Verband sucht nach neuen Quellen  Wasserwerke gibt es nicht auf die Schnelle

Heino Hermanns
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Von Heino Hermanns
| 30.06.2022 19:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Immer mehr Trinkwasser wird in Gärten verbraucht. Foto: DPA
Immer mehr Trinkwasser wird in Gärten verbraucht. Foto: DPA
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An der Kapazitätsgrenze arbeitet der OOWV. Höhere Fördermengen werden benötigt. Das ist aber schneller gesagt als getan.

Aurich/Brake - Neue Wasserwerke will der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) in seinem Gebiet errichten. Denn die Wassermenge, die durch die 15 bestehenden Wasserwerke verarbeitet werden kann, reicht für den steigenden Bedarf nicht aus. Auch im Landkreis Aurich wird nach möglichen Standorten gesucht. Bis mehr Wasser gefördert werden kann, wird es allerdings eine Weile dauern.

Bis zur Inbetriebnahme eines neuen Wasserwerks im Landkreis Aurich müsse man sicherlich zehn Jahre einplanen. Das sagt Kreissprecher Rainer Müller-Gummels auf ON-Anfrage. Grundsätzlich bestehe die Möglichkeit, neue Wasserrechte zur Förderung von Trinkwasser zu erlangen. Für die Genehmigung ist der Landkreis zuständig. „Da mit der Erteilung dieser Genehmigung jedoch große Auswirkungen auf den Wasserhaushalt – und damit verbunden für Mensch, Landwirtschaft und Umwelt – einhergehen, müssen aufwendige Gutachten erstellt werden“, so Müller-Gummels.

OOWV will kürzere Genehmigungsverfahren

Zehn Jahre sind eine lange Zeit. Denn bereits jetzt hat laut OOWV-Sprecher Heiko Poppen die jährliche Trinkwasserabgabe mit rund 85 Millionen Kubikmetern die Menge erreicht, die erst für 2028 prognostiziert worden war. Die gesamten Wasserförderrechte umfassen aber unverändert nur knapp 100 Millionen Kubikmeter pro Jahr.

Poppen bestätigt auf ON-Nachfrage die lange Planungsdauer für neue Wasserwerke. „Allein die Vorbereitung eines solchen Verfahrens durch unsere Fachleute dauert Jahre.“ Danach folge das Genehmigungsverfahren durch die Untere Wasserbehörde.

Der OOWV führt aber laut Poppen Gespräche über die Genehmigungsverfahren. „Wir werben dafür, Wasserrechtsverfahren zu verkürzen und zu vereinfachen.“ Welche Lösungen es dafür geben könnte, müsse sich dann zeigen. Es sei aber klar, dass auf die veränderten Bedingungen reagiert werden müsse. Gemeint sind damit der Klimawandel, das Wachstum der Kommunen mit neuen Bau- und Gewerbegebieten sowie höhere Abgaben von Wasser an die Verbraucher.

Immer öfter muss der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) dazu aufrufen, sparsam mit Wasser umzugehen. Erst vor zwei Wochen waren die Kapazitätsgrenzen der 15 Wasserwerke zeitweise erreicht, nur noch aus den Speichern konnten die Verbraucher versorgt werden. Eine Ursache für höhere Verbräuche sind Bewässerungssysteme in Gärten. Dadurch steigt der Verbrauch an einigen Tagen sprunghaft an und bringt so die Wasserversorger an die Grenzen des Möglichen.

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