerwehrüberhosen. Das geht aus einer vor Kurzem veröffentlichten Ausschreibung hervor. Demnach soll ein vierjähriger Rahmenvertrag über die Lieferung von Feuerwehrbekleidung geschlossen werden. Interessierte Firmen konnten Angebote bis zum gestrigen Freitag einreichen. Gebunden sind sie laut Ausschreibung daran bis 1. September.
Nach Angaben von Cassens sind die Hosen und Jacken, die die Brookmerlander Feuerwehrleute bisher bei Einsätzen tragen zum Teil bis zu 20 Jahre alt. Damit genügen sie nicht mehr aktuellen Sicherheitsstandards. Einige sind bereits löchrig und zerschlissen. Das Hauptproblem aber ist ein anderes.
Wie der Gemeindebrandmeister erklärte, fehlt den meisten Kleidungsstücken eine Revisionsöffnung. Diese sei notwendig, um eine in den Jacken und Hosen verarbeitete atmungsaktive Membran überprüfen zu können. Diese Membran schützt nicht nur vor Hitze, sondern auch vor Infektionen durch Krankheitskeime und Viren. Ist die Membran beschädigt, besteht ihre Schutzfunktion nicht mehr oder ist mindestens eingeschränkt. Um den Zustand der Membrane in alten Jacken und Hosen prüfen zu können, müssen Öffnungen in den Stoff geschnitten werden.
Einmal jährlich werden die Hosen und Jacken der Brandbekämpfer einem Sicherheitscheck unterzogen. Die Schutzkleidung der Brookmerlander Feuerwehrleute hat diesen nicht mehr bestanden, weshalb nun Handlungsbedarf besteht, und für Ersatz gesorgt werden muss.
Das wird teuer
Für die Samtgemeinde wird das teuer, was ihr Kämmerer bei der Vorstellung des Doppelhaushalts für die Jahre 2022 und 2023 im Frühjahr bereits angedeutet hatte. Alle aktiven Feuerwehrmitglieder mit neuer Einsatzkleidung auszustatten, wird demnach laut Weers 200.000 Euro kosten. Exakt diese Summe ist in dem Zahlenwerk für diesen Verwendungszweck vorgesehen.
Insgesamt gibt es im Brookmerland derzeit nach Angaben des Gemeindebrandmeisters 178 aktive Feuerwehrleute, 83 Einsatzkräfte sind ausgebildete Atemschutzgeräteträger und aufgrund ihrer Einsatzaufgaben besonders auf funktionierende Schutzkleidung angewiesen.