Umgestaltung in Aurich  Zwei neue Bäume sollen Goldulme im Carolinengang ersetzen

| | 24.06.2022 12:40 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Der Carolinengang in der Auricher Innenstadt soll umgestaltet werden. Eine Goldulme soll dafür weichen. Foto: Volker Altrock
Der Carolinengang in der Auricher Innenstadt soll umgestaltet werden. Eine Goldulme soll dafür weichen. Foto: Volker Altrock
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Der Auricher Bauausschuss hat über die Pläne zur Umgestaltung des Carolinenganges abgestimmt. Eine Goldulme soll dabei gefällt werden – krank ist der Baum aber nicht.

Aurich - Trotz Kritik sprach sich der Bauausschuss der Stadt Aurich am Donnerstag für die Umgestaltung des Carolinenganges in der Innenstadt aus. Zwei Ausschussmitglieder enthielten sich. Vor allem die Fällung einer Goldulme wurde kritisch gesehen. Zum Konzept für den Carolinengang gab es überwiegend positive Stimmen. Der Carolinengang soll unter anderem ein neues Pflaster erhalten. Für die Lohnen ist ein blau-violetter Stein vorgesehen. So soll kenntlich gemacht werden, dass hier keine Autos fahren sollen, erklärte Tanja Ahrens vom städtischen Fachdienst Tiefbau.

In einem anderen Ton soll hingegen eine zentrale, runde Fläche gepflastert werden, damit diese einen Platzcharakter erhält. Geplant sind darüber hinaus eine Grünfläche und Bepflanzungen, darunter auch zwei neue Bäume. Die bestehende Goldulme soll nach den Plänen der Verwaltung aber gefällt werden. Außerdem kommen neue Sitzmöglichkeiten, Spielgeräte für Kinder sowie Fahrradständer dazu. Die Beleuchtung ist optisch an die Laternen der Marktpassage angelehnt, allerdings werden LED-Leuchtmittel genutzt. Ziel des Konzeptes ist zum einen, einen familienfreundlichen Aufenthaltsort zu schaffen. Zum anderen soll auch die angesiedelte Gastronomie von der Umgestaltung des Carolinenganges profitieren. Die Kosten für die Maßnahme werden auf rund 690.000 Euro geschätzt.

Goldulme gilt als „stark geschwächt“

Die Grünen hatten die Verwaltung aufgefordert, die angedachte Fällung der Goldulme genau zu begründen. Ahrens lieferte Antworten: Im April sei ein Gutachten bei einem öffentlich vereidigten Sachverständigen in Auftrag gegeben worden. Obwohl der Baum nicht krank ist, wurde er als „stark geschwächt“ eingestuft. Laut Ahrens sei das die letzte Stufe vor dem Absterben des Baumes. Grund für die irreversiblen Schäden am Baum sei ein ungünstiger Standort. Dieser sei verdichtet und durch die umliegenden Baumaßnahmen beeinträchtigt. Die Erfolgsaussichten einer Revitalisierung des Baumes schätzte der Sachverständige als äußerst gering ein. Laut Ahrens schloss sich die Verwaltung diesen Aussagen an – und führte außerdem auch finanzielle Gründe auf. Eine Fällung der Goldulme und die Pflanzung eines neuen Baumes an anderer Stelle kostet laut Ahrens rund 3000 Euro. Die Revitalisierung der Goldulme sei mit 10.000 Euro deutlich teurer.

Ahrens führte auf Nachfrage der Grünen außerdem aus, warum 2018 zwei Linden im Carolinengang gefällt worden sind. „Es lag ein Fällantrag und eine Genehmigung vor“, erklärte Ahrens. Als Begründung wurde angegeben, dass die Bäume ein Bauvorhaben im Carolinengang behindert haben und außerdem umliegende Dächer beschädigt hätten. Zu Neupflanzungen ist es laut Verwaltung nicht gekommen, weil der Platz zu eng gewesen sei.

Kritik und Lob zu den Plänen

Reinhard Warmulla (Linke) machte seinem Ärger im Bauausschuss Luft. Der Ortsrat wolle durch Begrünung wieder mehr Atmosphäre schaffen – „Warum sind dann zuletzt Bäume verschwunden?“, fragte er. Warmulla befürchtet, dass Neuanpflanzungen wieder gefällt werden könnten, wie auch auf dem Rathausplatz. Gila Altmann (Grüne) bezeichnete es als „zynisch“, unter dem Stichwort Begrünung die Fällung eines Baumes zu planen.

Zu den Plänen für den Carolinengang gab es aber auch viele positive Rückmeldungen. „Ich finde die Pläne richtig toll“, sagte beispielsweise Arnold Gossel (CDU). Auch Richard Rokicki lobte das Konzept. „Die Begrünung wird ernst genommen“, sagte er. Nach einer ausschweifenden Diskussion wurde es Rolf-Werner Blesene (SPD) aber schließlich zu bunt. Er beantragte gemäß Geschäftsordnung, die Diskussion abzubrechen und zur Abstimmung zu kommen. Dem wurde schließlich stattgegeben. Nach dem positiven Beschluss im Bauausschuss müssen die Pläne für den Carolinengang nun den Stadtrat passieren.

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