Hamburg  Warum Du Dich vor Deinem Partner finanziell nackt machen solltest

Julia Wadle
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Von Julia Wadle
| 24.06.2022 12:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
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Wer in einer Beziehung nicht über Finanzielles sprechen will, ist nicht zu langfristigem Commitment bereit. Wie Ihr Eure Hemmungen überwindet, über Geld zu sprechen, und Euch motiviert.

In diesem Artikel erfährst Du:

Natürlich geht es in diesem Artikel nicht um Paare, die erst seit ein paar Wochen zusammen sind, sich zweimal die Woche treffen und in der gleichen Branche arbeiten. Es geht um Paare, bei denen einer als Altenpfleger und die andere als Rechtsanwältin arbeitet, eine als Social-Media-Managerin und der andere als Arzt. Paare, die seit mehreren Monaten oder gar Jahren zusammen sind, vielleicht sogar zusammen wohnen, und sich eine gemeinsame Zukunft wünschen inklusive Eigentumswohnung oder Haus, Kindern und einem Golden Retriever. All das werdet ihr nicht erreichen, wenn ihr es nicht schafft, über Finanzen zu sprechen.

Das Thema Finanzen ist in Beziehungen oft noch der Elefant im Raum, über den keiner gerne reden möchte. Dabei beeinflusst die Frage, wie viel Geld wir haben, nicht nur perspektivisch wichtige Themen wie die Altersvorsorge, sondern auch ganz alltägliche Entscheidungen: Im Supermarkt oder im Discounter einkaufen? Beim Lieferdienst günstige Pizza oder teures Sushi bestellen? Und in der Kneipe einen Cocktail oder doch nur ein Bier ordern?

Zwei, die diese Sprachlosigkeit über Finanzthemen beenden wollen, sind Anja Ciechowski und Anika Görner. Die beiden Journalistinnen arbeiten bei „Finanztip“, einem von einer gemeinnützigen Stiftung getragenen und dadurch unabhängigen Finanzportal. In ihrem Podcast „Auf Geldreise – der Finanztip-Podcast für Frauen“ klären sie darüber auf, wie Frauen finanziell unabhängig werden und bleiben.

Dafür wurden Sie als Verbraucherjournalistinnen des Jahres 2020 ausgezeichnet:

Ihr Plädoyer in Sachen Finanzen und Beziehungen: Reden, reden, reden.

Nur wer die finanzielle Situation des anderen kennt, kann darauf Rücksicht nehmen und langfristig auf einen gemeinsamen Nennen kommen in Sachen Finanzen.

Wir würden gerne von Euch wissen: Wie findet Ihr eigentlich #neo? Die Umfrage ist ganz, ganz kurz, versprochen! Wenn Ihr mitmacht, helft Ihr uns aber sehr.

Ihr habt Euch noch nie über Eure Finanzen ausgetauscht und Du weißt nicht genau, wie Du das Thema ansprechen sollst? Die Expertinnen haben drei Tipps für Dich, wie Du das Thema in Deiner Beziehung ansprichst und Du gemeinsame Finanzroutinen entwickeln kannst:

Um einen Einstieg in das Thema zu finden, kann ein aktueller Aufhänger helfen. Das könne beispielsweise der Rentenbescheid sein. „Wenn ich schwarz auf weiß sehe, wie meine Rente aussieht, kann ich damit zu meinem Partner gehen und sagen: Du, irgendwie mache ich mir hier gerade Gedanken, können wir mal sprechen?“, rät Anika Görner.

Aber auch ein Artikel, Podcast oder die Geschichte einer Kollegin, die zum ersten Mal in ETFs investiert hat, kann einen Anstoß für das Thema geben.

Wie ist das bei Dir?

Um das Thema Finanzen zu entstigmatisieren, kann es helfen, sich dem Thema über gemeinsame Ziele zu nähern. Das könne am Anfang einer Beziehung die Frage sein, wie man einen gemeinsamen Urlaub finanziert. „Und wenn die gemeinsamen Ziele und Wünsche immer größer werden – sei es Familienplanung, sei es ein Haus – muss man zwangsläufig gemeinsam die Finanzen besprechen“, erklärt Anja Ciechowski.

Wenn Ihr Euch darüber einig seid, dass Ihr in Sachen Finanzen transparent und gemeinsam an einem Strang ziehen wollt, könnten Euch monatliche Gelddates helfen, das Thema regelmäßig zu besprechen.

Gemeinsame Finanzplanung kann Euch zusammenbringen, wie dieser Post erklärt:

Wenn Ihr diese Tipps befolgt und offen über Euer Gehalt sprecht, Eure kleinen und großen finanziellen Wünsche und deren Machbarkeit in regelmäßigen Abständen besprecht, steht Eurer gemeinsamen Zukunft nichts mehr im Weg. Gar nicht so schwer, oder?

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